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Genug ist genug!



Hin und wieder kommt der Fernsehzuschauer auf seine Kosten - er ist mittendrin, wenn die Meinungen aufeinander prallen, wenn die Nerven blank liegen, wenn der Streit eskaliert. Und gestritten wird natürlich um die Ereignisse beim "Hamburger Gipfel", um das Brandschatzen, das Steinewerfen, die heimtückische Gewalt. Nach dem ursprünglichen Sinn der Veranstaltung fragt keiner mehr.

Die alles bestimmende Frage: "Wer hat Schuld auf sich geladen? Wen kann man verantwortlich machen? Am Nachmittag entschuldigt sich der Hamburger Oberbürgermeister bei seinen Bürgerinnen und Bürgern. Doch es gelingt ihm nicht. Denn es ist offensichtlich. Den Menschen in Hamburg reicht dieser Versuch des Oberbürgermeisters nicht, seine "Schuld" ungeschehen zu machen. Eine "Entschuldigung" ist nur dann eine "Entschuldigung", wenn sie vom Geschädigten angenommen wird.

Am Abend dann sitzen sich im Fernsehstudio unter anderem ein Herr Bosbach und eine Frau Ditfurth gegenüber. Letztere war Augenzeugin der Hamburger Ereignisse, während Herr Bosbach die Dinge von Zuhause beobachtete. Frau Ditfurth versucht, klarzumachen, daß es sich lohnt, erst einmal genau hinzusehen, um dann sagen zu können, wie die Ereignisse zu bewerten sind. Doch die Fronten zwischen den "Lagern" sind verhärtet. Man ist nicht bereit, gemeinsam zu diskutieren, sondern jeder will das Seine sagen und das sind zumeist einseitige Schuldzuweisungen.

Die Ereignisse von Hamburg, und das ist jetzt mein Eindruck, sind sehr unterschiedlich zu bewerten. Da gab es Bilder von Polizisten, die hinter den eigenen Reihen, also völlig ohne Not, am Boden liegende Demonstranten schlugen. Und es gab Bilder von aufmarschierenden, schwarzgekleideten Menschen, die einen "Linienbus" attackierten und die darin sitzenden Menschen in Angst und Schrecken versetzten. Beides darf nicht sein! Beides ist, um es deutlich zu sagen, eine Straftat!

Mittlerweile erregt sich Herr Bosbach im Fernsehstudio sehr und meint, seinen CDU-Parteigenossen, Hauptkommissar Lenders von der Hamburger Polizei, gegen die verbalen Attacken der Frau Ditfurth verteidigen zu müssen. Diese jedoch argumentiert, wiegesagt, als Augenzeugin und hat angeblich gesehen, wie Polizisten "harmlose" Journalisten verprügelten. Das will der Herr Bosbach offensichtlich nicht hören. Für ihn ist klar: Schuld an den Gewaltexzessen während des Gipfels sind ausschließlich die "Linksautonomen".

Nun wird auch der Hauptkommissar nervös und meint, Frau Ditfurth solle sich ruhig weiterhin mit ihrem Fächer Luft zuwedeln, aber ansonsten keinen Blödsinn "verzapfen". Mein Eindruck ist, die beiden Herren sind wenig souverän und lassen sich von Frau Ditfurth aufs Glatteis führen. Diese Dame provoziert gerne und sicher gibt es wenige, die sie wirklich mögen. Aber sie konnte Details zur Diskussion beitragen, die sich der Fernsehzuschauer gerne in Ruhe angehört hätte.

Ein anderer Augenzeuge darf berichten, die von ihm mitorganisierte Demonstration von 76 000 Menschen sei völlig friedlich verlaufen, doch leider würde das niemanden interessieren. Ja, so ist das Leben. Lieber zeigt man den Sprecher der "Roten Flora", der in einem Statement, offenbar geistig verwirrt, davon spricht, die Chaoten hätten sich doch einen anderen Stadtteil für ihre sinnlosen Gewalttaten aussuchen sollen. Der Herr Bosbach hat inzwischen die Diskussionsrunde verlassen und auch ich als Fernsehzuschauer verliere langsam die Geduld mit den Herrschaften.

Wer wissen wollte, was tatsächlich in Hamburg geschehen ist, der bekam wenig Informationen. Von zwei "Augenzeugen" wurde nicht viel Gutes über die Polizei gesagt. Ebenso von den Geschäftsleuten im "Schanzenviertel", deren Läden demoliert wurden. Auch sie gaben der Polizei wegen "übertriebener Härte" eine Mitschuld an der Gewalteskalation. Die Strategie der Polizei, alles im Keim zu ersticken, was gefährlich werden könnte, ging nach hinten los. Und als sie dann feststellen mußte, daß der Mob einen für Leib und Leben der einzelnen Polizisten gefährlichen Hinterhalt legte, war ein Sondereinsatzkommando nötig. Bis dieses kam und wieder für "klare Verhältnisse" sorgte, herrschte mehrere Stunden lang die pure Anarchie in Teilen Hamburgs.

Währenddessen - einen Steinwurf weiter - hörte man Beethovens "Neunte". Die Gipfel-Teilnehmer bekamen eine wohlige "Gänsehaut", als die "Ode an die Freude" erklang, diesem Prachtstück deutscher Musik-Kultur: "Seid umschlungen, Millionen, diesen Kuß der ganzen Welt! Brüder, über´m Sternenzelt - muß ein lieber Vater wohnen!"

13.7.17 09:49
 
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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (13.7.17 17:15)
Hallo,

ich habe die Sendung leider nicht gesehen,
ich glaube aber, dass auch in den Reihen der Polizei es vereinzelt eskaliert ist, es sind alles nur Menschen und dann passiert das eben auch da.

Sonst wieder sehr gut geschrieben von Dir, doch insgesamt ein schwieriges Thema, wie ich finde.

LG und bis dann, Indianwinter


Mirco / Website (14.7.17 05:11)
In China wäre es anders verlaufen...

...da wurde letztes Jahr aus Hangzhou bereits zwei Wochen vorher eine Geisterstadt gemacht.

Muss mir die Sendung am Wochenende mal angucken. Mediathek macht`s möglich...

Viele Grüße aus Ningbo

Mirco

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