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Da vergeht einem doch der Appetit!

Nun sind es nur noch zwei Wochen bis Weihnachten und ich will mich endlich mal wieder zu Wort melden. Etwas "Besinnliches" soll es sein, was sonst? ;-) Doch im In- und Ausland überschlagen sich die Ereignisse und weihnachtliche Stimmung will nirgendwo aufkommen.

Brennende Autos in Paris, nun ja, da denken wohl nur die unverbesserlichsten Optimisten an die flackernden Kerzen ihres Adventkranzes? Und das höhnische Lachen im britischen Unterhaus über die vergeblichen Bemühungen der modebewußten, tänzelnden englischen Premierministerin May, ist auch kein Zeichen entspannter Weihnachtsfreude.

Hier in Deutschland regt man sich derzeit auf, ob Ärzte und Ärztinnen für einen legalen Schwangerschaftsabbruch "werben" dürfen. Wobei unter "werben" schon der kommentarlose Hinweis auf eine Dienstleistung verstanden wird, die - im Fall der Fälle - legal von Fachleuten ausgeführt werden könnte.

Im Grunde geht es natürlich um die Frage, ob Schwangerschaftsabbrüche - unter bestimmten Voraussetzungen - erlaubt sein sollen. Meine "erzkonservative" Meinung dazu: "Leben" darf nicht beseitigt werden, weil dieses Leben irgendjemand bei seiner eigenen Lebensplanung stört. Das "Recht auf Leben" muß von Beginn des Lebens an gelten. Aber wann beginnt ein menschliches Leben? Diese Frage muß geklärt werden!

Sollten wir zu der Überzeugung kommen, die Befruchtung der weiblichen Eizelle sei der Beginn eines Menschenlebens, dann muß dieses bereits "entstandene" Leben in den Genuß seiner Rechte kommen, das heißt, es darf nicht mehr getötet werden. Aber was ist, wenn das werdende Leben nicht gesund ist, wenn es eine Bedrohung für die Mutter darstellt?

Damals, in Bethlehem, lag ein gesundes Baby in der Krippe. Wie würden wir heute Weihnachten feiern, wenn Jesus irgendeine "Fehlbildung" aufgewiesen hätte? Würden wir auch dann singen: "Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all..."? Ich vergaß, der "Menschensohn" war ja ein "Heiland", er hätte sich eventuell selbst von einer Fehlbildung kurieren können.

Das mag etwas ketzerisch klingen, doch mir ist nicht ganz klar, wie wir zu einer festen, überzeugenden Meinung zum Schwangerschaftsabbruch kommen sollen, wenn wir nicht jede Überlegung mit einbeziehen. Im Deutschen gibt es auch das häßliche Wort "Mißgeburt". Niemand von uns will eine "Mißgeburt" sein, also muß es ein Recht geben, eine solche vor der Geburt zu töten!? Und was geschieht eigentlich mit dem "abgetriebenen Leichnam". Wie wird das "Material" entsorgt? Finden wir es bei der Pharma-Industrie wieder?

Ich habe da so eine Idee... Wenn Frauen das Kind nicht wollen, welches in ihrem Körper heranwächst, dann sollten sie das Recht haben, es nach der Geburt "abzugeben". Warum kann sich nicht die "Gesellschaft", die "Allgemeinheit", oder die "christliche Kirche" um Kinder kümmern, die niemand haben will? Wäre doch eine humanere Lösung, als sie in den ersten Lebenswochen umzubringen!

Jedenfalls darf es kein zurück zu "mein Bauch gehört mir" geben. Selbst die glühendste Feministin muß begreifen, daß sie als Mutter ein Leben in sich trägt, mit dem sie nicht machen kann, was sie will. Schon als Schulkind wurde mir klar gemacht, daß ein Menschenleben mehr wert ist, als alles Geld der Welt. Das stimmt natürlich nicht, denn heutzutage werden - vor allem in Kriegszeiten - ganz bewußt Krankenhäuser in Schutt und Asche gelegt, eben weil man weiß, daß dort Kinder in den Betten liegen und tote Kinder die "Gegenwehr" der Eltern brechen.

"Die Leben" kommen und gehen, das ist der Lauf der Welt. Jeder "Geborene" wird irgendwann ein "Sterbender" sein. Könnten wir angesichts dieser Tatsache nicht ein wenig gelassener mit "Leben und Tod" umgehen? Nein! Kinder sind wehrlos und auf den Schutz ihrer Erzeuger angewiesen. Einen Wehrlosen zu schlagen, oder ihn sogar umzubringen, ist mit das Niederträchtigste, was ein Mensch tun kann. Noch dazu, wenn dieser Wehrlose sein eigen Fleisch und Blut ist!

11.12.18 11:45
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marie / Website (12.12.18 07:07)
wird länger..... ;-))

Guten Morgen,
schön wieder von Dir etwas zu lesen, somit hoffe ich, dass es Dir gut geht.
Heute hast Du etwas thematisiert, damit triffst Du natürlich absolut meinen Nerv.
Schwangerschaftskonflikte sind immer schwierig, egal aus welcher Situation sie resultieren.
Es wird immer ein pro und contra geben und die ethische Frage dazu wird immer obenauf liegen.
Da ich ja Gynäkologin bin und somit mit diesem Schwerpunkt jeden Tag konfrontiert bin und werde, möchte ich Dir gerne einiges dazu erklären. Ich glaube, eine Entscheidung zu treffen, sei es von ethischer, religiöser oder der wissenschaftlichen Seite, wann genau Leben entsteht, ist schwierig. Wenn ich von der wissenschaftlichen Seite ausgehe und auf die Reproduktionsmedizin blicke, dann entsteht Leben genau in diesem Moment, wo Eizelle und Spermium verschmelzen. Dies ist der Start der Zellteilung, welche dann nach ca. 24-30 Stunden einsetzt. Und Zellteilung bedeutet Leben.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist bis zur 14. SSW (berechnet nach dem 1. Tag der letzten Regelblutung, die Befruchtung findet ca. zwei Wochen später statt) legal. Somit wäre das tatsächliche Schwangerschaftsalter bei ca. 12 Wochen und somit bis dahin, legal abzubrechen.
Ein Embryo in der vollendeten 12. Schwangerschaftswoche, ist ein fertiger kleiner Mensch. Alle Organe, alle Informationen, Gliedmaßen etc. sind angelegt und im Ultraschall sehe ich einen kleinen fertigen Menschen. Natürlich braucht es noch ca. 30 Wochen, bis alle Organe und Funktionen des menschlichen Körpers ausgereift und selbstständig lebensfähig sind.
...


Marie / Website (12.12.18 07:07)
Ich habe viele Schwangerschaftsabbrüche begleitet und darf selbst dazu beraten und die nötige Bescheinigung dazu ausstellen. Selbst habe ich dies noch nie durchgeführt und möchte dies auch nicht tun. Da ich derzeit in diesem Bezug in beratender Funktion arbeite, darf ich dies von der Gesetzeslage auch nicht tun. Beratender Arzt und durchführender Arzt müssen immer unterschiedlich sein.
Natürlich ist es schwierig und es verlangt immer wieder eine gewisse Disziplin, wenn ich gerade eine Frau in meiner Sprechstunde hatte, welche sich zu einem Abbruch entschied und im Gegenzug meine nächste Patientin seit Jahren erfolglos mit dem Kinderwunsch kämpft. Aber das ist eben auch mein Job, da eine gewisse Balance und ein gewisses Fingerspitzengefühl mitzubringen.
Da ich es fast jeden Tag erlebe, weiß ich, dass es unterschiedliche Beweggründe gibt, einen Abbruch durchführen zu lassen. Und glaube mir bitte eins, nicht alle, aber der größte Teil dieser Frauen, macht sich diese Entscheidung nicht leicht. Natürlich gibt es Ausnahmen und ja, ich habe auch so einige Pappenheimer, welche einfach unfähig sind, vernünftig zu verhüten. Und so kommt es schon vor, dass Patientin XY zum 5. oder 6. Abbruch aufschlägt. Aber dies sind seltene Fälle und meistens in bestimmten Personenkreisen angesiedelt.
Ich glaube ein Urteil zu fällen, über eine Frau, welche abgetrieben hat, ist nicht richtig. Es gibt Gründe, die sind für mich selbst, als Frau, nachvollziehbar. Nachlässige Verhütung dagegen nicht. Generell steht es für mich an erster Stelle, Leben zu schützen und den Frauen alle Möglichkeiten aufzuweisen, um diesem neuen Leben eine Chance einzuräumen. Leider funktioniert das nicht immer.
Es gibt viele unterschiedliche Entscheidungen für einen Abbruch, sei es eine wirtschaftliche, gesundheitliche oder emotionale Entscheidung. Ein Kind auszutragen, welches aus einer Gewalthandlung entstanden ist, ist natürlich eine sehr hohe Belastung.


Marie / Website (12.12.18 07:09)
Die ethischen Grundsätze im Falle einer nachweislichen Schädigung des Feten im Verlauf der Schwangerschaft, sind natürlich noch mal ganz anders zu setzen. Das wäre ein sehr ausladendes Thema, da es auch da viele Individualitäten gibt.

Es gibt viele Defekte, wo es im Verlauf der Pränataldiagnostik klar ist oder wird, dass nach der Geburt keine Überlebungschance besteht. Die Frage ob es für die betroffene Frau zumutbar ist, dieses Kind auszutragen und normal zu gebären, ist eine schwierige Sache. Generell müssen die Frauen selbst entscheiden und ganz oft werden diese Schwangerschaften sogar wirklich bis zuletzt, mit dem letzten Fünkchen Hoffnung, ausgetragen.

Für mich selbst, wäre es wohl nie wirklich in Frage gekommen. Ich wurde selbst mit 25 Jahren, sehr unverhofft, schwanger. Die Umstände in dieser Zeit, waren alles andere als günstig, dennoch hätte ich es spätestens, als ich das Herzchen meines Kindes im Ultraschall bubbern sah, niemals tun können. Und Gott sei Dank, ist das ganz oft der entscheidende Moment, bei vielen Frauen.

Es gibt viele Situationen und ich müsste lügen, wenn ich bei bestimmten Personenkreisen manchmal nicht denken würde, dass es besser wäre, keine Kinder mehr in die Welt zu setzen. Auch gibt es z. B. diese Situationen, wo Frauen unfreiwillig diesen Schritt gehen und z. B. vom Partner dazu gedrängt werden. Und ja, auch Nötigung zum Schwangerschaftsabbruch ist verboten und höchst kritisch.


Marie / Website (12.12.18 07:09)
Es heißt zwar immer, es gibt viele Möglichkeiten an Unterstützung, allerdings sieht die Realität dann doch ganz anders aus. Ich arbeite viel mit Jugendamt, frühe Hilfen, Profamilia, Caritas etc. zusammen. Denn es ist auch meine Pflicht, wenn ich das Gefühl habe, da funktioniert etwas nicht, vorsorglich einzugreifen. Aber auch das wäre nochmal ein ausgiebiges Unterthema.

Ein schwieriges Thema und ich möchte abschließend nochmal sagen, dass es wirklich ganz viele verschiedene Beweggründe gibt, einen Abbruch durchführen zu lassen und daher muss und sollte niemals leichtfertig ein Urteil gefällt werden, nur weil es vielleicht mit der eigenen Moralvorstellung nicht ganz harmoniert.

Ich wünsche Dir eine schöne Vorweihnachtszeit.

Liebe Grüße, Marie


padernosder (12.12.18 16:48)
Hallo Marie,

danke für Dein ausführlich dargelegtes "Insider-Wissen". Grundsätzlich ist mir klar, daß wir immer den "Einzelfall" beurteilen müssen. Ich wollte, kurz vor Weihnachten, einmal das "Recht auf Leben" in den Vordergrund stellen.

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