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Frankenstein!

Noch scheint die Sonne. Meine Absicht ist es, die Silhouette der Stadt bei Dunkelheit zu fotografieren. "Goldene Stunde", "Blaue Stunde"... auch die Tageszeit spielt eine wichtige Rolle bei der Planung eines gelungenen Fotos.

Meine Erfahrungen, wie es am Besten hinzubekommen ist, auch nachts gute Fotos zu machen, sind gleich null. Eines ist klar: Ein Stativ und lange Belichtungszeiten sind nötig. Mein Stativ taugt nicht viel. Es ist zu leicht. Trotz Windstille werden die Fotos am Ende leicht "verwackelt" sein. Von 38 Aufnahmen landen 37 im Papierkorb.

Deshalb erzähle ich lieber von der Dunkelheit, draußen vor der Stadt. Meine gestrickten Handschuhe sind an den Fingerspitzen offen. Mit Kamera und Stativ komme ich gut klar, auch wenn ich nichts sehe. Es ist eine außergewöhnliche Situation. Die Dämmerung ist schnell überwunden und dann wird es richtig dunkel. Zwar sehe ich die Lichter der Stadt, das rote Blinklicht der Windräder, aber meine Schuhe kann ich schon nicht mehr erkennen. Und es wird kalt, zumindest an den Fingerspitzen.

Immer der gleiche Vorgang. Ich blicke durch den Sucher, versuche so gut als möglich "scharf zu stellen", drücke auf den Auslöser und habe dann zwei Sekunden Zeit, die Finger von der Kamera zu nehmen. Dann löst die Kamera aus und es dauert etwa 15 Sekunden, bis das Foto fertig ist. In dieser Zeit des Wartens kann ich mir über alles Mögliche Gedanken machen.

Einmal nähert sich ein sehr helles Licht. Es ist nur ein einzelner Scheinwerfer, also kein Auto. Ich stehe unmittelbar neben einem betonierten Feldweg im Acker und blicke mit zusammengekniffenen Augen in den hellen Strahler. Das Licht verharrt kurz, als es mich erkennt, dann bewegt es sich weiter. Erst als er an mir vorrüber ist, erkenne ich einen Fahrradfahrer, der wohl überrascht war, mich da im Acker bei völliger Dunkelheit stehen zu sehen.

Ein "Angsthase" sollte man nicht gerade sein, wenn man nachts auf Foto-Tour geht. Gerade jetzt im Herbst sind ständig Geräusche zu hören. Fallende Blätter, brechende Zweige usw. Besonders interessant klingt es, wenn eine Kastanie, sich aus der Schale lösend, durch die Baumkrone fällt, dabei Blätter und Zweige touchiert, klackernd über den Betonweg hüpft, um dann im Gras zum Liegen zu kommen. Wer da zuviel Phantasie entwickelt, fühlt sich schon in die Wade gebissen, oder gar noch schlimmer... ;-)

Ich bin allerdings sicher, daß die meisten Tiere und Menschen vor mir mehr Angst haben, als ich vor ihnen. Eine lebendige Natur ist seit Kindertagen für mich "Realität". So ist es eher die "Totenstille", die mich nervös macht. Aber nun packe ich zusammen, denn wie gesagt, das "Ergebnis" meines nächtlichen Tuns überzeugt mich nicht. Nach den ersten Schritten in der Dunkelheit kommt mir ein Auto entgegen. Es fährt sehr langsam, doch mit Hilfe der Scheinwerfer kann ich gut sehen.

Vor den Scheinwerfern erkenne ich einen kleinen Hund. Der versucht das, was man als "Bellen" bezeichnen könnte, wenn es nicht so mickrig hüstelnd daherkommen würde. Als er direkt vor mir steht, spreche ich den Hund an. Im Auto erkenne ich niemanden, alles stockfinster, aber ich sage "Hallo". Eine weibliche Stimme antwortet mir. Ich denke, das darf doch nicht wahr sein! Diese Dame führt ihren kleinen Möchtegern-Hund mit dem Auto "gassi". Und dann wird mir klar... nachts und draußen, das ist eben doch nicht jedermanns Sache.

Mir fällt ein "Stein" vom Herzen, daß ich ein "Franke" bin... ;-)
4.11.16 22:21
 
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