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Große Köpfe!

Die jüdische Publizistin Hannah Arendt schrieb, als Beobachterin des "Eichmann-Prozesses" in Jerusalem, ein Buch über die "Banalität des Bösen". Sie hatte eine immer wieder aufflackernde "Affäre" mit dem Philosophen Martin Heidegger, dem geistige Nähe zu den Nazis nachgesagt wurde. Wie paßt das zusammen?

Schiller sagte sinngemäß über Goethe: "Dem eitlen Pfau sollte man ein Kind machen". Später waren die Beiden 'beste Freunde' und der gleiche Schiller meinte, ebenfalls sinngemäß: "Wie soll ich dem Vortrefflichen anders begegnen als mit Liebe?"

Arthur Schopenhauer mochte Goethe zeitlebens nicht. Er spürte den großen Schatten des deutschen "Dichter-Fürsten" schon als junger Mann, im "Salon" seiner Mutter. Wenn Goethe den Raum betrat, hatten die schon Anwesenden Pause. Der Mann war einfach genial und Arthur dachte das Gleiche von sich, nur wollte es keiner bemerken. Goethe las zwar gönnerhaft Schopenhauers erste Schriften und gab sich beeindruckt, was den jungen Trotzkopf jedoch nicht freundlicher stimmte.

Heute ist Schopenhauer den wenigsten Menschen ein Begriff. Wenn, dann ist der Griesgram für seinen ständigen Begleiter bekannt - dem Pudel. Erst spät in seinem Leben wurden Schopenhauers Schriften veröffentlicht. Er war einer jener "Philosophen", für die Immanuel Kants "neues Denken" nicht weit genug ging. Das gefiel Friedrich Nietzsche. Dieser wiederum war, als junger Mann, neben Schopenhauer, auch von Richard Wagner beeindruckt, einem bekennenden Antisemiten.

Richard Wagner fand, in dem wenig geselligen König Ludwig II. von Bayern, einen Freund und Förderer. Noch heute strömt alles, was Rang und Namen hat, zur Sommerzeit auf den "Grünen Hügel" ins Bayreuther Festspielhaus. Ich war auch vor Ort und sah sie stehen, die Opernfreunde, wie sie einen Karton vor die Brust hielten: "Tannhäuser", "Götterdämmerung, "Parsifal". Heute kann man Karten im Internet bestellen. Kostenpunkt (mit Übernachtung und Frühstück): 1200 - 2000,- €.

Wagner ließ sein Festspielhaus bauen, um dort ausschließlich seine Opern aufzuführen. Ohne das Geld des Königs wäre ihm dies allerdings nicht gelungen. Er war von sich und seinen Werken absolut überzeugt. Freund Nietzsche jedoch zeigte sich ihm gegenüber immer kritischer. Bei der Eröffnung des Festspielhauses, im Jahr 1873 mit "Rheingold", stieß es Nietzsche sauer auf, als auch "Hinz und Kunz" hereingelassen wurden, deren Gesichter die Feierlichkeit des Augenblicks nicht widerspiegelten. Er war eben ein "Spießer": Wo großartige Musik geboten wird, dort müssen auch großartige Menschen sein. Menschen, wie er sie sich als "Übermenschen" vorstellte.

Goethe und Wagner waren vom eigenen Genius überzeugt und wußten, in Demut kann man die Welt nicht verändern. Schiller hingegen wird nachgesagt, er sei ein Spieler und Lüstling gewesen, der nur nachts unter Drogeneinfluß geistige Höhenflüge starten konnte. "Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt", soll er gesagt haben. Ich glaube das nur bedingt, denn Goethe nahm von niemanden Kritik an, es sei denn, er hätte darum gebeten. Von Schiller ließ er sein Geschriebenes "korrekturlesen" und hoffte auf "Verbesserungsvorschläge". Schiller war demnach Goethes "kongenialer" Freund und "Kollege", der für seine Hilfsbereitschaft unter anderem den Stoff für "Wilhem Tell" geschenkt bekam.

Manche dieser "Stoffe" waren Goethe zu mühsam. Schiller war da zäher, arbeitete sich hinein, in die schwierige Materie und benötigte bis zur Fertigstellung seines "Wallensteins" zehn Jahre. Ziemlich lange, für sein kurzes, 45jähriges Leben. Wenn es um das Leben an sich ging, war Goethe der "Hartnäckigere". Er war zehn Jahre älter als Schiller und überlebte diesen um 27 Jahre, obwohl er der Meinung war, durch Schillers Tod hätte er die Hälfte seines Daseins verloren.

18.3.19 11:56
 
Letzte Einträge: Eichendorff läßt grüßen!, Zeiten ändern sich!, Darf der denn das? , Können Tiere sprechen?, In eigener Sache - Teil 2


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


PP / Website (18.3.19 13:03)
Und Novalis hat Schiller bis in den Tod gepflegt und sich dadurch selbst infiziert .. Schöne Zusammenfassung. Danke.


Dorehn (19.3.19 00:31)
...danke für diese Bündelung an Dichter-und Philosophiegeschichte!
- da bist Du eindeutig sehr belesen darin! .. gerne weiteres dazu!
LG, Dorehn


Mirco / Website (19.3.19 01:54)
Vielen Dank für den sehr informativen Eintrag. Seit meiner Schulzeit habe ich mich (leider) damit so gut wie nicht mehr beschäftigt. Umso interessanter ist es jetzt deine toll formulierte Zusammenfassung zu lesen.

Gruß aus Ningbo

Mirco


Methusalem / Website (19.3.19 07:29)
"Goethe nahm von niemanden Kritik an" ist zu pauschal. Es kam bei Goethe auf das jeweilige Gebiet an. Siehe hierzu z.B. die Briefwechsel mit Alexander von Humboldt. Goethe wollte allzeit lernen, aber eben von den Besten seiner Zeit.


padernosder (19.3.19 10:51)
Hallo,

vielen Dank für eure Kommentare. Ich freue mich sehr, daß mein "Beitrag" sowohl in Inhalt als auch Stil wohlwollend von euch aufgenommen wurde. :-)

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