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Ostern - fast so schön wie Weihnachten!

"Ostern" ist das wichtigste Fest der Christenheit. Wenn meine Enkelkinder all die schlecht versteckten Ostereier gefunden haben und der Lamm-Braten erst einmal in Ruhe gelassen werden will, können wir in der Familie zum Wesentlichen kommen.

"Opa, was ist damals eigentlich passiert? Warum haben die bösen Menschen Jesus ans Kreuz geschlagen?" Ich spüre meine Verantwortung und weiß, wenn ich den Enkelkindern meine eigene Meinung als Wahrheit verkaufe, dann werden sie keine guten Christen. ;-)

Ich weiß nicht wieso, aber meine Enkelkinder vertrauen mir. Wenn ich denen sagen würde, das "heilige Land" litt unter einer Fremdherrschaft und Jesus war ein Terrorist, der nicht mit Waffen, aber doch mit Worten den Aufstand gegen die Römer anfachte, dann würden sie zwar zuhören, aber kein Wort verstehen. Bei der Oma gäbe es die "Light-Version" der Oster-Geschichte zu hören, aber die hat bereits lauthals verkündet, sodaß es auch ich hören konnte: "Geht zum Opa, der kann besser erzählen als ich!"

Nun sitzen also die Kinder neben mir auf dem Sofa, spielen mit ihren bunten Oster-Eiern und erwarten, eine tolle Geschichte zu hören. So fange ich also an...

Es war eine stockdunkle Nacht, in der sich Jesus mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane traf. Er war seltsam erregt und meinte, einer seiner Getreuen würde ihn noch heute verraten. Die Jünger erschraken, schauten sich betroffen an und fragten, wer von ihnen es denn sei? Der wütende Petrus zog sein Schwert und brüllte: "Ich schlage den Kerl tot?"

Da kamen auf leisen Sohlen die Soldaten geschlichen und plötzlich ging Judas Ischariot auf Jesus zu, küßte ihn und gab den Soldaten somit ein Zeichen. Alsbald fielen sie über Jesus her und verhafteten ihn. "Warum ist Jesus nicht weggelaufen?", fragt der älteste Enkel und rutscht unruhig auf dem Sofa hin und her. "Gute Frage", sage ich, und setze fort: "Er mußte bleiben, sonst wäre die Oster-Geschichte nicht nach Plan verlaufen. Gott hat es so gewollt."

Die Kinder sind ein wenig schockiert, fragen aber nicht mehr. Sie wollen jetzt wissen, wie es weiter geht. Ich beschreibe ihnen den übel aussehenden Barabbas und kann ihnen nicht erklären, wieso das Volk Barabbas und nicht Jesus frei haben wollte. Der Anführer der Römer, Pontius Pilatus, hat es ebenfalls nicht verstanden und wusch erst einmal seine Hände in "Unschuld". Das interessiert die Kinder. Händewaschen, und alle Sünden sind vergeben!

Ich sehe meine Chance gekommen und verkünde: "Da seht ihr mal, wie wichtig heutzutage das Händewaschen ist! Denkt daran, wenn ihr gleich über Oma´s Braten herfallt!" Doch die Kinder wollen nichts vom Essen hören. Ich schaue betroffen vor mich hin und sage leise: "Nun kommt das Schlimmste. Der zum Tode verurteilte Jesus muß sein Kreuz zum Hügel Golgatha tragen. Manche Menschen haben Mitleid mit ihm. Andere johlen und grölen, wollen ein Spektakel sehen."

Wieder schenke ich mir ein paar grausame Einzelheiten und fahre fort: "Als Jesus dann am Kreuz hing, kam plötzlich Wind auf, der sich zu einem Orkan steigerte. Im Tempel zerriß sogar ein Vorhang, der das Allerheiligste vor den Blicken der Menschen schützte. Nun wußten alle Anwesenden, daß etwas Bedeutendes geschehen war. Gott war offensichtlich zornig aufgrund der Tatsache, daß sein Sohn am Kreuz sterben mußte".

"Soviel für heute", sage ich etwas erleichtert, weil ich aus dem Augenwinkel erkenne, wie Oma den Braten auf den Tisch stellt. "Händewaschen und zu Tisch!" Mißmutig folgen meine Enkelkinder den Anweisungen und haben zwei Minuten später die Ostergeschichte vergessen, denn Knödel mit Soße mögen sie alle sehr gerne. Das haben sie vielleicht von mir, denn ich war schon als Kind derjenige, der von der Bratensoße nichts übrig ließ.

Ostern - das ist ein paar Tage frei haben und richtig schlemmen. Nach dem Essen folgt ein kleiner Spaziergang zum Italiener, der weit und breit das beste Eis anbietet. Ostern, das ist fast so schön wie Weihnachten. ;-)

21.4.19 10:54
 
Letzte Einträge: Prost!, Das Narren-Schiff!, Vorentscheid für Lissabon!, Eichendorff läßt grüßen!


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Twity-Autor (21.4.19 11:51)
Lieben Dank für deine privaten Schmunzel-Einblicke! :-= ) Wieder einmal toll geschrieben.

Ich wünsche dir und deiner Familie ein wunderschönes Osterfest!

LG Twity-Autor


Methusalem / Website (21.4.19 14:22)
Hach – sehr schön beschrieben. Die Geschichte vom Osterhasen und wie der mit dem Fest zusammenhängt kommt dann noch erschwerend dazu. Die Enkel fragen da Sachen, da wäre wir als Kind nie drauf gekommen.

Herzliche Grüße, fröhliche Ostern und meine Frau meinte ich sollte unseren Blog wieder aufmachen.
Ich höre ja immer auf meine Frau. Also meistens.

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