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Lachen oder Weinen?

Ob es nun beim Sport passiert, oder in der Politik - zu fast allem, was wir im Fernsehen sehen, wird viel "dummes Zeug" erzählt. Das liegt, wie ich meine, in der "Natur der Sache", denn wir Menschen sind eben schnell dabei, mit unserer Meinung, mit unseren Vorurteilen, mit unserem "Halbwissen".

Es gibt aber auch - und darüber will ich heute schreiben - eine "Vereinnahmung" der handelnden Akteure. Vor allem dann, wenn sie erfolgreich sind. Der 17jährige Boris Becker hat 1985 das bedeutendste Tennisturnier der Welt gewonnen und damit viele Deutsche glücklich gemacht. In Deutschland gab es einen "Tennis-Boom" und die Sportart "Tennis" wähnte sich auf Augenhöhe mit "König Fußball".

Doch Boris Becker hatte, nach eigener Aussage, nie das Gefühl, "für" Deutschland zu spielen. Er stand ganz alleine auf dem Tennisplatz und als Gegner stand ihm ebenfalls ein "Einzelkämpfer" gegenüber. Die Fernsehzuschauer machten also etwas aus Boris Becker, was er nicht sein wollte. Im Fußball ist das ganz anders. Als die deutsche National-Elf 2014 als Weltmeister nach Hause kam, jubelte das Volk und die Spieler sagten, ohne diese tolle Unterstützung der Fans hätten sie es nicht geschafft.

Davon war Boris Becker weit entfernt. Es war ganz alleine sein Sieg, den er im Londoner Stadtteil "Wimbledon" noch zwei mal wiederholte. Bezeichnend ist auch, daß er heute "verspottet" wird. Seine glühenden Anhänger von damals nennen ihn heute einen dummen "Hassardeur", der alles "verspielte", was ihm der Tennissport ermöglichte - allen voran familiäres Glück und viel Geld.

Aber es geht noch eine Nummer größer. Wer hat den Zweiten Weltkrieg "verschuldet"? Wir, das Volk der Deutschen? Oder war es Hitler, der Österreicher? Waren es die Anhänger und Politiker der NSDAP? Oder begann der Zweite Weltkriegs aufgrund einer internationalen Verschwörung? Jedenfalls zogen unser Väter, Großväter, Ur-Großväter, Ur-Ur-Großväter usw. für die falsche Sache in den Krieg. Was sollen wir, die nach dem Krieg Geborenen, davon halten?

Müssen wir nicht treu und tapfer an der Seite unserer Vorfahren stehen, auch wenn sie "Mist gebaut" haben? Dürfen wir unsere Erzeuger "verurteilen"? Während wir Fragen stellen, kommt ein wichtiger Politiker daher und meint: "Die Alliierten haben Deutschland 'befreit' und dem verbrecherischen Nazi-Regime das Handwerk gelegt."

"Befreiung" durch den Abwurf einer riesigen Bombenlast auf die wehrlose Bevölkerung im Feindes-Land? Müssen wir heute froh sein, daß damals "fremde Mächte" unsere Verwandtschaft im Krieg besiegten? Können wir verstandesmäßig alles sauber trennen, was unsere Emotionen nicht auf die Reihe kriegen?

Es ist schwierig! Wenn heute ein deutscher Wehrmachts-Soldat vor Gericht steht und sagt, er hätte nur auf "Befehl von oben" schreckliche Dinge getan, was sagt dann das "Hohe Gericht"? Ist er "schuldig", oder ist er "unschuldig"? Im Denken eines "Sport-Fans" hätten "wir" den Zweiten Weltkrieg natürlich gewinnen wollen und sollen. Das ist die Crux. Warum soll ich hoffen, daß mein Vater den Krieg verliert? Wie gehe ich im Nachhinein damit um? Wem gegenüber bin ich im Zweifel loyal - der Menschlichkeit im Großen und Ganzen, oder meinem Vater und meiner Mutter im Speziellen?

Klar ist, daß es natürlich Menschen gibt, die nicht den Stab über die "Nazis" brechen, weil es ihre Väter und Mütter waren, die in die NSDAP eintraten und diese dadurch stark machten. Manche aus Überzeugung, andere aus Angst oder Opportunismus. Das Phänomen "Hitler" war eben nicht schnell wieder vorbei, wie viele annahmen.

Manchmal werden wichtige Fragen von Schule und Gesellschaft nicht beantwortet. In Deutschland hat man sich bis zu einem gewissen Grade mit der Aufarbeitung des "Zweiten Weltkriegs" und seiner Folgen auseinander gesetzt. In anderen Ländern fand diese Auseinandersetzung nicht statt. Gerade das weist auf die Schwierigkeit des Unterfangens hin.

Vielleicht sollte ich nicht immer gleich jubeln, wenn eine deutsche "Sports-Kanone" erfolgreich gegen den Rest der Welt kämpft. ;-)

10.5.19 08:08
 
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