Fotografiert und erzählt!
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Was ist Kunst - was ist Kritik?

Am Anfang, wenn wir ein Kunstwerk "erschaffen" wollen, liegt ein weißes Blatt Papier vor uns, oder eine leere Leinwand, oder vielleicht auch ein grober, unförmiger Holzklotz. Diese Aufzählung läßt sich beliebig fortsetzen, bis hin zum "Fettwürfel". ;-) Was wir dann auch immer tun, am Ende sind wir der Künstler, die Künstlerin und müssen uns mit der Kritik von Menschen auseinandersetzen, die mit der Herstellung unseres Kunstwerks nichts zu tun hatten. So ist die Frage schon mal, darf jemand, der ein Kunstwerk "nur" betrachtet, dieses "kritisieren"?

Diese Frage können wir uns leicht selbst beantworten, denn wir hören Musik, sehen uns Bilder in Galerien an usw. Unsere Kritik an dem Gehörten und Gesehenen geben wir "selbstverständlich" ab, ohne weiter darüber nachzudenken, ob wir das können und dürfen.

Wir "spüren" jetzt, so ganz einfach ist das nicht, mit der Kunst und der Kritik. Es stellt sich doch zwangsläufig die Frage, muß ich mir Mühe geben, bei meiner Kritik? Muß ich versuchen, irgendetwas zu verstehen, bevor ich kritisiere? Viele Menschen stellen sich heutzutage diese Frage nicht mehr. Sobald jemand "in die Öffentlichkeit geht", und sei es nur mit seiner Meinung, wird er kritisiert, von Allen und Jedem.

Mir scheint es also wichtig zu sein, daß eine Kritik, wenn sie ernstgenommen werden will, nur dann möglich ist, wenn sie von einem gut informierten Kritiker erfolgt. Eine Kritik ohne Sachverstand hat kein "Gewicht", ist nicht ernst zu nehmen.

Wie ist es aber hier im Blog. Wenn ich den Text eines anderen Bloggers, einer anderen Bloggerin lese, verfüge ich dann über den Sachverstand, den ich zum ernsthaften Kritisieren brauche? Oder geht es auch eine Nummer kleiner? Ist vielleicht "eine Meinung abgeben" etwas Anderes, als eine "fundierte Kritik"? Was heißt "Kommentar"? Muß ich zwischen "Kritik" und "Kommentar" unterscheiden?

Der "Kommentar" in den Medien (Zeitungen, Fernsehen) ist eine persönliche Meinungsabgabe. Er ist also eine "kritische Stellungnahme" eines Einzelnen, er ist "Kritik" und "Meinung" zugleich. Heißt das, wenn wir hier im Blog "kommentieren", ist unsere kritische Meinung, unsere persönliche Stellungnahme gefragt, obwohl wir das, was wir kommentieren, vielleicht nicht wirklich bzw. gar nicht verstehen?

Und wenn wir unsicher sind, wenn wir nicht "kommentieren" - sind wir dann "unmündig", sind wir dann "feige", weil wir es nicht wagen zu sagen, was wir denken? Das mag sein, denn auch der, der öffentlich kritisiert, setzt sich seinerseits der Kritik aus.

Wenn ein Kritiker das Recht hat, einen Künstler und sein Kunstwerk zu kritisieren, dann muß doch der Künstler auch das Recht haben, den Kritiker und dessen Kritik zu kritisieren! Dann prallen zwei Meinungen aufeinander und jetzt wird auch klar, welcher wichtigsten Regel die Kritik generell unterliegt - sie muß sachlich bleiben. Ein "Shit-Storm" in den "sozialen Netzwerken" ist somit keine Kritik. Dabei handelt es sich um persönliche Beleidigungen.

Wenn eine Putzfrau den "Fettfleck" von Professor Josef Beuys nicht als Kunstwerk erkennt, und ihn "vernichtet", ist das als Kritik zu verstehen, oder gar eine persönliche Beleidigung des Künstlers? Muß ein solcher Vorgang bestraft werden, weil es ja allgemein heißt: "Dummheit schützt vor Strafe nicht!" Oder ist das Nichtverstehen von Kunst die Kritik in "reinster Form"? Muß ein Künstler darauf achten, daß er und sein Kunstwerk verstanden werden kann?

Ein "schwarzes Quadrat auf weißem Grund" des Malers Kasimir Malewitsch gilt heute als Hauptwerk der "abstrakten Malerei". Der Maler selbst sprach von einer gewissen Verzweiflung, die er dabei empfand, die Kunst vom Gewicht der Dinge zu befreien. Wer würde es heute wagen, dieses Bild lediglich als "Verzweiflungstat" eines Künstlers zu bezeichnen, der mit seinem "Latein am Ende" war?

Kunst, bzw. ein Kunstwerk, ist also auch das, was wir daraus machen. Manches Kunstwerk wurde erst durch die Kritik an ihm erschaffen! Als vor Jahren der wichtigste Literatur-Kritiker im Lande, Marcel Reich-Ranicki, ein Gedicht des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass als "ein ekelhaftes Gedicht" bezeichnete, war der Teufel los. Reich-Ranicki warf Günter Grass "Anti-Semitismus" vor, was in Deutschland - aufgrund des geschichtlichen Hintergrundes - noch immer ein absolutes "No-Go" ist. Doch Reich-Ranicki war auch bewußt, daß gerade seine scharfe Kritik das Grass-Gedicht "Was gesagt werden muß" erst bekannt machen wird.

An diesem Fall wird noch etwas klar. Die Kritik darf nicht - wie die Rechtsprechung - davon ausgehen, daß alle Menschen gleich sind. Die Kritik muß unterscheiden, muß genau hinsehen - "wer" hat da "was" gesagt und getan? Und am Ende noch ein Punkt. Als "Schaffende" fühlen wir uns gerne "verstanden". Wir empfinden unsere Kunst als "gelungen", wenn wir von vielen Menschen verstanden und gelobt werden. Mir selbst hat aber immer die Einstellung eines Malers gefallen, der sagte: "Mein Bild zeigt das, was Du siehst".

Damit wird einiges leichter. Der Kritiker hat immer recht. Er beschreibt, was er sieht und jeder mag etwas Anderes sehen. Der Künstler will beim Betrachten nicht belehren. Wenn er Dinge in sein Werk hineininterpretiert, die der Betrachter nicht wahrnimmt, dann ist das ein "Problem" des Künstlers.

Letztlich bleibt die Ungewissheit. Kunst und Kritik - im besten Fall "befruchten" sie sich, und im schlechtesten Fall "gebären" sie Haß! Wenn ihr also hier im Blog mit euren "Kommentaren" nicht immer glücklich seit, denkt daran, euer Geschriebenes ist zunächst einmal das, was der einzelne Leser liest - und davon verstehen kann.

1.2.18 03:09


Dieser Tag hätte nie enden dürfen!

Die Sonne kämpfte sich durch ein letztes Wolkenband. An der Weide hingen große Wassertropfen. Der Regen war vorbei, ein sonniger Tag begann...



Überall Tropfen, die mich herausfordern.



Aber ich will ja weiter, zu den Vögeln. Hier ist einer kurz vor der Landung...



Das Licht ist schwierig, so früh am Morgen.



Ich muß mir noch Einiges einfallen lassen, bis ich ein Foto habe, welches mich restlos überzeugt.



Bei manchen Sträuchern gibt es keine Zurückhaltung mehr...



Zum Schluß wieder einmal etwas Seltenes. Die männliche Haselnuß-Blüte zeigte ich bereits. Das sind die "gelben Würstchen", die man zur Zeit häufig sieht, vor allem wenn sie hellgelb in der Sonne leuchten. Aber da gibt es auch eine sehr kleine, rote, weibliche Blüte. Die erkennt man nur bei genauem Hinsehen.

31.1.18 09:25


Meine Herren - ich bitte um Mäßigung!

Mein Nachbar, der Müller, hat eine wunderschöne Tochter. Ich sehe sie jeden Tag, beim Spazierengehen, am Fenster sitzen und sehnsüchtig in die Ferne blicken. Ihr goldenes Haar liegt ihr, zu einem Zopf geflochten, auf der Schulter. Nun bin ich viel zu alt, um irgendwie daran zu denken, ich könnte das erste Kind der Müllerstochter... So eine Kammer voll Gold wäre auch nicht schlecht. Also ich bitte euch, in meinem Alter, da nimmt man doch lieber das Gold. Niemand kann wissen, was die Pflege einmal kosten wird. Mist, hoffentlich hat die schöne Müllerstochter nicht gesehen, daß mir beim Gaffen die dritten Zähne verrutscht sind... ;-)

Wer schickt heute noch sein Kind durch den Wald, wenn er weiß, daß dort der böse Wolf unterwegs ist? Und dann diese rote Kappe? Wenn man auffallen will, okay, dann setzt man sich eine rote Kappe auf den Kopf und schreit möglichst laut: "Hier bin ich!" Eigentlich dachte ich immer, früher waren die Menschen im Umgang mit der Natur cleverer als heute. Und da muß ich mich gleich an die eigene Nase fassen, denn wenn ich im Herbst "Rotkappen" suche, fahre ich mit dem Auto in den Wald hinein, soweit es geht. Es wäre auch mal toll, einem Wolf zu begegnen, der solange wartet, bis ich ihn schön fotografiert habe. Vielleicht legt er sich sogar etwas seitlich hinter einen Steinpilz und zwinkert mit einem Auge... aber von so viel Glück darf man ja gar nicht zu träumen wagen.

Also ich bin jetzt einem "Verein" beigetreten: "Hobbyschriftsteller gegen Gewalt in Kindermärchen!" Diesen grimmigen Brüdern muß das Handwerk gelegt werden! Überall Tote und Verletzte. Doch am Schlimmsten, völlig unerträglich, die falschen, pädagogischen "Botschaften": Alte Frauen sollen den Flammentod sterben, nur weil ihr Knusper-Knabber-Knäuschen-Eigenheim die Gier unbescheidener Kinder erweckt? Da muß ich mich doch ehrenamtlich engagieren! Hoffentlich merkt keiner, daß ich der Gesellschaft "auf der Tasche liege" und vom Geld der Jungen lebe, die sich selbstlos aufopfern, um mir mein Auskommen zu ermöglichen.

Von "Gleichberechtigung" haben die Gebrüder Grimm natürlich noch nichts gehört. Arme Mädchen finden immer ihren Prinzen, obwohl sie den ganzen Tag nur schlafen oder Erbsen zählen. Ach, stimmt ja gar nicht, da war ja auch mal ein armer Müllerssohn. Also nicht der Sohn meines Nachbarn, nicht der Bruder der goldhaarigen Schönheit, nein, der Müllerssohn war offensichtlich ein "Vagabund", der mit einem Mühlstein und einem ordentlichen "Kater" erwachte und nichts mehr hatte, noch nicht einmal die Kleider an seinem Leib. Und das muß man sich einmal vorstellen. Ein armer, nackter, junger Mann, noch dazu mit einem schweren Mühlstein am Bein, will unbedingt die Tochter des Königs heiraten. Da denkt man doch, der hat einen Sprung in der Schüssel. Aber plötzlich entwickelt sich der Brummschädel zu einem genial schlauen Tier, welches sogar einen Zauberer überlistet und den Müllerssohn ans Ziel seiner Wünsche bringt.

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Ja, die Märchen könnten alle sehr schön sein, doch leider kommen auch die "Guten" meist nur durch Mord und Totschlag an ihr Ziel. Dazu gehen die Meinungen weit auseinander. Ich selbst muß sagen, daß mich als Kind die Brutalität in den Märchen nicht abschreckte. Noch deutlicher wurde das später bei den Zeichentrickfilmen. "Schweinchen Dick" wurde im Fernsehen abgesetzt, weil zuviel Brutalität im Spiel war. Aber genau das war ja das Lustige, wenn z.B. der riesenhafte, sich seiner Kraft nicht bewußte, tolpatschige "Sohn Bär" dem "Vater Bär" die Schaufel ins Gesicht schlug, weil der viel kleinere "Vater Bär" den Sohn aufforderte, ihm die Biene von der Nase zu nehmen. Das Gesicht von "Vater Bär", mit der Biene auf der Nase, formte sich durch die Schaufel ab, herrlich! ;-)

30.1.18 07:09


Eine wirklich komische Geschichte!

Ich habe ein Problem! Ich will immer dann essen, wenn ich zu faul zum Kochen bin. Man kann auch sagen, ich bin "grundsätzlich" faul. Vielleicht würde meine Kamera diese Aussage nicht unterschreiben, aber die zählt ja auch nur meine "Klicks". Ihr wißt ja wie schwierig es ist, mit einer Statistik irgendetwas zu beweisen. 1000 Kameraklicks am Tag beweisen noch lange nicht, daß ich mich dabei auch bewegt habe. - So stehe ich also am Morgen in der Küche und der Wasserkocher läuft. Wenn das Licht ausgeht, brühe ich mir eine Kanne Filter-Kaffee auf und verziehe mich ins Wohnzimmer, an den PC.

Dort steht schon Süßstoff und Milch bereit, diese fettarme H-Milch, denn beim morgendlichen Kaffee halte ich es mit den Franzosen: "Café au lait", damit ich das heiße Zeug auch gleich trinken kann. In größeren Schlücken, die ich hinten am Zäpfchen auch spüre. Womöglich benutzen die Franzosen gerne eine "Siebstempelkanne", doch das wäre mir schon wieder zuviel Aufwand. Nun könnte ich ein mit Marmelade bestrichenes Baguette als Frühstück einnehmen, doch diese Kombination empfinde ich als grauenhaft, wegen der Brösel auf dem Schreibtisch. Ein Milchbrötchen in den Kaffee tauchen, das geht schon. Auch dabei ist es von Vorteil, wenn der Kaffee nicht zu heiß ist.

Meist ist es dann so, daß ich nach etwa drei Stunden maßlosen Kaffeetrinkens mit leichtem Schwindel in die Küche stolpere, und dort versuche, meinen Bärenhunger zu bekämpfen. Wiegesagt, etwas kochen würde jetzt viel zu lange dauern. Jetzt muß es schnell gehen. So hole ich mir einen toten Fisch, also einen Bismarckhering aus dem Glas, hebe ihn hoch über meinen Kopf und lasse ihn mit Genuß in meinen Pelikan-Schnabel plumpsen. Ohne zu kauen schlucke ich ihn hinunter und kehre an den PC zurück. Dann, und nur dann, bin ich in der Lage, diese urkomischen Geschichten wie gestern zu schreiben. Ich hoffe, ihr konntet richtig lachen dabei und habt nicht zu viel Mitleid mit mir gehabt, weil ich im Internet "eine Niete" zog. ;-)

Denn, und nun mal ganz ehrlich, ich hätte euch die Geschichte auch so erzählen können, wie sie tatsächlich gelaufen ist, aber dann wäre eure Reaktion nicht die gewesen, die ich haben wollte. Versteht ihr? So eine Geschichte muß für mich als Schreiber "passen", egal wie sie tatsächlich ausgegangen ist. Ich schreibe ja zu meinem Vergnügen - weil mir Schreiben Spaß macht. Nun seit nicht beleidigt, denn mein Spaß ist es ja auch, euch einen "Lese-Genuß" zu bereiten und den habt ihr natürlich nur dann, wenn ihr die komischen Stellen nicht "überlest", weil ihr beim Lesen denkt: "Ach, der arme Kerl, ich hätte ihm ja gewünscht, daß er das große Los zieht." Ein wirklich guter Schreiber hat es sicherlich nicht nötig - so wie ich - sein Werk zu erklären, aber vielleicht werde ich ja noch besser. Deshalb "betreibe" ich übrigens diesen Blog - damit ich mich ausprobieren kann! ;-)

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Habt ihr auch noch Musik-CD´s zuhause? Manchmal gab es doch auf diesen CD´s einen "Bonus-Track", damit wir Konsumenten dachten, wir würden etwas geschenkt bekommen. So will auch ich noch eine kleine Geschichte anfügen - und, bei Gott, ich schwör´ - sie ist frei erfunden! ;-)

Wieder einmal hatte ich eine Frau im Internet kennengelernt... ;-). Sie kam das erste Mal zu mir, es war der 5.5.05, Himmelfahrt. Als sie von der Tankstelle losfuhr, einfache Fahrstrecke betrug exakt 326 km, schickte sie mir eine SMS. Alles super. Ich stand im Bad vor dem Spiegel und rasierte mich. "Was grinst Du so?", fragte ich den freundlichen Herrn im Spiegel, der mir so nach und nach immer bekannter vorkam. Da hörte ich unten am Haus ein Martinshorn, dessen Lautstärke nicht nachließ. Beim Blick aus dem Fenster sah ich mehrere Sanitäter ins Haus rennen.

Als ich nach unten kam, lag meine Mutter tot in der Küche. Auf dem Herd kochte das Gulasch vor sich hin und mein Freund, der den Notruf absetzte und im Übrigen "Familienanschluß" hatte, weil ihn mein älterer Bruder vor vielen Jahren aus dem Waisenheim holte, stand ebenso ratlos herum wie ich. Wenn man gerade an etwas Schönes dachte und Sekunden später die tote Mutter sieht, von Sanitätern umringt, dann stellt man schon mal so eine dumme Frage wie: "Was ist denn hier los?" Also ich konnte nicht gleich begreifen, was ich da sah. Nachdem sich die "Schockstarre" löste, schickte ich meiner Internet-Bekanntschaft eine SMS: "Meine Mutter liegt tot in der Küche, ich denke, Du bleibst am Besten zuhause."

Wer eine solche SMS bekommt, der hat ja auch ein wenig zu überlegen: "Was soll das, will der Kerl mich veralbern?" Kurz darauf klingelte mein Handy und ich las: "Ich komme, und wenn es auch nur für eine Stunde ist." Also wir hatten bis dahin schon mindestens 1000 Stunden telefoniert und mein Besuch war mir also keinesfalls "fremd". So war ich froh, in meiner Ausnahme-Situation etwas Beistand zu haben.

Schließlich kam sie, wir verstanden uns auf Anhieb, sie blieb drei Tage und fuhr zehn weitere Jahre diesen weiten Weg zu mir. Wenn das mal keine komische Geschichte ist! ;-)

29.1.18 04:15


Ihr werdet es nicht für möglich halten, aber...!

Früher, also noch bis vor 50 Jahren, war mein Leben kein Vergnügen. Die schlanken Hälse gutgebauter Jungfrauen zeigten sich kaum in der Öffentlichkeit. Es ging mir auch nicht um Sex, wenn ich in helles, zartes Menschenfleisch beissen und spritzendes Blut trinken wollte, sondern um die Befriedigung meiner Grundbedürfnisse. Heute gehe ich einfach ins Badezimmer, sage: "Hallo Cortana, ein Blutbad bitte!" Dann kläre ich mit "Cortana" noch ab, welche Temperatur das original jungfräuliche Menschenblut haben soll, und schon läuft aus dem goldenen Hahn meiner Badewanne das erquickende Naß. Solange, bis ich "Hallo Cortana, stop!" sage. Auch ich, der Vampir, versteht es, die Errungenschaften der modernen Technik einzusetzen, obwohl ich tagsüber noch immer im Sarg schlafe.

Kojak, der glatzköpfige Inspektor mit dem Lolli im Mund, hatte wieder einmal einen "Einsatz in Manhattan". Diesmal war er hinter mir her, denn ich hatte soeben den "Trump-Tower" in die Luft gesprengt. Nachdem ich meinen Unterschlupf erreicht hatte, gab ich mich sofort - mittels Videobotschaft - als Mitglied einer weltweiten Blogger-Gemeinschaft zu erkennen, die sich auf ihre Fahnen geschrieben hat, die himmelwärts strebenden Phallus-Symbole der Superreichen und Supermächtigen zu zerstören. - Daraufhin nahm Inspektor Kojak seinen Lolli aus dem Mund, sah ihn mit traurig-zweifelnden Augen an und warf ihn in den Papierkorb.

Der dunkle Kino-Saal erhellte sich und eine Eisverkäuferin ging durch die Reihen. "Schokolade, Vanille, Erdbeer...!" Ich hob die Hand und fragte, ob sie auch Nuß-Eis hätte, ich würde immer nur Nuß-Eis essen. Natürlich hatte die Eisverkäuferin auch Nuß-Eis. Beim Bezahlen sagte ich, auf meine Tochter warten zu müssen, die würde mein Geld aufbewahren. Eine peinliche Wartezeit entstand und andere Kinobesucher wurden ungeduldig. Endlich kam meine achtjährige Tochter von der Toilette zurück, warf einen strengen Blick auf mich und sagte: "Papa, Du weißt doch, daß Du von fremden Damen nichts annehmen sollst!" Ich blickte die Eisverkäuferin hilfesuchend an und diese meinte dann auch schlagfertig: "Er hat das Papier schon aufgerissen!" "Dann will ich mal nicht so sein", sagte meine Tochter gnädig, ließ sich ein großes Schokoladen-Eis geben und bezahlte zähneknirschend mit meinem Geld.

Im letzten Jahr suchte ich eine Partnerin fürs Leben - im Internet. Da ich ganz gut schreiben kann, und manchmal glaube zu wissen, was Frauen hören wollen, wenn sie einen Mann suchen, bekam ich schnell Kontakt. Eine Dame namens "Nachtigall" schrieb beim Chatten offenherzig: "Nimm mich!" Naja, ich dachte, es ist ja gerade keine andere da, also warum sollte ich nicht "Dich" nehmen. Zwei Tage später fuhr ein roter Mazda bei mir vor. Dem Auto entstieg eine Person, die ich eben noch als Frau erkennen konnte. Da ich ein höflicher Mensch bin, bat ich "das Wesen" herein und fragte: "Du bist also die 'Nachtigall', mit der ich chattete?" Ja, sagte sie mit tiefer Stimme und lächelte. Irgendwie konnte ich das "Äußerste" verhindern, obwohl ich mir viele Schmeicheleien anhören durfte. ;-)

Vielleicht sind solche Erlebnisse ja mit ein Grund, warum ich es liebe, alleine zu sein. "Gemeinsam alt werden", das mag für manches Ohr ganz schön klingen, aber ich würde, wenn schon, ein "gemeinsam jung bleiben" bevorzugen. Also warte ich im Grunde meines Herzens vielleicht noch immer auf eine möglichst völlig "normale Frau", die mit mir gemeinsam jung bleiben möchte. Ich denke, dazu braucht man zwei Wohnungen... aber wie soll denn dann das "Gemeinsame" funktionieren? Wer schon an solchen "Kleinigkeiten" scheitert, der bekommt nie eine Frau und der hat dann auch keine "verdient", denn er ist ein hoffnungsloser Egoist. Naja, wie auch immer, ich werde wohl nie verstehen, wie Andere das machen! ;-)

28.1.18 03:04


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