Fotografiert und erzählt!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   merry-n
   Marie
   Fotos
   Indianwinter
   pally66
   lebenslabyrinth
   mirco-reisen

http://myblog.de/padernosder

Gratis bloggen bei
myblog.de





Die Krähenburg! - Folge 1

Das Fotografieren wird weniger werden, in diesen Wochen, und wenn in den Wohnzimmern unserer Republik die Holzscheite im Kamin knistern und knacken, dann ist die Zeit für eine spannende Geschichte gekommen...

Die Krähenburg!

Im Schatten der Bäume schlich der "Schwarze Jobst" unterhalb der Krähenburg durch den Wald. Dicht hinter ihm folgte ein verwegen aussehender, älterer Mann, dessen Gesicht mit feuchter Erde vollständig geschwärzt war. Die beiden hatten nichts Gutes im Sinn.

Oben, auf der aus gelbem Sandstein errichteten Ritterburg, hielt ein junger Wachmann Ausschau nach dem anrückenden Feind. Vor einer Stunde kam ein Bote zur Burg hochgeritten und berichtete, es würde sich ein Heer von 2 000 Bewaffneten nähern. Keine guten Nachrichten, obwohl die Krähenburg noch nie eingenommen wurde und alle Feinde bisher unverrichteter Dinge wieder abrücken mußten. Doch jetzt machte sich der junge Wachmann vor allem deshalb Sorgen, weil Maria, seine Frau, in den Wehen lag und ihr erstes Kind erwartete.

Berthold, der junge Wachmann, hatte die scharfen Augen eines Habichts. Er sah die Bewegungen im Schatten der Bäume und er wußte, der Feind ist schon da. So schickte er einen Läufer zum Burgherrn, damit dieser Befehl geben konnte, die Wachen zu verstärken. Das Pech mußte gekocht, Baumstämme bereit gelegt werden. Jede Person in der Burg hatte im Kriegsfall ihre speziellen Aufgaben. Vielleicht müßte auch Maria ihr Quartier verlassen...

Der "Schwarze Jobst" und sein Begleiter lagen nun an der Südseite der Burg in einem Brombeerdickicht. "Dort drüben", flüsterte der Schwarze Jobst, "am Ende der Hecken, ist die Öffnung zum Geheimgang". Der ältere Mann griff nach seinem Gürtel und zählte dem Schwarzen Jobst fünf kleinere Goldstücke in die Hand. Der Verräter nickte zufrieden und die beiden zogen sich wieder zurück.

Es ist ein genialer Plan. Während das feindliche Heer die Burg angreift, will sich der Räuberhauptmann mit seinen Leuten in die Burg schleichen. Im allgemeinen Durcheinander wird niemand auf sie achten und sie können die Schatzkammer plündern, welche dann nur leicht bewacht sein wird. Vielleicht können sie sogar die Burgherrin als Geißel nehmen, zur Sicherheit, damit sie selbst ohne Tote und Verletzte beklagen zu müssen, wieder aus der Burg kommen.

Wir schreiben das Jahr 1189. Nur einen halben Tagesmarsch von der Krähenburg entfernt liegt die große Bischofsstadt, welche zwölfhundert Jahre zuvor von den Römern gegründet wurde. Jetzt sollte in der Stadt eine große Kirche gebaut werden. Das höchste Gebäude des Landes. Der Burggraf hatte in Frankreich von Plänen gehört, die ihn begeisterten. Doch der Papst rief zum dritten großen Kreuzzug auf und Kaiser Barbarossa sollte ihn anführen. Der Burggraf fluchte in unchristlicher Art und Weise und wünschte dem Papst die Pest an den Hals. Alles sprach nur noch davon, Jerusalem zu befreien. Selbst Richard Löwenherz, der noch in diesem Jahr zum englischen König gekrönt werden wird, nimmt am Kreuzzug teil.

Von all dem wissen die Männer und Frauen auf und um die Krähenburg nichts. Bald werden sie wieder um ihre nackte Existenz kämpfen, um das Leben ihrer Familien, obwohl es keine vielversprechende Zukunft gibt, auf die sie sich hätten freuen können. Das Leben war Arbeit und Mühe in einer stinkenden Umwelt. Die Landbevölkerung war unfrei und arbeitete vor allem für die "Herrschaft". Trost fand sie ausschließlich im tagtäglichen Alkoholgenuß, der schon am Morgen mit einer Biersuppe begann und regelmäßig im Vollrausch endete. Von Bakterien wußte man nichts und so wurde das Trinkwasser oft leichtfertig verseucht, was Krankheiten zur Folge hatte, die häufig zum Tode führten.

Dennoch will ich euch eine Geschichte erzählen, die nicht ganz frei von "Romantik" sein wird. Es werden Räuber, Mörder, schöne Frauen und strahlende Helden die Bühne betreten, wie sie jede gute Geschichte braucht. In unserer Phantasie können wir manch dessen einfach "vergessen", woraus es in der Realität des Mittelsalters kein Entkommen gab...

Also, ab jetzt werden wir nicht mehr nach der "Wirklichkeitsnähe" fragen, sondern hoffentlich mit Freude einer Geschichte lauschen, wie sie sich so, oder so ähnlich, vielleicht doch irgendwann einmal zugetragen haben könnte. ;-) Fortsetzung folgt...

10.10.17 18:43
 
Letzte Einträge: Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-), Ein Strand - ein Paradies! , Einladung!, Das Leben geht weiter!


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung