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Im Osten schmeckt der Kaffee anders!

Mein Kaffee schmeckt ausgezeichnet. Als ich eben in der Küche war, um ihn zuzubereiten, öffnete ich das Fenster und sah in die noch dunkle Nacht hinaus. Der Wind rüttelte ordentlich an Nachbars Hecken und im Schein der Straßenlaternen erkannte ich schemenhaft die mir so bekannten Häuser und Autos. Das kleine, digitale Meßgerät an der Wand zeigte 6.00 Uhr an. 20 Grad Celsius innen und 14 Grad draußen. Die Außentemperatur wird direkt vor dem Fenster gemessen, ist also eher etwas höher, als die "im Wind" gefühlte Temperatur.

Niemand will bei einem solchen Wetter gerne vor die Tür, doch ich überlege, ob ich mich schnell fertig machen, gut einpacken und dann vielleicht den Sonnenaufgang fotografieren soll, wobei ich mir ausmale, wie der kräftige Wind ein ständig wechselndes Wolkenbild vor die Sonne schiebt. Die Sache hat nur einen Haken... es wird wahrscheinlich keine Sonne zu sehen sein. Doch das ist kein Problem für mich, denn mir fällt ein, daß ich eigentlich bis zum Jahr 2020 arbeiten müsste, wenn ich nicht zufällig zu dem letzten Jahrgang gehört hätte, der bei meiner Firma die Möglichkeit bekam, in "Altersteilzeit zu gehen". Und wäre es nicht so gewesen, dann würde ich jetzt schon eine halbe Stunde mit mürrischen Kollegen in staubigen Fabrikhallen, ohne Tageslicht, bei lauten, unablässig laufenden Förderbändern eine schwere Arbeit verrichten...

Heute haben sie ein anderes "System". Die jüngeren Kollegen und Kolleginnen können ein Leben lang "Zeit ansparen" - Urlaub, Überstunden usw. Und am Ende ihres Arbeitslebens dürfen sie dann ihr "Zeitkonto plündern". Da fehlt mir persönlich die Phantasie, um das wirklich gut zu finden. Ich jedenfalls denke mal wieder zehn Sekunden darüber nach, wie gut ich es getroffen habe und freue mich über mein Leben, das ich weitestgehend selbstbestimmt genießen darf.

Ja, das muß sein. Wenn ich mir nicht klarmache, wie angenehm meine Lebensumstände im Augenblick sind, dann kann ich sie auch nicht genießen. "Streß" haben und sich "Streß" machen, das ist etwas für Andere, nicht für mich. Der Kaffee schmeckt wirklich gut... ;-)

In letzter Zeit schrieb ich so Einiges über die politischen Zustände in unserem Land. Viele Menschen - so glaube ich - können sich nicht vorstellen, wie sich Menschen, vor allem "im Osten", fühlen, nachdem die deutsche Einheit damit begann, daß eine gewisse "Treuhand" ihre Arbeitsplätze vernichtete, indem sie ehemalige DDR-Betriebe "privatisierte". Und ich will mir gar nicht vorstellen, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn vor 27 Jahren eine derart gravierende Veränderung in meinem Leben stattgefunden hätte. Wenn mir die Politiker gesagt hätten, alles wird gut, und die Wahrheit wäre gewesen, entweder ich verlasse meine Heimat, oder ich nehme Einbußen in meiner Lebensqualität in kauf.

Heute gibt es in unserem Land Gebiete, die veröden, während in anderen Landesteilen, und vor allem in Großstädten, der Wohnraum knapp und viel zu teuer ist. Ein Bundeskanzler Kohl versprach "dem Osten" blühende Landschaften und eine Bundeskanzlerin Merkel sagt, "uns" geht es gut in einem Land, in dem wir gerne leben. Wer nicht sieht, wie es "im Osten" aussieht, wer immer behauptet, alles sei in bester Ordnung, der muß sich nicht wundern, wenn er gnadenlos ausgepfiffen wird.

"Der Osten" hat bei der kürzlichen Bundestagswahl ganz anders "gewählt", als "der Westen". Es ist wohl richtig, daß es schon einer Vielzahl von Jahren bedarf, bis die "Demokratie" in den Köpfen der Menschen ankommt. Doch in den "neuen Bundesländern" gibt es eben viele Menschen, viele "Einzelschicksale", die nicht in das Loblied der Bundeskanzlerin auf unser Land einstimmen können, weil sie verständliche und leicht nachvollziehbare Gründe davon abhalten.

5.10.17 07:48
 
Letzte Einträge: Weitere Urlaubsgrüße! , Auf geht´s!, Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-)


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (5.10.17 15:12)
Der Osten-ich erinnere mich noch so genau, wie es damals „drüben“ zuging.
Auch wenn ich noch ein Kind war, waren mir die anderen Lebensumstände sehr genau bewusst.

Meine Cousine und ich haben uns damals geschrieben und aus Spaß an der Freude uns einen „Code“ ausgedacht, um „verschlüsselte“ Botschaften schreiben zu können-Kinder eben : )
Doch das wurde uns sogleich von Seiten meiner Tante untersagt, es war ja verdächtig und man hätte wer weiß was sich mitteilen können.
Man muss sich vorstellen, dass die Post natürlich kontrolliert wurde.
Für mich damals unverständlich.

Besonders das mehr als unangenehme Gefühl an der Grenzkontrolle und der Umgang mit den Westdeutschen als „Gast“ werde ich nie vergessen...

Diese „Einzelschicksale“ gibt es sicher auch hier im Westen, meinen Verwandten ist es nach der Wende eher bessergegangen und sie haben in jedem Fall davon profitiert, bis heute, doch das sind natürlich nur meine persönlichen Erfahrungen.
Sonst stimme ich Dir zu und es ist wohl nach wie vor schwierig-irgendwie teilt sich noch immer das Land in Ost und West...

Zumindest hast Du es für Dich in Deiner Situation gut getroffen und bist zufrieden.
Das ist letztendlich doch für Dich wesentlich und für uns als Deine Leser toll, sonst gäbe es wohl Deinen interessanten Blog mit den super Aufnahmen nicht

Bis dann, LG, : D


Twity-Autor / Website (5.10.17 18:08)
Im Osten schmeckte der Kaffee anders, dies kann ich nur als Thüringer bestätigen. :-) Eine Kaffeesorte hieß RONDO und kostete 8,75 ostdeutsche Mark. Das war sehr viel Geld, wenn man bedenkt, dass man für 5 Pfennig schon ein Brötchen oder Lutscher bekam. Natürlich waren es ganze Bohne, aber mengenmäßig sehr viel weniger als heute ein Päckchen Kaffee hat. Weil man bei dem stolzen Preis lange etwas vom Kaffee haben wollte, wurde er in manchen Familien dünner getrunken. :-) Und es gab auch noch Kaffee Mona für 10,00 Mark und im Delikatladen gab es für 12,50 Mark mit 125 Gramm noch eine Kaffeesorte. Und nicht zu vergessen den Mixkaffee. Er bestand aus Malzkaffee und war gestreckt. Der Anteil von Bohnenkaffee war sehr gering. Und somit kann man wirklich sagen: "Im Osten schmeckte der Kaffee anders..." :-) :-) :-) Ich weiß lieber Padernoster, du hast es politisch gemeint... :-)


Marie / Website (5.10.17 21:25)
Seit dem Mauerfall herrscht ganz sicher keine gemeinsame Demokratie im "Gesamtdeutschland". Jedenfalls nicht in den Köpfen, natürlich bestätigt die Ausnahme die Regel. Ich würde sagen, die "Mauer" hat im übertragenen Sinne noch weiterhin bestand in unsichtbarer, aber teilweise deutlich spürbarer Weise.

Zwar sind die Lebensumstände nicht mehr so ganz wild, wie es vor Nov. `89 war, aber im Grunde sind da doch noch gravierende Unterschiede zu spüren. Und das es eine Ost-, Westwahl gab, davon war stark auszugehen. Die Tendenz ist eindeutig, auch nach knapp 30 Jahren.

Ich würde fast mal behaupten, dass viele nicht unbedingt unglücklich waren, auf der Ostseite. Allerdings sollte es solch` ein Regime nie wieder geben. Es gibt viele, die nicht unbedingt nur Gutes erfahren haben, durch die Wiedervereinigung. Und ich bin überzeugt, dass da einiges schief gelaufen ist und viele Dinge hätten anderes gehändelt werden müssen.

Ich freue mich, dass Du Deine Altersteilzeit so bewusste erleben und genießen kannst und der eigene Kaffee ist doch immer noch der Beste. ;-)

LG; Marie

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