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Da ist was faul im Staate D...



Sicher hat der Eine oder Andere gestern Abend, ebenso wie ich, bei der ARD "Hart aber fair" gesehen. Es ging um Menschen, denen geholfen werden muß, die man versicherungstechnisch als "Pflegefall" bezeichnet. Drei von vier solcher Menschen werden "zuhause" betreut, von den eigenen Angehörigen. Vom letzten Viertel wird wiederum die Hälfte in privaten Pflegeheimen untergebracht.

Ich will hier nicht alle Argumente wiederholen, die in dieser Sendung auf den Tisch gebracht wurden. Und ich weiß, die "Pflege von hilflosen Menschen" ist kein interessantes Thema für junge, gesunde Menschen. Das sollte es auch nicht sein. Da ich aber am Ende des Jahres einen Rentenantrag stellen werde, darf ich einmal ein paar Gedanken zu diesem "heißen Eisen" äußern.

Wie es bei einer Fernseh-Diskussion üblich ist, werden Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Interessen-Gruppen eingeladen. Und natürlich darf ein Studio-Publikum nicht fehlen, welches meist dann den lautesten Beifall spendet, wenn jemand einfache, platte Wahrheiten "verkauft". Kein Wunder - denn das Publikum besteht aus "Laien".

Gestern war bei "Hart aber fair" eine Betroffene, eine Frau, die über viele Jahre zwei Angehörige betreute. Deren Aussagen stellten alle anderen Wortbeitrage "in den Schatten". An ihrem Beispiel wurde deutlich, welches "Riesen-Problem" zum Einen unsere "Gesellschaft" hat, und zum Anderen die pflegenden Familienangehörigen bekommen, wenn sie über Jahre im eigenen Heim ihre Angehörigen betreuen.

Eine 60-Stunden-Pflege-Woche läßt keinen Raum mehr für eine Erwerbs-Arbeit. Schließlich muß Hartz IV beantragt werden. Und dann gibt es nur eine kleine Rente für die Pflegenden, da Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung nicht mehr eingezahlt wurden. Anders gesagt: Jemand ruiniert seine eigene Gesundheit durch die Pflege anderer und wird dabei zum "Sozialfall". Wer sich also dafür entscheidet, Angehörigen selbst zu helfen, der erspart der Gemeinschaft zwar eine Menge Geld, wird aber von dieser Gemeinschaft im Stich gelassen, was sein eigenes Wohl und Wehe angeht.

Im Norden Europas gibt es Länder, die eine bessere Lösung für die "Pflege-Problematik" gefunden haben. Doch im reichsten europäischen Land, in dem es angeblich so vielen so gut geht, berauben wir die "edelsten" Menschen ihrer Würde, indem wir sie verarmen lassen und zu Bittstellern machen. Und an dieser Stelle muß ich dann doch über Geld reden. Es fehlt hinten und vorne. Trotz gesetzlicher Pflegeversicherung.

Es ist nur ein paar Tage her, da zeigte ebenfalls die "ARD" einen Bericht, wie sich skrupellose Verbrecher vom Finanzamt Steuerrückzahlungen in Millionenhöhe erschlichen, für angebliche Steuern, die nie bezahlt wurden. Es ist doch kein Wunder, wenn ich als unbedarfter Bürger denke, Geld wäre schon für alles da, nur es ist nicht dort, wo es hingehört! Sollte das nicht unsere erste Bürgerpflicht sein, dafür zu sorgen, daß wir als Gemeinschaft nicht verarscht werden und selber - als Gemeinschaft - nicht diejenigen im Regen stehen lassen, die unsere Solidarität bitter nötig haben?

13.6.17 11:01
 
Letzte Einträge: Weitere Urlaubsgrüße! , Auf geht´s!, Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-)


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (13.6.17 15:52)
Hallo,

ich habe die Sendung nicht gesehen und glücklicherweise hat es so etwas bisher in unserer Familie nicht gegeben.
Aber Du hast Recht, soweit ich weiß, haben unsere nordischen Nachbarn das weit besser geregelt, wie manches andere auch-
Schlimm, wenn man allein gelassen wird in diesen Situationen, da müsste wirklich Hilfe garantiert sein, in jeder Beziehung!

Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag, bis dann, LG, Indianwinter


Marie / Website (13.6.17 20:27)
Ich hab´s gestern leider nicht gesehen. Aber ich gebe Dir recht, die Pflegesituation in Deutschland ist als höchst kritisch anzusehen. Und meiner Einschätzung nach wird es auch eher schlimmer werden.
Hier im ländlichen Bereich ist es generell üblich, dass die Familienangehörigen das selbst irgendwie hinbekommen. Manchmal wird ein Pflegedienst mit hinzugenommen, der dann 1-2 mal täglich unterstützt. Und da muss schon aufgepasst werden, dass die Kosten nicht explodieren und das Pflegegeld der jeweiligen Pflegestufe ausreicht. Denn drauf zahlen möchte und kann hier kaum jemand. Vollstationäre Heimkosten sind so gut wie gar nicht tragbar.
In den Heimen hier findet man entweder wirklich gut situierte Menschen oder eben die ziemlich mittellosen, wo es keine Angehörigen mehr gibt und es somit die einzige Möglichkeit einer adäquaten Versorgung darstellt. Dann zahlt eben der Staat oder Steuerzahler wie auch immer.
Die Angehörigen, welche pflegen, betreuen etc. sind immer diejenigen, die es am härtesten trifft. Emotional, sozial und natürlich finanziell.

Das ganze Pflegekonzept ist fragwürdig und müsste gründlich vollsaniert werden. Ich glaube aber kaum, dass so etwas auch nur annähernd geplant ist.

Die Wahlkonzepte und Wahlversprechen der einzelnen Parteien habe ich länger nicht verfolgt und ehrlich gesagt, es ist mir zwar nicht egal, aber irgendwie ist das doch eh alles Humbug. ;-)

Ich selbst bin schon mit meiner Krankenversicherung überfordert. Da blick ich auch nicht so ganz durch oder sagen wir es so, ich werde immer wieder auf´s neue überrascht. ;-)

Einen schönen Abend, bis dahin, Marie ;-)


pally (13.6.17 21:19)
Hallo, auch ich habe den Bericht nicht gesehen, weil es mich manchmal schon nicht mehr interessiert, was da alles so erzählt wird. Meistens haben die Leute, die Pflege oder Armut nicht ansatzweise erfahren haben, immer die b e s t e n Argumente oder Ratschläge!!! Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, jemanden zu pflegen, zwar nicht rund um die Uhr aber mehr als einmal in der Woche. Daher würde ich mir schon wünschen, dass es mehr professionelle Kräfte gäbe, die auch ordentlich bezahlt werden . Geld ist doch da, es muss nur richtig verteilt werden! Schönen Abend, pally

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