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Blumenkinder!

Ja, es ist wahr. Es hat nicht viel gefehlt und ich wäre ein "Blumenkind" - ein Hippie - geworden. Haare wachsen lassen und kiffen, das konnten wir perfekt, gegen Gewalt waren wir sowieso und die Liebe leben, wem würde das in der "Nach-Pickel-Zeit" keinen Spaß machen? ;-)



Als ich gestern morgen meine Blümchen in den Tisch der Sitzgruppe am Tennisweiher steckte, um diese dem Sonnenlicht preiszugeben und einigermaßen gut fotografieren zu können, "schwirrten" viele Kinder um mich herum und fragten sich wohl, was der alte Mann da macht. Sie selbst waren Teilnehmer an einer Veranstaltung, deren Wesen ich nicht durchschaute. Ich sah nur ein Transparent mit der Auschrift: "Start".



Irgendwann zogen die Kinder dann in Gruppen los und ich hatte wieder Ruhe. Also, um wieder auf die Hippies zu kommen. Ich will den Jüngeren mal kurz erklären, wie es "damals" so war... ;-)





Die meisten Menschen, von jung bis alt, hatten mit den "Blumenkindern" nichts zu tun. Die Mehrheit war "konservativ" und wollte, das alles so bleibt, wie es ist. Man darf auch die "68er-Generation" nicht mit den "Hippies" gleichsetzen, denn diese waren zwar "gesellschaftskritisch", doch eher unpolitisch. Doch selbstredend waren auch die "Blumenkinder" gegen den Vietnam-Krieg, der in den Köpfen der Menschen viel präsenter war als heutzutage der Syrien- oder Ukraine-Krieg.



Der amerikanische Durchschnitts-Soldat in Vietnam war 19 Jahre alt. Die USA hat damals ihre Jugend in einem sinnlosen Krieg "verheizt". Es ist - da muß man mal ein wenig darüber nachdenken - eine Horror-Vorstellung, als junger Mann in einen Krieg ziehen zu müssen, dessen Ende nicht absehbar ist und schon Zigtausenden das Leben kostete. Mein Vater wurde mit 17 Jahren in den Zweiten Weltkrieg geschickt und ich mit 19 Jahren als "Wehrpflichtiger" eingezogen.



Allein diese Tatsache zeigt schon, daß ich kein "Hippie" war, denn sonst hätte ich zumindest "versucht", den Wehrdienst zu verweigern. Mein ein Jahr älterer Bruder hat es getan - aber auch der war kein "Hippie". Es ist also nicht ganz so einfach, sich ein Bild von der Zeit zu machen. Das Sagen jedenfalls hatten die "Spießer" und gegen dieses "Spießbürgerturm" rebellierten die Hippies. Sie wollten die starren Regeln des täglichen Lebens, was ein braver, anständiger Bürger zu tun und zu lassen hatte, ändern. Von der "Bürgerin" war damals noch wenig die Rede. Frauen hatten tatsächlich weniger Rechte als Männer. Die "Machos" hielten ihren "Chauvinismus" für eine gottgegebene Vormacht-Stellung.



Nun war es auch nicht so, daß die Frauen damals schon massenhaft "aufbegehrten". Die meisten von ihnen spielten ihre Rolle und erzogen ihre Söhne so, daß sie ihren Platz in dieser "Männerwelt" fanden. Ich mußte als Sohn selbstverständlich nicht beim Abspülen helfen, während meine jüngere Schwester ebenso selbstverständlich bei der Küchenarbeit mitarbeiten mußte. Dafür brauchte sie kein Holz sägen, das war dann wieder meine Pflicht. ;-)



Wir wollen es nicht glauben, wenn wir hören, das Mädchen in irgendwelchen fremden Ländern nicht zur Schule geschickt werden. Doch noch in meiner Familie wurde auf die Berufsausbildung meiner Schwester kein besonderer Wert gelegt, denn sie würde ja höchstwahrscheinlich einmal eine Mutter und "Hausfrau" werden. Traurig, aber wahr, zu einer Zeit, als die "Hippies" ihren "Summer of love" feierten. Dies war übrigens schon im Jahre 1967. Und das legendäre "Woodstock-Festival" fand 1969 statt.



1969 geschah aber noch etwas ganz Anderes. In allen bürgerlichen Wohnstuben saß man stunden-, ja tagelang vor dem Schwarzweiß-Fernseher und glotzte auf einen immer gleichbleibenden Bildschirm. Es tat sich lange nichts, man wurde belehrt und immer wieder wurde gesagt, bald könnte sich etwas ereignen... und dann geschah es! Der erste Mensch betrat den Mond! Mr. Armstrong war auch kein Hippie, sonst hätte er vielleicht statt der us-amerikanischen Flagge eine Sonnenblume in die Mond-Erde gesteckt - das wäre ein guter Gag gewesen! ;-)



12.5.18 09:49
 
Letzte Einträge: Von den Träumen eines Gipfelstürmers!, Hochzeit bei den Bläulingen!, Unteilbar!?, Der Herbst ist mehr, als nur buntes Laub!, Revolution!


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(12.5.18 15:58)
merry-n
Ich empfand es immer als Privileg, dass ich in dieser spannenden und außergewöhnlichen Zeit meine Jugend erleben konnte. Damals lag so viel Hoffnung auf eine neue, bessere Zukunft in der Luft: Love, Peace and Happyness!
Alles schien machbar! Und die Welt war einfach: wer dazugehörte hatte lange Haare, trug Jeans und Chucks, las Gedichte und hörte Musik, alle anderen waren langweilig! Aber wahrscheinlich erlebt jede Generation von Jugendlichen ihre Zeit als speziell und aufregend und das ist auch gut so!
Deine schönen Fotos sind jetzt leider etwas in den Hintergrund gerückt, aber ich habe sie trotzdem sehr genossen.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!


Mirco / Website (12.5.18 19:31)
Richtig, heute hättest du es fast geschafft mit deinen hochinteressanten Texten von den tollen Bilder abzulenken
Ist nicht ganz gelungen, wäre ja auch schade darum.

Gruß aus Ningbo

Mirco

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