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Die Krähenburg! - Folge 2

Auf der Krähenburg sah man dem anrückenden Feind recht gelassen entgegen. Im zwölften Jahrhundert war eine Burg, wenn sie auf einem natürlichen Felsen stand, nur schwer einzunehmen. In der letzten Nacht war der Wachmann Berthold Vater geworden. Es gab nur kleinere Schwierigkeiten bei der Geburt. Berthold war glücklich, doch sein Wachdienst wurde verdoppelt und er stand nun 18 Stunden am Tag auf seinem Posten.

Im Morgengrauen des zweiten Tages, nachdem der Schwarze Jobst dem Räuberhauptmann den geheimen Eingang zur Burg verriet, erfolgte der erste, massive Angriff der Belagerer auf die steil aufragenden Mauern der Krähenburg. Mit Hilfe von riesigen Katapulten wurden Steine und Unrat, brennendes Holz und säckeweise Exkremente in die Burg geschleudert. Bogen- und Armbrustschützen versuchten, die Männer auf den Sturmleitern zu decken, doch die Abwehr dieses ersten Angriffs schien kein Problem für die Verteidiger zu sein. Am Abend hörte man ihr Siegesgeheul und als die Belagerer ihre Toten einsammelten, mußten sie Hohn und Spott - herab von den wehrhaften, unbeschädigten Mauern - ertragen.

Besonders schlimm anzusehen waren die Leichen der Soldaten, die unter eine Pechnase gerieten. Da bleibt nicht viel übrig, von einem menschlichen Körper, wenn kochendes Pech auf ihn herabstürzt. Rudolf und Heinrich, den Zwillingen, wurde speiübel. Sie waren das erste Mal dabei und hatten sich gefreut, denn von der Eroberung einer Burg träumten sie schon lange. Doch nun, all das Blut, all das Leid, schon am ersten Tag - und es ist noch nichts erreicht. Die Schreie der Verwundeten waren die ganze Nacht zu hören...

Rudolf und Heinrich waren die Söhne eines kleinen Landadeligen, der für die Bewaffnung seiner Söhne selbst aufkam. Der ältestete Sohn Otto würde das Landgut übernehmen. Rudolf und Heinrich hatten dort keinen Platz, es sei denn, sie würden als Knechte ihres Bruders arbeiten. Eine andere Aufgabe wäre es, mit dem Kaiser nach Jerusalem zu ziehen. Diese Möglichkeit nutzten viele Zweitgeborene, in der vagen Hoffnung, irgendwo ein Stück Land für sich in Anspruch nehmen zu können. Die Teilnahme an einem Kreuzzug erschien vielen jungen Männern als ein großartiges, gewaltiges Abenteuer, dem sie sich nicht entziehen konnten und wollten, zumal es auch ihre heilige Pflicht war, dem Ruf des Papstes zu folgen. Sie würden sich im Heiligen Land Verdienste erwerben, die ihnen einst im Himmel vergolten werden.

In der Welt des zwölften Jahrhunderts geschah nichts, was nicht direkt auf Gottes Wille zurückzuführen war. Schlechtes Wetter, eine gute Ernte oder persönliches Unglück, alles war eine göttliche Antwort auf das Verhalten der Menschen. Berthold, der Wachmann, hielt seinen Sohn in den Armen und blickte hinauf in den Himmel. Seine Frau war noch schwach. Sie hatte bei der Geburt eine Menge Blut verloren. Doch die Hebamme beruhigte ihn. Es wird alles gut, meinte sie und Berthold war der Alten dankbar. Er war froh, daß er dem Wunsch seiner Frau nachgab und die alte, erfahrene Kräuter-Hexe herbeirief, um bei der Geburt das Nötige zu veranlassen.

Währenddessen war in der Bischofsstadt der Teufel los. Es hieß, Richard Löwenherz käme in die Stadt und nähme am großen Ritterturnier teil. Schon wurden viele Zelte errichtet, Gräben ausgehoben und Bühnen aufgebaut. Der Burggraf hatte zu diesem Spektakel eingeladen, denn er suchte einen ritterlichen Mann für seine Tochter, deren Schönheit weit über die Stadt hinaus gerühmt wurde. Eine wunderschöne, untadelige Jungfrau, und der Sieger des Turniers hätte die allerbesten Aussichten, Schwiegersohn des Burggrafen zu werden.

Es war die Zeit, als immer mehr Städte eine wichtige Rolle in Wirtschaft und Handel übernahmen. Kaiser Barbarossa wird sich im Laufe seines Kreuzzuges über diese Entwicklung noch wundern, denn in den großen Städten, vor allem in Italien, muß er Geld bezahlen, für die Übernachtung und Verköstigung seiner Truppen. Aber Geld wird er nicht genügend dabei haben. Er wird feststellen, die Welt ist eine andere geworden...

11.10.17 08:31
 
Letzte Einträge: Weitere Urlaubsgrüße! , Auf geht´s!, Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-)


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (11.10.17 14:46)
Hocherfreut und voller Staunen
sieht mein Auge hier
wieder eine tolle Story,
natürlich ausgedacht von Dir

Voller Spannung lese ich
von Burgen, Rittern und Jungfrauen,
und bin gespannt auf das Geschehen,
Geht es um Liebe, Kriege, großes Grauen-

Die Zeit, sie wird es zeigen,
was Dein Gehirn erfunden
Und groß ist meine Freude,
auf manche Gruselstunden...

Wie Du siehst, bin ich begeistert, ich lese gerne Deine spannenden Geschichten und das Foto dazu macht es perfekt,
Bis dann, LG :D


Marie / Website (11.10.17 21:32)
Das Mittelalter - eine für mich sehr aufregende Zeitepoche - wenn auch düster und sehr grausam.

Schließlich stamme ich ja von einem alten Rittergeschlecht ab ;-)

Ich kann mich gut in Deine Geschichte reinversetzen und habe die Kulisse regelrecht in meinem Kopf.
Ja, so warn´s die alten Rittersleut! ;-)

Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht!

Ritter sind toll !
LG, Marie

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