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Eigenwilliges Denken!

Manche von euch werden vielleicht fragen, was will er denn schon wieder mit seinem "Schiller"? Ich beantworte die Frage so: "Als ich es nötig hatte, als ich nicht mehr weiter wußte, da orientierte ich mich am Denken der klügsten Menschen. Was taten diese, in einer vergleichbaren Situation?" Ein Beispiel: Als Schiller an sich zweifelte, in eine Schaffenskrise geriet, fragte er den vielleicht klügsten Menschen seiner Zeit, Immanuel Kant: "Darf ich meinem eigenen Denken vertrauen?"

Viele Menschen fragen erst gar nicht, sie tun es einfach. Aber das sind die "Bequemen", bzw. diejenigen, die die Qual des Zweifelns kennen und diese von sich fern halten wollen. Immanuel Kant war im deutschsprachigen Raum der wichtigste "Aufklärer". Ganz im Sinn dieser "Aufklärung" des 18. Jahrhunderts antwortete er Schiller sinngemäß, das eigene Denken sei seine Pflicht und er solle diesem vertrauen.

Schiller war erleichtert und schrieb sorglos und beseelt weiter. Diese "Botschaft" Kants galt natürlich auch für mich. Der philosophische Grundsatz hinzukommend, setze nichts voraus, was Du nicht selbst als richtig erkannt hast, zwang mich auf einen mühsamen Weg.

Der Weg von der "Selbstverachtung" bis hin zur "Eigenliebe" war ein langer Weg des Denkens, bei dem Fortschritte, bzw. Erkenntnisse, sich stets langsam und nie größer als ein Sandkorn aneinander fügten, ohne Wissen, ob sich je ein vollständiges Bild ergeben wird. Schiller war überzeugt, es sei wichtig, jeden Tag ein klein wenig vollkommener zu werden. Damit meinte er, vermute ich, das, was ich eben sagte.

Das Schiller-Wort "der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt", wird vielfach interpretiert. Man kann nachlesen, was er damit gemeint haben soll, versteht es aber nicht, es sei denn, man hätte es mit eigenen Gedanken durchdacht. Ich meine, hier kommt der zentrale Begriff im Denken Kants, die menschliche "Willensfreiheit", zur Geltung.

Ich erkenne und erlebe mich selbst und meine Umgebung nicht im Korsett eines gängigen Regelwerkes. "Spielen" heißt, Grenzen überwinden, frei werden. Schiller als Verfechter der "Freiheit", das kennt man. Aber was ist im 18. Jahrhundert mit "Freiheit" gemeint? Schillers Flucht aus der militärisch strengen Disziplinierung durch seinen Herzog? Schreiben ohne Zensur?

Für mich bedeutet "Freiheit" letzten Endes, schaffe ich es, mich selbst "anzunehmen", zu "lieben", oder kämpfe ich ein Leben lang mit mir selbst, mit meinen Sehnsüchten und Ängsten, mit meinen Schwächen und Talenten. Selbstvertrauen und Gelassenheit finde ich nur, wenn ich "verstanden" habe, keine Zweifel haben zu müssen. Zweifel darf ich haben, natürlich, etwa an der Existenz Gottes, aber nicht an meiner eigenen.

Wer soll mir "Freiheit" schenken, wenn ich mich nicht selbst davon überzeuge, daß ich sie haben darf? Hier denke ich, daß Schiller mit "Freiheit" noch etwas anderes meinte. Zu Goethe sagte er sinngemäß: "Ich besuche Dich gerne, aber nur, wenn ich bei Dir auch krank sein darf." Und in Goethes Haus in Weimar, drangen französische Soldaten ein, die sein Leben bedrohten. Die "Freiheit des Denkens" ist eben nur dann etwas "wert", wenn man in Frieden leben darf!

24.3.19 09:57
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mirco / Website (25.3.19 06:29)
Vor allem den letzten Satz finde ich sehr interessant "Die "Freiheit des Denkens" ist eben nur dann etwas "wert", wenn man in Frieden leben darf!", da stimme ich voll und ganz zu. Auch ansonsten natürlich ein super Eintrag. Wünsche eine schöne Woche im Frankenland.

Viele Grüße aus Ningbo

Mirco

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