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Die Krähenburg! - Folge 4

Die Bürger der großen Bischofsstadt rissen die schmutzigen Kopfbedeckungen von den verlausten Schädeln und verneigten sich vor dem zukünftigen König Englands. Die Vorzüge und Ruhmestaten dieses heldenhaften Edelmannes verkündete ein ins Horn blasender Herold. Der Burggraf hatte alle Hände voll zu tun, um des Chaos Herr zu werden. Ein Ritter nach dem anderen traf in der Stadt ein. Nur wenige Menschen erkannten jedoch den unscheinbaren Dichter und Musiker, der ebenfalls durchs Stadttor ritt - Wolfram-von-Eschenbach.

Eleonore hatten ihren Vater gebeten, Wolfram-von-Eschenbach vor dem Turnier kennenlernen zu dürfen. Schon bald also beugte der Sänger das Knie vor dem Edelfräulein und wurde gnädig gebeten, sich zu erheben. Die beiden sprachen ganze zwei Stunden miteinander und danach kannte Eleonore in groben Zügen die Handlung des Parzival. Zudem hörte sie Wolfram auch singen, in einer ihr bis dahin unbekannten Weise. Was sie aber am meisten interessierte und erstaunte, war das Wesen der Minne, welches ihr der Dichter auseinander setzte. Ihr wurde schlagartig klar, daß es Richard Löwenherz nicht darum ging, sie als Ehefrau zu gewinnen. Was hatte ihr Vater da nur geplant? War ihm denn nicht klar, daß ein edler Ritter seine Auserwählte niemals körperlich begehrt?

In einer der dunkelsten Spelunken der Stadt saß der Schwarze Jobst und versoff seinen Judaslohn. Als er seine Zeche mit einem Goldstück bezahlte, fiel das einem der zahlreichen Spione des Burggrafen auf. Dieser würde sicher gern wissen wollen, wie so ein heruntergekommener Geselle wie der Schwarze Jobst zu einem Goldstück kam. In der Stadt durfte ohne Wissen des Burggrafen nichts geschehen. Als man dem betrunkenen Verräter die Streckbank zeigte, war dieser sogleich bereit, alles zu erzählen, was er wußte. Sein restliches Gold nahm man ihm ab und schließlich setzte man ihn mit einem Fußtritt vor die Tür. Der Räuberhauptmann hingegen wurde nun auf Schritt und Tritt bewacht. Falls er seinen Plan erfolgreich in die Tat umsetzte, würde er sicher erstaunt sein, beim Verlassen der Krähenburg schon erwartet zu werden.

Doch der Räuberhauptmann war kein so harmloser Zeitgenosse wie der Schwarze Jobst. Auch er hatte seine Leute in der Stadt und diesen fiel auf, daß man ihrem Anführer auf den Fersen war. Nach kurzer Absprache lockten die Räuber zwei der Spione des Burggrafen in einen Hinterhalt. Man sah die Leichen am nächsten Tag im Fluß treiben. Dem Burggrafen war daraufhin klar, er hat es mit einem gefährlichen Gegner zu tun. Doch im Augenblick war die Angelegenheit erstmal vergessen, es gab Wichtigeres zu tun. Eine Privataudienz im Zelt des Richard Löwenherz - und natürlich würde auch Eleonore dabei sein.

Richard Löwenherz verbeugte sich höflich vor Eleonore, um deren Gunst die versammelte Ritterschaft in den nächsten Tagen ein Turnier ausfechten wird. Der Burggraf versuchte, sich nichts amerken zu lassen, doch seine Tochter war sichtbar beeindruckt von der Schönheit und der majestätischen Erscheinung des Richard Löwenherz. Sie fühlte ein inneres Aufbegehren gegen ihren eigenen Entschluß, diesen Kreuzritter ohne Reue ins Heilige Land ziehen zu lassen. Ihr junges, unschuldiges Herz verlor die Orientierung..., obwohl sie die Worte Wolfram-von-Eschenbachs noch im Ohr hatte: "Sie sind ein unantastbares Geschöpf, nicht von dieser Welt. Der Sieger des Turniers bekommt lediglich Ihr Tüchlein, benetzt mit dem Hauch einer Träne."

13.10.17 01:44
 
Letzte Einträge: Ein Königreich für eine Sitzbank! ;-), Ein Strand - ein Paradies! , Einladung!, Das Leben geht weiter!


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (13.10.17 15:12)
Bekannte Persönlichkeiten tauchen immer wieder in Deiner Geschichte auf.
Für mich ein Anstoß, nachzusehen, was es z. B. auch über den Dichter "von- Eschenbach" sonst noch zu wissen gibt.
Und dann bin ich gespannt, wie es Eleonore in den Herzensdingen weiterhin ergeht.
Sehr amüsant finde ich außerdem diese Formulierung von dem „Hauch einer Träne."

Das Bild heute finde ich, hat eine geheimnisvolle, fast schon bedrohliche Ausstrahlung.
Es sieht aus, als könne jeden Moment ein Gemetzel beginnen oder sonst eine Schurkerei sich ereignen : )

Bis dann, LG : D

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