Fotos, Poesie, Prosa
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   
    pally66

   
    indianwinter

   
    marie-adel-verpflichtet

    lebenslabyrinth
   
    mirco-reisen

    - mehr Freunde

http://myblog.de/padernosder

Gratis bloggen bei
myblog.de





Von einem der auszog - seinen Weg zu gehen!

Als Paulchen Meier achtzehn Jahre alt wurde, zog er von Zuhause aus. Er wollte sich von seinen Eltern keine Vorschriften mehr machen lassen und von nun an nur noch tun, was er selbst für richtig hielt. Paulchen zog in eine schöne kleine Wohnung, feierte Parties und lernte Julchen kennen. Er verliebte sich bis über beide Ohren und las Julchen alle Wünsche von den Augen ab. Er trank zum Frühstück sogar Tee mit Milch.

Julchen hatte viel Phantasie und sprach mit Paulchen immer öfter darüber, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Manchmal war Paulchen noch mit seinen Freunden zusammen, aber die gemeinsamen Unternehmungen und Interessen wurden immer weniger. Plötzlich war Julchen schwanger und Paulchen wurde ein stolzer Vater. Er kümmerte sich liebevoll um seine Familie und war überzeugt, er lebe genau das Leben, welches er schon immer leben wollte.

Paulchens Freunde waren anderer Meinung. Noch bei der Einweihungsfeier der neuen Wohnung sprachen sie davon, die Welt unsicher machen zu wollen und Paulchen war ihr wortreicher Anführer. Paulchen stürzte sich in die Arbeit. Er wollte für seine Familie sorgen, denn sowohl Julchen als auch der Nachwuchs stellten ihre Ansprüche und manchmal wußte Paulchen nicht mehr, wo ihm der Kopf stand.

Drei Jahre waren vergangen, seit Paulchen von Zuhause auszog. Er war fleißig gewesen und so bat ihn sein Arbeitgeber, für fünf Jahre nach China zu gehen. Dort würde seine Tatkraft beim Aufbau einer Niederlassung dringend gebraucht. Sein Gehalt würde verdreifacht, plus Zulagen. Sollte er das Angebot ausschlagen, würde sich der gemeinsame Weg nicht mehr fortsetzen lassen. Paulchen sprach mit Julchen. Julchen weinte und sagte, so ein Leben wolle sie nicht führen, denn Paulchen würde nur vier oder fünf mal im Jahr nach Hause kommen. Auch Paulchen war unglücklich.

Das erste Mal seit drei Jahren fragte er sich wieder, was er denn eigentlich wolle und er rief seinen besten Kumpel an, um mit ihm ein Bier trinken zu gehen. Dieser Kumpel hatte nicht vergessen, was Paulchen wollte und sagte es ihm. Da stellte Paulchen erstaunt fest, er war schon lange von "seinem Weg" abgekommen. Warum? Was war falsch gelaufen?



Nichts war falsch gelaufen. Paulchen ging seinen Weg. Aber es war eben ein anderer, als er ursprünglich einmal gedacht hatte. Wie hätte er auch wissen können, was auf ihn zukommt?

Paulchen ging nicht nach China. Er blieb bei seiner Familie. Ohne sie hätte er das China-Angebot angenommen. Aber das Wohl seiner Familie war letztlich das, was er wirklich wollte. Paulchen saß nun viel Zuhause. Eine neue, gutbezahlte Arbeitsstelle war nicht leicht zu finden. Und Julchen, die ihre Freunde und Freundinnen auch vernachlässigt hatte, ging abends des Öfteren alleine aus. Vor allem war sie mit ihrer ehemals "besten Freundin" zusammen, die sie daran erinnerte, was sie aus ihrem Leben machen wollte. Ein Kind, ja, aber erst mit dreißig und vorher das Leben genießen, Karriere machen.

Julchen und Paulchen redeten jetzt viel miteinander, vor allem, weil sie sich nicht mehr gut verstanden. Die endlosen Diskussionen endeten immer öfter im Streit. Eines Abends kam Julchen angeheitert nach Hause und erzählte lachend, einen neuen Freund zu haben. Paulchen verlor die Beherrschung und schlug zu. Zwei Tage später saß er wieder bei seinen Eltern auf dem Sofa und mußte sich deren Schweigen anhören. Er trank mit seinem Vater eine Menge Bier und wenn er nüchtern war, dachte er darüber nach, welchen Weg er nun gehen wolle. Seine Mutter sagte: "Kämpfe um Deine Familie!" Der Vater brummte: "Hol´Bier, Du Versager!"
23.2.17 23:22
 
Letzte Einträge: Ein italienischer Abend!, Schwarz-Weiß!, Der Tag der Künstler!, Collage - oder das gute alte Foto-Album! ;-), O sole mio!


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mirco / Website (24.2.17 08:24)
Hochinteressanter Eintrag! Diesen beschriebenen Fall habe ich schon so oft gehört, dass ich es nicht mehr hören kann.


Indianwinter (24.2.17 08:47)
Ja, da muss ich mich heute mal meinem Vorschreiber anschließen und was das Foto angeht,
manchmal (sehr selten), kann ich deine Bilder nur ganz wenig leiden...
LG, Indianwinter


padernosder (24.2.17 09:58)
das schmerzt mich natürlich sehr ;-)

...so etwas wie eine Erklärung für das Foto und die Geschichte: Ein "Frosch" ist ein "Angsthase", die Mumifizierung steht für "Erstarrung" und die Körperpose für "Nachdenken". Soll in etwa heißen: Wenn ein Angsthase nachdenkt, kann er leicht in Untätigkeit erstarren.

Das Paulchen in der Geschichte versucht alles richtig zu machen und deshalb hat er Angst davor, ein Risiko einzugehen. Weil er nicht mehr "beweglich, flexibel" ist, verliert er alles.


Indianwinter (24.2.17 13:43)
...sehr nachvollziehbar, Deine Gedankengänge, auch im Zusammenhang mit dem Foto.
Allerdings, wie Du Dir denken kannst, der ehemals wahrscheinlich süße kleine Frosch, besitzt mein vollstes Mitgefühl.
Hier in diesem Zustand erinnert er mich eher an Gunther von Hagens Körperwelten

LG, Indianwinter : )

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung