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Aus dem wirklichen Leben - Kurzgeschichten!

Als er die Lohnarbeit an den Nagel hing, machte ihm sein Leben zu schaffen. Er saß alleine zuhause, die erwachsenen Kinder im Ausland, die Freunde beschäftigt. Warum hatte er nicht rechtzeitig vorgesorgt, sich ein interessantes Hobby zugelegt? Hinterher hat man leicht reden, dachte er sich und trommelte weiter mit den Fingern auf die leere Schreibtischplatte. Dann fiel ihm ein, er könnte sich bei einer Single-Börse anmelden und eine Frau suchen, der auch langweilig ist. Es wäre doch gelacht, wenn zwei Langweiler nicht etwas fänden, worüber sie schweigen könnten.

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Überall dieser Haß, diese Gewalt. Zu meinem Glück wurde ich jetzt aufgeklärt. Noch nie gab es so wenig Gewalt auf der Erde. Mein subjektives Empfinden würde mich da sehr trügen. Der seriös wirkende Herr im Fernsehen meint das allen Ernstes. Ich denke, wieder so einer, der mir seine Version einer Statistik präsentiert. Aber dann schaue ich einmal auf mein Leben und versuche mich zu erinnern, wann ich selbst das letzte Mal Gewalt erlebte. Während ich nachdenke, steigt der Haß auf meinen älteren Bruder wieder hoch, der in Kindertagen mit dem Luftgewehr auf mich schoß.

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Wenn ich durch mein Städtchen laufe, blicke ich neugierig in die Vorgärten. Meist sehe ich eine Mischung aus kleinbürgerlicher Spießigkeit und künstlerischer Kreativität. Und dann komme ich nach Hause und sehe eine kleine, extrem verwahrloste Rasenfläche. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was Menschen über die Menschen denken, die es wagen, nicht die mindeste Mühe für ihren Vorgarten aufzuwenden.

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Was soll man denken, wenn man das Grab seiner Eltern besucht und zwei Gießkannen Wasser darüber ausschüttet? Mir fällt dann jedes Mal ein, was mein kleiner Neffe sagte: "Pass auf, sonst werden Opas Füße naß!" Offensichtlich war dem Kleinen klar, das Leben geht weiter. Also kann man auch ein wenig reden, mit den Eltern. Über dies und das. "Ja, Mutter, mir geht es gut. Mach Dir keine Sorgen. Das ist nicht gut für Dein schwaches Herz, an dem Du seiner Zeit gestorben bist. Es war der 5.5.2005, der Himmelfahrtstag, als mich meine neue Freundin das erste Mal besuchte und Du das Gulasch auf dem Herd stehen hattest…"

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Es ist doch herrlich, welch verrückten Geschichten das Leben schreibt. Ich stehe im Bad. Duschen, rasieren, die Vorfreude groß. Plötzlich ein sehr lautes Martinshorn, lautes Rufen. Ich sehe aus dem Fenster im ersten Stock. Unten laufen Sanitäter ins Haus. Es hilft nichts mehr, die Mutter ist tot. Ich schreibe eine SMS an die Freundin, die gerade ins Auto gestiegen ist, um das erste Mal zu mir zu fahren. Sie will trotzdem kommen, gottseidank. An diesem Tag erlebe ich die Liebe und den Tod gleichzeitig und hautnah.

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Nach zehn Jahren ist die Geschichte zu Ende. Keine Freundin mehr, die trotz extremer Umstände zu mir fahren will. Mehr als 300 km einfache Fahrt, das hält auch niemand aus. Ihre Eltern brauchen noch kein Gießwasser, werden immer älter. Und ein Enkel kommt nach. Blut ist dicker als Wasser. Liebe ist, wenn man das versteht, obwohl es weh tut. Ja, es ist herrlich, wenn das Leben verrückte Geschichten schreibt. Wie war nochmal die Adresse dieser Single-Börse…?
21.7.16 11:35
 
Letzte Einträge: Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-), Ein Strand - ein Paradies! , Einladung!, Das Leben geht weiter!


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