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Deutschstunde - eine bleibende Erinnerung!

Meine Erinnerungen an die Schulzeit gehen in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Von 1961 bis 1971 durfte ich die Schule besuchen. Weil es meine Eltern gut mit mir meinten - und dem Volksschullehrer nicht widersprechen wollten - schickten sie mich im siebten Schuljahr zur neugegründeten Realschule. Dort traf ich auf gute Lehrer*innen - mit einer Ausnahme.

Fräulein Kaßner war jung und groß, hatte breite Hüften und vom Gedankengut eines 14jährigen Jungen keine Ahnung. Jedenfalls gab sie mir auf meine "Besinnungs-Aufsätze" immer eine "Drei minus". Sie erklärte uns, daß der "Bahnwärter Thiel" von seiner zweiten Ehefrau sexuell abhängig war und führte diesen Umstand auf deren "stämmige Gestalt" zurück. Leider hat sie das Thema nicht "vertieft", was mich schon sehr interessiert hätte, zumal ich bereits begann, mich gedanklich mit ihrem "ausladenden Becken" zu beschäftigen.

Erst im nächsten Schuljahr stand die "Aufklärung" auf dem Stundenplan. Auch der "Sturm und Drang" und die "Romantik". Prima, dachte ich mir, wenn ich schon körperlich keine sexuellen Erfahrungen mache, dann fange ich eben mit der "Theorie" an. Allerdings verstand ich nicht wirklich, was "aus dem Leben eines Taugenichts" nun das "Romantische" sei. Immerhin durfte ich einmal der Klasse einen Text vorlesen, in dem das Wort "Busen" vorkam. Diese Klippe "umschiffte" ich, ohne ins Stottern zu geraten - und fühlte mich großartig. Das hätte mancher Mitschüler nicht hinbekommen!

Fräulein Kaßner war immer wieder für eine Überraschung gut. Eines Tages fragte sie uns, welches Buch wir in den letzten drei Jahren lasen und sollten kurz den "Inhalt" erzählen. Ich kam als Vorletzter dran und meinte, obwohl ich Stammgast in der Leih-Bücherei war, ich hätte in den letzten drei Jahren kein Buch gelesen. In den entsetzten Augen meiner Deutschlehrerin sah ich wieder einmal das völlige Unverständnis für meine Situation. Ich dachte, das geht keinem was an, was ich lese und vor allem nicht den Mädchen. Hätte ich gewußt, daß ich nun peinlich genau nach meinen Hobbies gefragt werde, daß mein gesamter Tagesablauf ans LIcht käme, ich hätte nicht gelogen.

Ab sofort bekam ich für meine Aufsätze nur noch eine "Vier plus". Meine Lehrerin konnte ja nicht wissen, daß ich der Einzige in der Klasse war, der damals schon Gedichte schrieb und der ein Jahr später die lustigsten Geschichten für die "Abschlußzeitung" beisteuern wird. Wenn Fräulein Kaßner wüßte, was ich heute über Goethe und Schiller weiß, daß ich Voltaire, Kant und Nietzsche las und auch mit den Humboldt-Brüdern etwas anfangen kann, dann würde sie sich sicher ärgern, daß sie mich damals so gar nicht verstanden hat... ;-)

15.9.18 06:25
 
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