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Woran glaubst Du? - ARD-Themenwoche!



Für mich ist es immer wieder ein herzerfrischender Genuß, intelligente Satire im Fernsehen zu sehen. Gestern abend war es mal wieder soweit. Beim ARD-Sender "one" lief Dieter Nuhrs Beitrag zur Themenwoche der ARD: "Woran glaubst Du?"

Wo soll ich bei so einem Satire-Programm "einsteigen"? Natürlich, bei Adam und Eva. Damit bin ich auf der "sicheren Seite". Noch kann mich kein besorgter Muslime beschimpfen, weil er einfach keine Satire versteht. ;-)

Es ist ja ein uraltes Thema: Wie geht ein Christ mit der biblischen Schöpfungsgeschichte um? Wie kann er es mit seinem Glauben vereinbaren, daß diese "Schöpfungsgeschichte" eben nicht mehr sein kann als eine - meinetwegen gut erzählte - "Geschichte"?

Erinnern wir uns. Da ist ein Gott, von dem wir glauben, daß er "perfekt" sei. Deshalb ist er "Gott", weil er alles weiß und alles kann. Und dann passiert ihm soetwas! Die ersten beiden Menschen gelingen ihm nicht, sie sind keine perfekten Wesen und er verbannt sie aus dem Paradies. Der Nachwuchs der beiden erschlägt sich gegenseitig... oh je. Nein, der Mensch ist Gott wirklich nicht gelungen. Oder wollte er tatsächlich Lügner und Mörder erschaffen? Irgendwo in der Bibel steht doch, er erschuf den Menschen nach seinem Bilde!? Und dann, endlich, flutet Gott die Erde um sein mißlungenes Werk ungeschehen zu machen.

Also Dieter Nuhr hat vollkommen recht. Soetwas kann man nicht "glauben". Das ist eben "nur" eine Geschichte. Aber das wirklich Interessante ist, was wir "aufgeklärten" Menschen sonst noch alles "glauben". Zum Teil völlig absurde Dinge, von denen wir genau wissen, daß sie nicht stimmen können. Jeder Mensch hat das Recht, zu glauben, was er will. Damit ist dem Unsinn Tür und Tor geöffnet...

Ich glaube daran, daß Elvis noch lebt. Ich glaube daran, daß meine Katze im Himmel auf mich wartet. Ich glaube daran, daß Zuckerkügelchen wie Medizin wirken. Ich glaube daran, daß ich der wichtigste Mensch im Universum bin. Ich glaube daran, daß ich morgen ein anderer Mensch sein kann undsoweiter, undsoweiter...

Warum nicht ein wenig Unsinn machen? Ist doch schön! Aber es gibt auch eine Menge Menschen auf dieser Erde, die verstehen keinen Spaß, und die mögen auch keine Meinungsfreiheit. Wenn die Welt des "freien Geistes" auf die Welt der "feststehenden Wahrheiten" trifft, dann entsteht nichts Gutes dabei. Religiösen Haß und Kriege gibt es vor allem dort, wo Muslime das Sagen haben. Glaubensfreiheit geht nur, wenn Toleranz vorausgesetzt wird, logisch. Wer aber meint, er besäße aufgrund seines Glaubens das Recht, "Andersgläubige" als minderwertige Wesen anzusehen, der muß uns Deutsche doch stark an jenen Verbrecher erinnern, der von minderwertigen Rassen sprach.

In Saudi-Arabien möchte ich nicht leben. Dort gibt es keine Satire-Sendungen im Fernsehen und die sehe ich einfach am Liebsten, neben den Live-Sportübertragungen natürlich. ;-) Mir fällt jetzt auch kein bekannter Sportler aus Saudi-Arabien ein. Es ist mir eine völlig fremde Welt. Nur daß im Süden der arabischen Halbinsel Krieg herrscht - das weiß ich.

Und abschließend noch ein Gedanke. Bei uns wurde schon viel über die Bekleidung muslimischer Frauen gesprochen. Dabei wird von Muslimen auch gerne mal auf die "Dekadenz der westlichen Welt" hingewiesen. Nun frage ich mich, wie würde die "muslimische Welt" aussehen, wenn diese noch nie einen Tropfen Öl an die Industrienationen der "westlichen Welt" verkauft hätte? Dann würden die islamischen Fundamentalisten so leben können, wie sie es offenbar wollen. Ohne modernen Schnickschnack, ohne westliche Autos und Mobiltelefone, ohne die Beleidigungen ihres Religionsstifters durch Cartoonisten.

Ich war sehr beeindruckt, als ich in Geschichtsbüchern davon las, Friedrich II., der deutsche Kaiser, hätte in Italien gelebt und an seinem "Hof" waren auch die Gelehrten aus dem Orient ständige Gäste (13. Jahrhundert). Das war eine relativ friedliche Welt der gegenseitigen, "geistigen Befruchtung". Auch die maurischen Besatzer der iberischen Halbinsel (von 711 bis 1492) waren den Einheimischen kulturell eher überlegen. Die Alhambra kennt und bewundert man heute noch.

Wo ist diese muslimische Welt der gehobenen Kultur heute anzutreffen? In welchem muslimischen Land gibt es Universitäten, die Studenten aus aller Welt anziehen? Ich höre immer nur von dieser Engstirnigkeit, auf einem absoluten Glaubensverständnis beruhend, die ein friedliches Miteinander verhindert oder schwer macht. Und ein solch intolerantes Glaubensverständnis gibt es nur in Ländern, in denen der Islam die Staatsreligion ist.

17.6.17 08:07
 
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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (17.6.17 13:57)
...habe ich auch gesehen, gestern. Satire und Kabarett-für mich die beste und intelligenteste Form der Unterhaltung.

Was soll ich sagen, so ist das mit dem Glauben.
Ich habe als Kind die Bibel fast ganz durchgelesen und fand das alles richtig spannend. Wahrscheinlich habe ich es auch im Großen und Ganzen geglaubt, naja, Kind halt.

Heute sehe ich natürlich auch alles anders und mein „Glaube“ stützt sich eher auf Erlebnisse, bzw. Erkenntnisse, die ich gewonnen habe und das beinhaltet eigentlich, dass Dinge für mich bis zu einem bestimmten Punkt zu Wissen geworden sind. Mir hat das viele Ängste genommen, die ich früher hatte und das genügt mir.
Ich muss da niemanden überzeugen wollen, das ging sowieso nicht...

Im Übrigen hast Du wieder alles sehr gut beleuchtet und man kann Dir und Dieter Nuhr, "nur" : ) zustimmen.

Ein schönes Wochenende für Dich, bis dann,LG, Indianwinter


Marie / Website (17.6.17 20:42)
Also erstmal, Dieter Nuhr ist Klasse. Dieser Humor und diese Satire decken sich absolut mit meiner eigenen. Ich habe ihn schon live erleben dürfen. Einfach genial.

In Deinem Hinterfragen und selbst analysieren, kann ich Dich nur unterstützen. Das Meiste sehe und bewerte ich ebenso.

Religiöser Fanatismus ist ein großes Übel, egal in welche Richtung es geht.

Ich kenne den Islam recht gut, auch den Koran, sowei das Christen- und Judentum, selbstverständlich die Bibel. ;-) Ich war auf einer katholischen Mädchenschule, als Protestantin, ich glaube mehr muss ich dazu nicht erzählen.

Die verinnerlichsten Werte einer jeden Religion oder Kultur liegen meistens ganz tief in den Wurzeln eines Menschen. Und genau diese Wurzeln lassen sich im Grundsätzlichen niemals ändern.

Da ich ja gerade mit meiner "Afrika-Zeit" ausgiebig beschäftigt bin, fällt mir ein typisches afrikanisches Sprichwort ein, welches ich dort ganz oft gehört hatte.

"Du kannst einen Schwarzen (sorry, ist nicht böse gemeint, sagen die selbst so) aus dem Busch holen, aber den Busch nicht aus dem Schwarzen."

Und genau diese Bedeutung trifft auch auf die Religionen zu.

Religiöse Kriege und alles drum herum gab es doch schon seit Jahrhunderten.
Letztendlich ist die Geschichte Jesu auch nichts anderes. Eine Fantasie, kein Irrglaube oder authentische Wahrheit?? Ich weiß es jedenfalls nicht.

Adam und Eva, ja wer daran glaubt, puhh, schwierig. Dann würde ich mal behaupten, sind wir alle verwandt. Wo ich dann wieder bei der Inzest wäre. ;-)

Diese Welt ist ein Irrenhaus und ich glaube nicht, dass wir da irgendwie unbeschadet rauskommen.

Und es kommt ja nicht von ungefähr, dass die ganzen Teleskope, welche nach intelligenten Leben suchen, von der Erde weggerichtet sind. ;-))

Bis dahin, warten wir auf E.T. , Marie

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