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Sie werden es nicht für möglich halten...



Von einem aberwitzigen Traum erwachend, blickte ich zum Nachttisch. 4.13 Uhr! Genau die Uhrzeit, die ich am Abend zuvor mühsam und umständlich auf meinem Reise-Wecker einstellte... Manfred besuchte mich mit einem Fahrzeug, welches zwar als Auto zu erkennen war, aber die rostige, lose aufliegende Metallplatte war eine sehr eigenwillige Dachkonstruktion. Lächelnd schob Manfred die schwere Metallplatte zur Seite und entstieg seinem Fahrzeug. Er war von allen meinen Freunden der zuverlässigste, naja, er war der einzige, den ich bitten konnte, mich zu nachtschlafender Zeit zum Flughafen zu fahren.

Mir war nicht klar, warum Manfred seine Familie mitbrachte. Dadurch war für mich und mein Gepäck kaum noch Platz. Ich machte gute Miene zum bösen Spiel, denn ich wollte all den freundlichen Gesichtern, die mich aus dem jetzt offenen Cabriolet anstrahlten, nicht die Laune verderben. Ob ich noch Zeit für einen Kaffee hätte, fragte ich Manfred und der nickte ruhig und bedächtig, so wie es seine Art war. Mein Freund Manfred würde nie einen Satz mit den Worten beginnen: "Du mußt..."

Ganz im Gegensatz zu meiner Ehefrau, die mir seit 40 Jahren mein Leben und meine Träume erklärt. "Du mußt sehr früh aufstehen", sagte sie mir noch gestern Abend am Telefon und: "Gib Deinem inneren Schweinehund keine Chance!" Mein "innerer Schweinehund" ist ein sehr gutmütiger Kerl. Er gleicht in seinem Charakter sehr meinem Freund Manfred. Hektische Betriebsamkeit kennt er nicht. Um ehrlich zu sein, auch ganz normale Betriebsamkeit kennt er nicht. Er kennt "ausschlafen" und "faulenzen", nicht aber "chillen", dafür ist er zu alt. Würde er dieses eigenartige Fremdwort kennen, wäre es sein Lieblingswort.

Manfred´s Familie wollte weder aussteigen noch Kaffee trinken. Nur keine Umstände machen, ja, so kannte und liebte ich diese braven Leute. Während ich meinen Kaffee trank, entfiel mir, wohin ich fliegen wollte. Manfred wußte es auch nicht. "Ruf´ Deine Frau an", riet er mir, "die weiß es bestimmt". Da wurde ich hellhörig. Woher wußte Manfred, daß meine Frau alles weiß? Hatte er sie näher kennengelernt? Doch so früh am Morgen wollte ich keinen Streit mit meinem Fahrer, wer weiß, wo das hinführt?

Da kam mir wieder dieser verrückte Traum in den Sinn. Er begann damit, daß ich mir am Abend den Wecker stellte. Einer wie ich stellt sich keinen Wecker. Einem wie mir ist die Zeit völlig egal. Manfred, der Vorausdenkende, fand mein Handy und meinte, ich solle gleich mal anrufen. Doch mein Handy hatte, was mich keineswegs überraschte, keinen "Saft" und je mehr ich nachdachte, desto trügerischer erschien mir meine 40jährige Ehe. Ich sah Manfred tief in die Augen und versuchte darin zu erkennen, ob ich träumte. Tatsächlich, da spiegelte sich mein Gesicht in seiner Pupille, mein Leben fand tatsächlich statt!

Nun war es an der Zeit, langsam in Panik zu verfallen. Noch beherrschte ich mich und so fragte ich Manfred, ganz nebenbei, was er denn hier mache? Der lachte mich an und sagte: "Alter, verarsche mich nicht, Du hast gesagt, wir können zwei Wochen bei Dir wohnen!" "Klar", sagte ich, "selbstverständlich könnt ihr zwei Wochen bei mir wohnen, aber was mache ich?" Nun zeigte sich ein unendliches Mitleid in Manfred´s Gesicht. Er nickte wieder bedächtig mit dem Kopf und meinte: "Deshalb hat mich Deine Frau gestern Abend noch angerufen, jetzt verstehe ich."

"Was, wie bitte?" Ich wurde immer konfuser. "Manfred, mein alter Freund, erzähle mir bitte jetzt die ganze Wahrheit!" "Es ist ganz einfach", begann Manfred, "während Du auf Reisen bist, wohne ich mit meiner Familie bei Dir." Ein unbeherrschtes, letztes, wildes Aufbäumen ließ mich hervorstoßen: "Spinnst Du!?" "Nein", sagte Manfred ganz ruhig, "aber bei Dir könnte man Selbiges vermuten. Seitdem Du an Deinem Blog arbeitest, hältst Du Dir eine Tier- und Pflanzenzucht, damit Du immer etwas zu fotografieren hast, wenn Dich Dein innerer Schweinehund wieder einmal daran hindert, hinaus in die Natur zu laufen, um dort nach dem Sinn des Lebens zu forschen."

Über alle Maßen erstaunt wagte ich nun das Äußerste: "Und was treibst Du mit meiner Frau?" Manfred klopfte mir mitfühlend auf die Schulter, schüttelte den Kopf und eröffnete mir, meine Frau sei vor 40 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. - Ich muß Manfred völlig blöde angeglotzt haben, jedenfalls ging er hinaus, setzte sich in sein Auto, schob die schwere, rostige Eisenplatte über die Köpfe seiner Familienmitglieder und tuckerte los. Ich brachte es nicht fertig, zum Abschied zu winken.

Als ich erwachte, hatte ich einen Freund, eine Ehefrau und eine Flugreise verloren... die Erleichterung war grenzenlos!
18.3.17 07:55
 
Letzte Einträge: Weitere Urlaubsgrüße! , Auf geht´s!, Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-)


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


eman (18.3.17 12:25)
...do-hoch, ICH halte es für möglich:
Das der Herr @padernosder einen (oder mehrere?) inneren Schweinehund hat, der sich gerne mal quer über Herrn @padernosders wecker legt und ihm dabei ins Ohr hechelt: "Schlaaaaf ruuuuhig eeeeiiiin, schlaaaaf schööööön duuuurch ...!"
Und wozu braucht man schon Ehefrauen, Freunde, Flüge ...wenn man so einen schönen inneren Schweinehund hat, nä?



Super Story!




Indianwinter (18.3.17 14:21)
...ich habe mich "abgerollt", die Geschichte ist Klasse, alleine, wenn ich die Bilder betrachte - ich habe etwas Angst

Dir ein schönes Restwochenende und was mich angeht, ich liebe das Wort chillen, seitdem es das gibt... : )

LG, Indianwinter :D


meine-stories (29.3.17 16:01)
Wie beruhigend, dass nicht nur ich so wirr träume und mich hinterher noch an jedes Detail erinnern kann ;-)

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