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Wer ist wer?

Es freut mich, wenn ihr interessiert meine Beiträge lest und die Fotos anschaut. Deshalb will ich auch gerne eure Fragen beantworten. Gestern tauchte wiederholt die Frage auf: Wie gelingt es mir, Libellen-Weibchen von Libellen-Männchen zu unterscheiden?

In der Biologie spricht man von "Sexual-Dimorphismus", oder "Geschlechts-Dimorphismus", oder einfacher gesagt, von unterschiedlichen sekundären Geschlechts-Merkmalen bei "Männchen" und "Weibchen". Damit sind erkennbare Unterschiede zwischen den "Geschlechtern" gemeint, die nicht die Geschlechts-Organe betreffen. Ein Beispiel ist die unterschiedliche Körperbehaarung im Gesicht von Mann und Frau.

Bei Libellen ist oft der ganze Körper unterschiedlich gefärbt. Hier ein Beispiel. Es handelt sich um den "Großen Blaupfeil". Der Körper des Männchens ist blau-grau, der des Weibchens grün-gelb.



Doch die Natur macht es mir nicht immer so einfach. Schauen wir uns einmal den Plattbauch an. Zunächst das Weibchen...



...dann das Männchen.



Jetzt erkennt ihr, wie schwierig es manchmal ist. Das Weibchen ist eindeutig gelb, aber auch graublau gefärbt. Um völlig sicher zu gehen, müßte ich jetzt "tiefer einsteigen" und weitere Details anschauen. Das kann ich aber nicht, ich habe ja nur das Foto. Nötig wäre ein Modell der Libelle, welches ich von allen Seiten genau betrachten kann.

Die Erscheinung des "Vierflecks" bringt noch mehr Verwirrung ins Spiel. Ihn kann man an den doppelten "Flecken" an der Oberseite der einzelnen Flügel erkennen. Der Unterschied von Männchen und Weibchen liegt bei dieser "Art" nur in der Form des Abdomens (Hinterleibs), der beim Männchen etwas breiter ist. Farblich sind sie gleich. Somit ist mir bei diesem Foto keine Geschlechtsbestimmung möglich.



Ich will es aber noch ein wenig weiter treiben, mit den Unterscheidungs-Problemen, denn bei manchen Arten, wie bei der folgenden "Keiljungfer", gibt es, ähnlich dem Vierfleck, keinen "Sexual-Dimorphismus", jedenfalls keinen offensichtlichen. Es "steht geschrieben", das zweite Segment des Hinterleibs sei beim Männchen "tailliert". Das heißt, eine Unterscheidung ist nur im Labor möglich. ;-)



Noch vor Kurzem verwechselte ich eine Keiljungfer mit einem weiblichen Blaupfeil, obwohl sie mir direkt vor der Nase saß. Jedenfalls gebe ich mir Mühe, Fehler bei der Art- und Geschlechts-Bestimmung zu vermeiden. Manchmal weise ich ja darauf hin, daß ich kein Biologe, sondern ein Fotograf bin. Aber es ärgert mich schon gewaltig, wenn ich in meinen Beiträgen falsche Angaben mache. ;-)

Zum Schluß wollen wir uns noch ein Pfauenauge ansehen. Es saß da, wo ich gestern die "Große Königslibelle" suchte und nicht fand.



22.6.18 09:38
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(22.6.18 10:45)
merry-n
Vielen Dank, dass du dir so viel Mühe gemacht hast, uns das Geheimnis der Geschlechterbestimmung bei den Libellen zu erklären. Jetzt wissen wir, dass es nicht deine magischen Kräfte sind, sondern gewissenhafte Informationssuche ;-) .
Ich würde sagen, dass die Keiljungfer in diesem Fall eine "Jungfer" sein müsste. Trotz all der theoretischen Aufklärung, hast du aber auch sehr gute praktische Beispiele für uns gefunden. An dir ist ein guter Lehrer verloren gegangen. Das ist ernst gemeint.👍🏻😊


Marie / Website (22.6.18 14:11)
Hallo,
ich muss sagen, ich bin wirklich gerade sehr begeistert und zusätzlich muss ich wohl zugeben, dass ich mir noch nie großartige Gedanken über geschlechtsspezifische Zusammenhänge und Outings bei Insekten gemacht habe.

In der Tierwelt selbst, ist ja meistens das männliche Exemplar sehr viel prachtvoller. Natürlich nur in der Tierwelt. ;-) Anscheinend haben es die "Herren" nötig, um von den "Damen" wahrgenommen zu werden.

Ich finde es sehr interessant und bewundere, wie sehr Du Dich mit Deinen "Models" beschäftigst, welches Hintergrundwissen Du Dir dazu aneignest. Super toll! Und Deine Leser profitieren natürlich auch davon.

Viele Grüße,
Marie


pally (22.6.18 20:49)
Guten Abend, das ist wieder mal Biologie auf höchstem Niveau. So detailliert habe ich es selbst in der Schule nicht gehört. Aber das liegt auch schon ein paar Jährchen zurück. Da hast Du ganz schön viel Arbeit investiert. Für uns als Leser nur von Vorteil. LG pally


/ Website (22.6.18 22:02)
Hallöchen,

eine sehr anschaulische Erläuterung was die Geschlechtsbestimmung der Libellen betrifft. Lieben Dank für den lehrreichen Blogeintrag. :-)
Du hast bestimmt kein Libellenhandbuch auf deinen Ausflügen nötig. Wer sie so oft per Kamera einfängt und sie so liebt wie du, hat sich mit Sicherheit genügend Fachwissen angeeignet.
Ich dachte mir schon, dass es nicht einfach sein wird immer das Geschlecht bestimmen zu können. Ist halt bei Enten einfacher. :-) :-) Die schöneren und farbenprächtigen Exemplare sind da meist die Männchen. Dies kann man wohl bei den Libellen ganz und gar nicht so sagen. Irgendwie macht es sie auch interessanter, weil man eben nicht sofort unbedingt weiß, ist es ein Männchen oder ein Weibchen. Es sei, man hat Glück und kann sie bei der Paarung beobachten. Dann hat man natürlich beide zusammen unter der Linse. :-) Und du bist ein echter Glückspilz, weil du in einer libellenreichen Gegend wohnst.

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