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Ein vergessener Skizzen-Block!

Endlich gibt es mal wieder eine Sensation auf dem Kunstmarkt! Gestern, am Mittwoch, erschien zeitgleich in Deutschland, USA, Japan, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien ein bisher größtenteils unbekannt gebliebenes "Skizzenbuch" des großen Meisters Vincent van Gogh. Ein französicher Verlag bringt es heraus und er vertraut darauf - die Skizzen sind "echt."

Van Gogh ist siebenunddreißig Jahre jung. Er steht in der Blüte seines Lebens... so hätte es sein können. Aber van Goghs letzter Zug fuhr bereits ab. Sein ganz persönlicher TGV war im Begriff, ihn auf ewig abzuholen. Mit einer Kugel in der Brust, die er sich selbst hineingeschossen hatte, blieben ihm noch zwei Tage. Ob er noch Skizzen malte? Das ist nicht anzunehmen. Aber die Tage davor sahen ihn arbeiten wie einen Berserker. Neue Bilder gab es täglich... ein Rasender, ein Irrer, vielleicht ein Genie.

Die ernsthafte Dame mit dem unaussprechlichen Namen, Bogomila Welsh-Ovcharov, ist überzeugt, sie hätte die Kompetenz, die Echtheit der Skizzen zu bestätigen. Sie ist eine Professorin und ihr Spezialgebiet - wie kann es anders sein - Vincent van Gogh. Doch die Experten im Amsterdamer Van-Gogh-Museum lächeln nur und meinen mit Kennerblick, die Skizzen sind nicht vom Meister selbst. Erkennbar wäre dies an der Farbe der Tinte und an topografischen Fehlern. So steht ein Haus an einer bestimmten Brücke auf der falschen Seite und eine Tinte mit der Farbe, die für die Skizzen verwendet wurde, hat van Gogh nicht besessen.

So ist das... die größten Experten streiten sich. Aber da die eine Seite vor allem daran interessiert ist, ihr Buch zu verkaufen, wird diese Seite vielleicht nicht ganz so intensiv recherchiert und geprüft haben. Das Kunstfälscher-Pärchen Helene und Wolfgang Beltracchi konnte 30 Jahre in Saus und Braus leben, weil beflissene Kunstexperten eine Menge Bilder als Originale früher Expressionisten erkannten, bei denen die Farbe kaum getrocknet war. Der Mensch erkennt, was er erkennen will und auch die selbstgefällige Professorin wirkt ein wenig einäugig.

Heute gilt van Gogh als einer der Begründer der "modernen Malerei". Was war er zu seiner Zeit? Wenn ich etwas lernte, in meiner Betrachtung historischer Ereignisse, so das Eine: Frühere Ereignisse sind nur dann richtig zu verstehen, wenn der damals herrschende "Zeitgeist" klar vor Augen liegt. Van Gogh wurde im Nachhinein zu dem gemacht, was er heute ist. Zu seiner Zeit war er so überflüssig wie ein Kropf. Vielleicht - so wird spekuliert - hat er nur deshalb einen Tötungsversuch unternommen, weil er glaubte, damit die Interessen seines Bruders zu befördern.

Es gibt natürlich viele Künstler, die erst nach ihrem Tod berühmt wurden. Meine Gefühle waren sehr "gemischt", als ich das erste Mal vor einem "echten van Gogh" stand. Ich mußte daran denken, wie es wohl war, als er in seinen letzten siebzig Tagen 140 Bilder und Zeichnungen herstellte. Was trieb ihn an? Die Verzweiflung? Das letzte Aufbäumen eines sterbenden Körpers? Auch das hektische Malen und Zeichnen kann "große" Kunst sein, kann...!

Schillers Geist zwang seinen Körper zum Weiterleben, weil er noch kreativ sein wollte. Van Gogh hatte offenbar auch noch viel zu tun, aber er tötete seinen Körper. Der Maler war krank und vielleicht war sein Arzt ein Kurpfuscher. Jedenfalls war dieser Arzt ein Kunstsammler und besaß bereits Werke von Cezanne und Monet...
17.11.16 09:30
 
Letzte Einträge: Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-), Ein Strand - ein Paradies! , Einladung!, Das Leben geht weiter!


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