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Leben oder Tod - wie ging es weiter...?

Selbstverständlich mußte ich etwas tun! Wer sich als "Libellen-Fan" outet, kann seine Lieblinge nicht im Stich lassen, sofern er in der Lage ist, ihnen zu helfen. Also versuchte ich es mit einem Grashalm, welchen ich dem Granataugen-Männchen vor die roten Augen hielt. Sofort griff es zu. Dann zog ich den Grashalm vorsichtig zu mir her und spürte die Kraft dieser kleinen Libelle. Doch die Spannung wurde zu groß. Beim zweiten Versuch klappte es besser. Das Libellen-Männchen, welches nur mit zwei Flügeln am Spinnfaden klebte, bekam seine Flügel frei, ohne das sie beschädigt wurden.

Jetzt war es auch kein Problem mehr, das Weibchen zu befreien. Ich wunderte mich noch, wie klug diese Tierchen sind. Das Granataugen-Männchen hat den Grashalm genau so lange festgehalten, bis beide Libellen frei waren. Danach flog es mit seiner Partnerin im Schlepptau auf und davon.

Libellen sind für mich das "Highlight" in der Insektenwelt! Nicht nur, weil sie sehr farbenprächtig sein können, nicht nur, weil sie vier Flügel haben und deshalb über eine sehr "eigenwillige Rückenpartie" verfügen - sie sind auch in ihrem Verhalten mit keinem anderen Wesen vergleichbar. So liege ich z.B. vor einer Libelle und ich sehe durch die Kamera genau, wie sie mich beobachtet. Doch dann fliegt sie kurz weg und sitzt ein paar Augenblicke später wieder genau auf der Stelle, von der sie hochflog. Mit dem kleinen Unterschied - jetzt hat sie ein anderes Insekt im Maul.

Im Umgang mit den Libellen machte ich also schon einige Erfahrungen, die mir dabei halfen, schöne Fotos zu bekommen. Wenn ich mich vorsichtig nähere, das heißt vor allem, beim ersten Kontakt die Distanz zu wahren, dann können Libellen sehr zutraulich werden. Aber "Nähe-herstellen-wollen", das muß von der Libelle ausgehen. So sitzt ein Blaupfeil schon mal auf der gleichen Bank wie ich. Während ich meine Zigarette rauche beobachte ich die Libelle aus dem Augenwinkel. Sie fliegt auf und beim nächsten Mal landet sie schon ein wenig näher bei mir. Nachdem sie ein drittes Mal aufflog und wiederkam, werde ich "aktiv".

Nach dem nächsten "Abbflug" nehme ich die Kamera vor das Gesicht. Dabei schaue ich aber über die Kamera hinaus um zu sehen, wo die Libelle landet. Sitzt sie dann wieder neben mir auf der Bank, gehe ich mit der Kamera langsam auf sie zu. Wenn sie "erstarrt", ist Vorsicht geboten. Bewegt sie den Kopf und putzt sich über die Augen, kann ich näher ran.

Beim nächsten Foto stand ich ursprünglich etwa einen Meter entfernt. Als ich auf den Auslöser drückte, "hing" der Blaupfeil senkrecht an der Rückenlehne unserer gemeinsamen Holzbank und meine Kamera blickte - aus 15 cm Entfernung - direkt von oben auf ihn herab. Für mich persönlich ein sehr schönes Foto - Vertrauen gegen Vertrauen - ein offener Blick in die Augen eines Freundes! Dieses Gefühl, daß mir Insekten "vertrauen", empfinde ich nur bei Libellen!



Es gibt die Meinung, die Blauflügel-Prachtlibelle wäre die schönste unter den Libellen. Diese Meinung teile ich nicht. Das liegt vor allem daran, weil für mich "Kleinlibellen" einfach nicht so beeindruckend sind wie "Großlibellen". Dennoch gelang mir ein "sehenswertes" Foto von einem Weibchen der "Gebänderten Prachtlibelle".



Gerade von Kleinlibellen zeige ich immer wieder gerne eine Großaufnahme des Kopfes. Libellen sind eben auch kleine Monster... ;-)



Doch heute will ich ganz bewußt auch andere Insekten zeigen. Denn meine Zuneigung gilt natürlich der ganzen Natur, der Vielfalt des Lebens. Hier ein Dickkopf-Falter auf einer aufspringenden Distelblüte. Auch ein Rüsselkäfer hat das frische Violett schon entdeckt.



Als ich auf die "Große Königslibelle" wartete, summte es direkt vor meiner Nase. Das Foto - Biene auf weißem Klee - hat einen leicht "impressionistischen" Anflug. Aber der Kenner weiß, die Schönheit liegt nicht immer nur in "rattenscharfen" Konturen. ;-)



Natürlich wird es auch diesmal eine "Fortsetzung" geben. Doch meine Vorankündigung von "spektakulären Fotos" will ich hiermit erst einmal als "erfüllt" ansehen. ;-)
12.7.17 09:59
 
Letzte Einträge: Blauer Natternkopf!, Dichtung und Wahrheit!, Zwei Spatzen pfeifen es vom Dach...!, Fotos vom Feinsten - demnächst!, Es fing alles ganz harmlos an...


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


pally (12.7.17 10:55)
Hallo, auch ich finde, dass Insekten faszinierende Tiere sind. Aber wie bereits schon mal erwähnt, die Geduld u. Ausdauer, sie so wie Du zu beobachten, um dann im richtigen Augenblick auf den Auslöser zu drücken, hätte ich nicht. Außer Mücken kommen mir diese anderen Tierchen auch nicht so nah. Bei Vierbeinern u. Federvieh sieht die Sache schon anders aus. Da sind die Annäherungsversuche einfacher. - Aber Deine Fotos sind wieder mal fantastisch. Schönen Tag noch mit hoffentlich vielen interessanten Begegnungen. Ich werde mir indessen wieder mal einen traurigschönen Text einfallen lassen. pally


Indianwinter (12.7.17 14:51)
...erleichtert nehme ich zur Kenntnis-die Liebe hat gesiegt-dank Deiner Hilfe

Ich glaube, selbst Insekten, wie eben auch die Libellen, merken ganz einfach, dass man sie mag und ihnen nichts Böses will.
In diesem Fall bist Du es und darum haben sie auch das Vertrauen und Du kommst so zu Deinen ersehnten Fotos.
Es sind beeindruckende Tierchen, die Flügel allerdings sind für mich immer wieder das Faszinierendste

Sehr schön auch die anderen Aufnahmen, besonders Schmetterlinge sind immer wieder ein Highlight.

Ich hoffe, bei Dir gibt es besseres Wetter, hier regnet es schon den ganzen Tag in Strömen,
bis dann, LG, Indianwinter


Marie / Website (12.7.17 20:39)
Puh, zum Glück ist die Sache gut ausgegangen. Kein jähes Ende wie bei Romeo und Julia. ;-)

Ich hätte auch geholfen! Auf jeden Fall gut, dass die Flügel nicht beschädigt wurden und die zwei munter weiterfliegen konnten.

Eigentlich schon fast ein bisschen fantastisch, dass Libellen eine Vertrauensbasis entwickeln, dabei wird ja Insekten im allgemeinen doch eher eine niedere Intelligenz zugedacht. Aber schon irgendwie schön.

Wie ich schon so oft gesagt habe, die Natur ist das beste und wirksamste Beruhigungsmittel, wenn es gelingt die Eindrücke und Gefühle zuzulassen. Es gibt nix besseres. Jede Zeit hat etwas besonderes, jede Tierart und selbst jedes Insekt. Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen. Manche Dinge sind nicht so schön, aber gehören eben zur Natürlichkeit dazu.

Die Bilder sind einfach wieder perfekt! Ich bin ehrlich, so detailliert habe ich bisher noch nie eine Libelle betrachten können, wie nun seit einiger Zeit auf Deinen phänomenalen Bildern. Und es ist einfach schön, immer mal wieder etwas Neues zu sehen und zu entdecken.

Ich mag die Biene, die war ja wohl schon eine ganze Weile sehr emsig. Auch wenn es sicherlich ein wenig paradox ist, habe ich neulich eine Hummel gestreichelt Die saß in der Wiese und die Verlockung war einfach zu groß. Ich glaube die Hummel war leicht irritiert. ;-)

Einen schönen Abend, bis dahin, Marie


Mirco / Website (13.7.17 06:31)
Einfach grandios..
Ich hätte nicht geglaubt, dass zwischen Mensch und Libelle eine "Vertrauensbasis" entstehen kann...man lernt halt doch nie aus.
Wir freuen uns auf die Fortsetzung...

Viele Grüße aus Ningbo

Mirco

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