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Bach, Schweiß und Libellen!

Relativ früh im Jahr gab ich hier zum Besten, auf Großlibellen zu warten, während um mich herum lediglich Kleinlibellen zu sehen waren. Es ging so weit, daß ich Kleinlibellen, und dabei vor allem die "Prachtlibellen", gar nicht mehr zeigen wollte. Heute "muß" und will ich mich noch einmal eingehend mit der größten Kleinlibelle beschäftigen, die bei uns zu sehen ist: Die "Blauflügel-Prachtlibelle". Es gibt nur noch wenige, weitere Arten dieser Libelle: Die "Gebänderte Prachtlibelle", die "Südliche Prachtlibelle" und die "Bronzene Prachtlibelle".

Beim Blick in die "einschlägige Literatur" wird klar, im Grunde kann man die wenigen Arten leicht verwechseln. Am deutlichsten unterscheiden sich die Männchen der "Gebänderten Prachtlibelle" von den Männchen der "Blauflügel-Prachtlibelle". Sie sehen zwar sehr ähnlich aus, was die Farbe betrifft, doch bei der "Gebänderten Prachtlibelle" sind nur Teile der Flügel blau, und der Betrachter sieht dadurch sofort, um welche Art es sich handelt.

Kleinlibellen sind von einigen Freß-Feinden bedroht. Einen davon stellte ich gestern vor, den "Blaupfeil". Die Großen fressen die Kleinen, und Libellen sind gnadenlose "Killer". Natürlich auch die Kleinlibellen. Sie sitzen auf einem Blatt, fliegen kurz hoch, und wenn sie sich auf der gleichen Stelle wieder niederlassen, steckt irgendein Insekt in ihrem Maul. Nicht jeder Angriff ist erfolgreich. Selbst der schnelle Blaupfeil fliegt schon mal bei der Jagd ins Leere, denn die Prachtlibelle fliegt wie ein Schmetterling und schlägt im Flug kurze, schnelle Haken.

Bis hierher die "Vorgeschichte". Gestern ging ich nach 18.00 Uhr los, denn die Sonne überlegte sich lange, ob sie sich zeigen soll. Ich stieg an der Gollach hinunter zu den Prachtlibellen und dort war wieder einmal "der Teufel los". Sicher, ich habe einige Erfahrung im Umgang mit Libellen, aber was ich gestern erlebte, könnte jedem von euch auch passieren, wenn er sich denn vorsichtig annähern würde. Dort unten wachsen viele Brennnesseln. Um mich überhaupt bewegen zu können, mußte ich einige davon "niedertreten". Das tat ich in der letzten Woche. Dennoch muß ich ein wenig aufpassen, um nicht im unebenen Gelände mit dem Fuß hängen zu bleiben und in den Bach zu fallen.

Zudem brauche ich für ein gutes Foto einen sicheren Stand, damit ich im Oberkörper beweglich bleibe und mich vor und zurück beugen kann. Das alles ist nicht so einfach, denn zwischen dem matschigen Ufer des Baches und der Gefahr, von den Brennnesseln "gepiesackt" zu werden, ist es meist nur ein schmaler Grat...

Aber nun endlich zur Sache... ich stehe also zwischen den Brennnesseln und um mich herum tummeln sich etwa zwanzig Prachtlibellen. Es sind eher mehr, als weniger. Prachtlibellen fliegen auf, und landen wieder, in unregelmäßigen Abständen. Manchmal fliegen sie auch endlos lange nebeneinander her. Ich rauche eine Zigarette und stehe einfach nur so da, in der Sonne. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt: Mitten im "brennnesselgrünen" Dickicht steht etwas in der Sonne hellbeige Leuchtendes (Hose und Weste), mit einem knallroten Fleck (T-Shirt). Die Libellen brauchen etwa drei Minuten, dann haben sie das "Naturwunder" akzeptiert und bauen es in ihr normales Leben mit ein.



Es ist toll für mich, mittendrin zu sein und einmal saßen tatsächlich fünf Libellen gleichzeitig auf meinem rechten Arm, den ich nicht bewegte, denn der mußte die drei Pfund schwere Kamera einhändig vor das Auge halten, während die linke Hand versuchte, die federleichten Libellen vor die "Linse" zu bringen.



Eine Stubenfliege, die über die Haut läuft, ist deutlich spürbar, diese Libellen schienen völlig schwerelos zu sein.



Die bronzefarbenen Weibchen der Prachtlibelle wirken im Sonnenlicht besonders attraktiv. ;-)



Es klingt jetzt "unromantisch", doch ich will es erwähnen. Mein Objektiv hat einen tollen "Hybrid-Bildstabilisator". Ich denke, sonst wäre es nicht möglich, "einhändig" solch "scharfe" Fotos zu schießen. Der Schweiß rinnt von der Stirn, die Beine stehen auf unterschiedlicher Höhe, die linke Hand muß ruhig sein, die rechte Hand mit der wirklich wuchtigen Kamera darf auch nicht zittern... Eigentlich sollte man für solche Aufnahmen ein Stativ verwenden. Aber das hätte mir da unten am Bach gerade noch gefehlt... ;-)



Als ich nach über einer Stunde von der Gollach hochstieg, mußte ich mir die Beine noch etwas "vertreten". Es war jetzt 20.00 Uhr und über die Landschaft hatte sich ein eigenartiger Schleier gelegt. Dennoch gefiel mir der Blick über Felder und Äcker. Ganz dort hinten, wo eine kleine Baumreihe zu sehen ist, dort wartet die "Blaue Heidelibelle" auf mich... hoffentlich, beim nächsten Mal! ;-)
4.8.17 09:22
 
Letzte Einträge: Blauer Natternkopf!, Dichtung und Wahrheit!, Zwei Spatzen pfeifen es vom Dach...!, Fotos vom Feinsten - demnächst!, Es fing alles ganz harmlos an...


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (4.8.17 13:50)
Du bist direkt schon ein Experte, was die Libellen angeht und Deine Aufnahmen heute sind echt unglaublich schön.
Diese Prachtlibellen sind schon toll, richtige Schönheiten und bei Deinen teilweise turnerischen Übungen während der Aufnahmen, brauchst Du wahrscheinlich keine zusätzlichen sportlichen Aktivitäten mehr.

Befremdlich allerdings finde ich Dein katastrophal rücksichtsloses Vorgehen, bezüglich des „Niedertretens“ der armen Brennnesseln, echt, skrupellos tust Du alles, um an Deine Fotos zu kommen. .

Nein, ich musste wirklich so lachen an dieser Stelle, Doch Du hattest nicht zu viel versprochen, es hat sich wieder einmal gelohnt!

Achte nur auf Dich, LG, Indianwinter


betoni / Website (4.8.17 18:38)
herrlich!!!!!!!!
ich beneide dich um deine libellen. bei uns im biotop sind nur die blauen :-(
wie ich sehe, bist du der libellenflüsterer. wie sonst kannst du mir erklären das sie auf deinem körper sitzen. wenn ich los geh suchen die libellen immer das weite.
mein macroobjektiv hat leider keinen stabilisator. ich muss immer genau zielen.

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