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Ein junger Wilder - Oskar Kokoschka!



Wir tauchen noch einmal ein, in diese Zeit des künstlerischen Aufbruchs und der weltlichen Katastrophen, in die Zeit des "Jugend-Stils", welche die Maler des "Expressionismus" schon in den Startlöchern sitzen sah. Einer dieser Maler war Oskar Kokoschka. Er lebte von 1886 bis 1980, erreichte also ein stolzes Alter, und dies, obwohl er im Ersten Weltkrieg einen Schuß in den Kopf und einen Stich in die Lunge erleiden mußte.

Solche Verletzungen zu überleben war natürlich nur möglich, wenn das "Glück" nicht gerade wegsah. Weniger Glück war dem jungen Kokoschka beschieden, als er sich einer verzehrenden Liebe zu einer älteren Dame hingab, die Künstler anzog wie Motten das Licht - Alma Mahler. Sie war die Witwe des großen Dirigenten Gustav Mahler und in ihrem Salon drängte sich das "Who´s who" der damaligen Zeit.

Von all den vielen Bewerbern - auch der damals schon bekannte Maler Gustav Klimt näherte sich der viel jüngeren Alma und wurde vom Vater abgewiesen - schaffte es Oskar Kokoschka zumindest eine gewisse Zeit, ihr Liebhaber zu sein. Nächtelang wachte er eifersüchtig unter dem Schlafzimmerfenster Almas, um einen möglichen "Nebenbuhler" auf frischer Tat zu ertappen. Diese Eifersucht war wohl nicht ganz grundlos, denn zu dieser Zeit kannte Alma Mahler schon Walter Gropius, den Gründer des "Bauhaus", den sie später auch heiratete.

Kokoschka malte wild drauf los, und der "Gegenstand" seiner Malerei war vor allem seine Geliebte. Der bekennende Kunstfeind Adolf Hitler nannte Kokoschka in den 30er Jahren "den Entartetsten aller Entarteten". Hätte Hitler in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, als er sich in Wien vergeblich um die Aufnahme an der Kunstschule bewarb, einmal im Salon Alma Mahlers vorbei geschaut, hätte er dem "Entarteten" vielleicht bei der Arbeit zusehen dürfen.

Wer sich für diese Zeit ebenso interessiert wie ich, dem empfehle ich das Buch "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts", von Florian Illies. Der hat sich um all die kleinen Details gekümmert, die einen lebendigen Eindruck der damaligen "Zustände" vermitteln. Eine zweite Empfehlung gilt dem Buch "Witwe im Wahn" - Das Leben der Alma-Mahler-Werfel, von Oliver Hilmes. Dieses Buch sollten aber keinesfalls Menschen in die Hand nehmen, die der Meinung sind, Frauen wären für "Heim und Herd" zuständig, was damals noch die gängige Meinung war. ;-)

Ja, das ist für mich das Faszinierende... die Herren sahen alle sehr seriös aus, mit Anzug und Weste, unterschieden sich äußerlich durch nichts vom Normalbürger. Aber es waren wirkliche "Spinner", Revolutionäre. Man wollte die Regeln ändern, nicht nur in der Malerei, und gerade Kokoschka malte sich und seine Alma auf eine Art und Weise, die auch einen wirklichen Kunstfreund zweifeln lassen konnte. Kandinsky wollte keine "Gegenstände" mehr, nur noch Farbe und Linien, und die Dadaisten, wenig später, erkannten gar keine Regeln mehr an.

Doch, und jetzt wendet sich das Blatt wieder, der "wilde" Kokoschka wurde, 33jährig, Professor an der Kunstakademie in Dresden. Er hatte den Krieg und Alma Mahler "überlebt". Seine ehemalige Geliebte war zu dieser Zeit im Begriff, sich von Walter Gropius scheiden zu lassen. Sie hatte den jungen, hoffnungsvollen Schriftsteller Franz Werfel kennen und lieben gelernt, den sie nach der Scheidung von Gropius auch heiratete.

Kokoschka stellte in Paris und Wien seine Bilder aus. Als die Nazis an die Macht kamen, floh er in die Tschechei und dann nach England. Während des Krieges heiratete er in einem englischen Luftschutzbunker und malte immer weiter. Während dessen wurden in Deutschland über 400 seiner Bilder beschlagnahmt und teilweise zerstört. Kokoschka war derart produktiv, daß er nicht in "Materialnot" kam und weiterhin "ausstellen" konnte.

Er reiste viel, sammelte Kunst und schaffte es in Deutschland sogar auf eine 80-Pfennig-Briefmarke. Sein Heimatland Österreich prägte - ihm zu Ehren - eine 500-Schilling-Gedenkmünze. Sehr viel Anerkennung also für einen "jungen Wilden", der einmal als der "Entartetste aller Entarteten" galt. ;-)
25.1.17 09:17
 
Letzte Einträge: Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-), Ein Strand - ein Paradies! , Einladung!, Das Leben geht weiter!


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (25.1.17 13:39)
Auch heute wieder eine interessante Zeitreise und man begegnet großen Persönlichkeiten.
Schade, um die Werke, die zu jener als sogenannte „Entartete Kunst“ leider vernichtet wurden.
Ausgerechnet Adolf Hitler nannte Kokoschka "den Entartetsten aller Entarteten".
Allein der Gedanke zu welchen Taten gerade dieser Entartete fähig war...
Und diesmal gibt es keine Gänsefüßchen für diese Bezeichnung.
Nein, ein Kokoschka ist es wohl nicht, das Bild, das Du uns heute präsentierst : ), ich denke, es ist eines Deiner Werke und soll eine Art Bilderrätsel sein. Also, ich habe keine Idee und bin gespannt auf die Auflösung
LG und einen schönen Tag :D


Indianwinter (25.1.17 13:42)
PS.
In der dritten Zeile musst Du noch das Wort „Zeit“ hinter dem Wort „jener“ einfügen, es hatte sich davon gemacht...


Indianwinter (25.1.17 16:33)
Hallo,
hier nochmal der Anfang...

Auch heute wieder eine interessante Zeitreise und man begegnet großen Persönlichkeiten.
Schade, um die Werke, die zu jener "Zeit„als sogenannte „Entartete Kunst“ leider vernichtet wurden.

Na gut, ich sehe, es müsste nicht unbedingt sein, war aber eigentlich so vorgesehen.
Wieder ein Beispiel dafür, dass es verschiedene Blickwinkel gibt, ich hab erst jetzt gemerkt, dass man es weglassen kann : )
LG

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