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Die Krähenburg! - Folge 3

Der Burggraf betrat nach vorsichtigem Klopfen die Gemächer seiner Tochter Eleonore. Freudestrahlend lief diese ihm entgegen und schmiegte sich in seine Arme: "Vater, ich hoffe, Du wirst einen schönen und klugen Prinzen für mich auswählen." Der Burggraf schaute lächelnd, aber besorgt, über das kunstvoll aufgetürmte Haar seiner geliebten Tochter hinweg. Er hatte Probleme, gewaltige Probleme...

Während eines Ritterturniers bestand Friedenspflicht. Er mußte den Angriff auf die Krähenburg beenden. Es waren offiziell nicht seine Leute, die dort kämpften, aber jeder in der Stadt - und auch der Kaiser - wußte, niemals könnten soviele Krieger in der Nähe der Stadt eine Burg angreifen, wenn der Burggraf das nicht duldete. Sicher, der Kaiser hatte im Moment andere Dinge im Kopf, aber ein Richard Löwenherz würde sein Turnierpferd nicht besteigen, wenn die Friedenspflicht nicht eingehalten würde.

Das wichtigste Ziel des Burggrafen war die Vermählung seiner Tochter mit Richard Löwenherz. Dieser war bekannt dafür, daß er jedes Ritterturnier gewann, an dem er teilnahm. Und so sollte es, nach dem Willen des Burggrafen, auch diesmal sein. Richard Löwenherz war nicht nur der mutigste und erfolgreichste Ritter seiner Zeit, sondern auch ein sehr gebildeter Mann - und es war abzusehen, daß er bald zum zweitmächtigsten Herrscher in Europa - nach Kaiser Barbarossa - aufsteigen würde. Und da war noch eine Kleinigkeit...

Der Burggraf hatte sich vor vielen Jahren in Eleonore von Aquitanien verliebt, als er diese einmal als Gesandter des Kaisers am französischen Königshof erblicken durfte. Das war auch der Grund, warum er seiner Tochter den Namen Eleonore gab. Richard Löwenherz würde es sicher amüsieren, zu hören, welch weitreichenden Einfluß der Liebreiz seiner Mutter auf die Herzen und Namen irgendwelcher Burggrafen und deren Töchter hatte.

So schickte der Burggraf seinen jüngsten Sohn Friedrich, den Halbbruder Eleonores, zu den Belagerern der Krähenburg, mit der Botschaft, alle Kampfeshandlungen sofort einzustellen. Sie sollten lediglich darauf achten, daß niemand in die Burg hinein- oder herauskam. Diese Befehle entsprachen einem Wechsel der Angriffstaktik. Wenn die Stürmung einer Burg nicht möglich war, dann wurden eben deren Versorgungswege abgeschnitten. Für die Belagerer eine sehr viel angenehmere - wenn auch langfristige - Art und Weise, ihr Ziel zu erreichen.

Eleonore wußte natürlich, daß Richard Löwenherz der bevorzugte Kandidat ihres Vaters war, was ihre Eheschließung betraf. Doch sie konnte sich nicht recht vorstellen, daß dieser berühmte Mann wirklich Interesse an ihr hätte, obwohl ihr Vater ein reicher Mann war und eine sehr ansehnliche Mitgift in die Waagschale werfen konnte. Zudem war sie selbst eine gesunde, strahlend schöne Frau. Aber genügte das? Und wollte sie einen Ehemann, von dem bekannt war, daß er schon bald mit dem Kaiser gen Jerusalem ziehen würde, um dem Sultan Saladin die heilige Stadt wieder zu entreißen? Sollte ihr verliebtes Herz vielleicht jahrelang vor Sorgen vergehen, bis der Geliebte dann, eventuell als Krüppel, wieder nach Hause kam?

Die Tochter des Burggrafen war nicht nur schön, sondern auch klug, und so reifte in ihr der Entschluß, einem Löwen-Herz nicht das eigene schenken zu wollen. Auf der Krähenburg gab es einen jungen Mann in ihrem Alter, den sie von Kindheit auf kannte. Leider waren die beiden Familien inzwischen verfeindet, denn der Vater des jungen Mannes hatte den Burggrafen bei einem wüsten Saufgelage als "Antichrist" beschimpft. Hintergrund der Geschichte war, daß der Burggraf ein uneheliches Kind sein eigen nannte und dieses ungeniert bei Feierlichkeiten mit an der Tafel sitzen ließ. Natürlich war der Bastard von der Erbfolge ausgeschlossen und somit auch nicht gerne im Kreise der Edelleute gesehen, doch der Burggraf war ein eigenwilliger Mann und ließ sich von niemanden dreinreden.

Und dann geschah, wovon die Bürger der Stadt noch lange sprachen - Richard Löwenherz ritt in voller Rüstung auf seinem Schlachtroß durch das Stadttor. Das wertvolle Tier ging im Schritt, es sollte geschont werden, doch Richard Löwenherz wollte sich dem Volk schon einmal zeigen: "Seht her Leute - so sehe ich aus. Ich, der tapferste und kühnste Ritter meiner Zeit!"

12.10.17 07:46
 
Letzte Einträge: Weitere Urlaubsgrüße! , Auf geht´s!, Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-)


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (12.10.17 15:20)
Man ist gespannt, wie es weitergeht, ganz die Art Geschichte, die ich mag.
Ich war immer schon eher Fan von z. B. Robin Hood, oder auch Richard Löwenherz, als von den Figuren der bekannten Mädchenbücher.
Besonders das Mittelalter ist natürlich eine interessante Zeitepoche.
Das Foto ist toll, ganz, wie man sich eine Burg vorstellt...
LG, bis dann, :D

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