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Die Liebe macht die Musik!

Es ist, wie es ist - so denke ich gerne nach, bilde mir eine eigene Meinung, und packe dann furchtlos auch "heiße Eisen" an. ;-)

Der Mensch will geliebt werden! Deshalb träumt er u.a. von der "großen Liebe", träumt von dem "einen" Menschen, mit dem etwas möglich ist, was mit allen Anderen nicht gelingen kann. Meiner Meinung nach ist das Hoffen und Warten auf die "große Liebe" eine (Un-)Tätigkeit, der wir uns nicht "hingeben" sollten.

Ganz anders dachte der große Komponist Richard Wagner. Er war ein "Revolutionär", ein Mann, der bestehende "Standards" nicht anerkennen wollte. So schreckte er, der ständig in finanziellen Schwierigkeiten Steckende, nicht davor zurück, seine Freunde und Gönner zu brüskieren, indem er z.B. deren Frauen zum "Ehebruch" verleitete.

Und jetzt sind wir schon bei der spannenden Frage: Darf die "große, einzige Liebe" etwas zerstören, was für sich genommen auch eine gewisse "Heiligkeit" hat, wie z.B. das Vertrauensverhältnis zu einem Freund? Darf unsere "Liebe" - meines Erachtens das Beste, was wir Menschen uns entgegen bringen können - das Leid "Dritter" erzeugen?

Wenn die "Liebe" so etwas Großartiges ist, wenn wir das Gefühl haben, die Liebe unseres Lebens gefunden zu haben, dürfen wir uns dann über alle Regeln hinwegsetzen? Die Antwort auf diese Frage ist vielleicht eine Sache des "Charakters". Der Eine sagt: "Selbstverständlich nicht!" Der Andere sagt: "Diese Chance bekomme ich nur einmal. Ich 'muß' sie ergreifen".

Richard Wagner hatte keine Skrupel. Er dachte noch nicht einmal daran, wie sehr er sich - zumindest finanziell - selbst schadet, obwohl ihm die Verwirklichung seiner eigenen Pläne das Wichtigste überhaupt war. Jetzt sind wir beim "Egoismus". Selbstverständlich ist jeder Mensch ein "Egoist", ein "An-Sich-Selbst-Denkender". Aber wir können alles übertreiben. Ebenso wie wir danach fragen, was die "Liebe" darf, können wir uns fragen, was unser "Egoismus" darf.

Nun muß ich noch einen Aspekt der "Liebe" betrachten. Zeichnet sich "Liebe" nicht dadurch aus, daß sie nichts für sich selbst will? Ist die "wahre Liebe" nicht etwas völlig Anderes als die Suche nach dem einen, ganz besonderen Menschen? Ist die "wahre Liebe" nicht sogar das Gegenteil von der "großen Liebe"? Als Christenmenschen kennen wir die Aussage: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen!" Dürfen wir als "Christen" das Prinzip der Demut verlassen und nach dem "irdischen, vollkommenen Glück" streben?

Richard Wagner findet sein "Glück". Als er stirbt, in einen pinkfarbenen Seidenmantel gehüllt, legt sich seine Frau Cosima 24 Stunden auf den leblosen Körper des geliebten Mannes. Sie will alleine mit ihm sein. Allerdings verraten ihre Tagebuch-Aufzeichnungen eine Menge über die kleinen und größeren Probleme des Alltags, die auch zwischen "Liebenden" nicht ausbleiben.

Cosima Wagner ist die Tochter des berühmten Komponisten Franz Liszt, der dem einstigen, steckbrieflich gesuchten Revoluzzer, Richard Wagner, mit falschen Papieren die Flucht ermöglichte. Und Cosima Wagner war eine verheiratete Frau, als die "große Liebe" mit Wagner begann. Es ist also erst im Nachhinein feststellbar, um welche Art von Beziehung es sich handelte. Wir können uns zwar auf den "ersten Blick" verlieben, aber was daraus entsteht, steht "in den Sternen". Die Zukunft wird es zeigen.

Was haltet ihr nun von "Wagner" und der "Liebe"? Klar ist, daß es keine einzig und ausschließlich gültige Definition des Begriffes "Liebe" gibt. Wenn wir über sie diskutieren, müssen wir uns vorher darüber klar werden, was genau wir mit "Liebe" meinen. Ganz wichtig ist mir die Fähigkeit, sich selbst "annehmen" zu können, aber darüber will ich heute nicht reden, bzw. schreiben. Meine Meinung zu "Wagner" ist Folgende:

Er war in erster Linie ein egoistisches, charakterloses Schwein. Aber ich frage mich, was hat ihn dazu gemacht? Ich bin kein "Genie" und ich brauche auch nicht ständig eine Frau um mich. Beides wird Richard Wagner nachgesagt. Ich bin auch kein glühender "Antisemit" und ich habe keinen König als Freund, der mir meine Wünsche erfüllt.

Als Freund der "Kunst im Allgemeinen" kann ich eine gewisse Bewunderung Wagners nicht verhehlen. Es gibt Menschen, die sich in seine "Musik" derart hineinversetzen können, daß sie beim "Liebestod" in der Oper "Tristan und Isolde" einen sinnlichen Orgasmus erleben.

"Isolde" legt sich auf den toten "Tristan" und die Vereinigung der Liebenden erfüllt sich. Todessehnsucht aufgrund einer gesellschaftlich geächteten, weil "ehebrecherischen" Beziehung. Wagner hat das gelebt, was er inszenierte. Er war sich selbst ein "Vorbild". Er wollte all das selbst leben, was er als Komponist in seinem Kopf entwickelte. Und Cosima verkörperte an seinem Ende die "Isolde".

Die "Liebe leben", das klingt doch gut und harmlos. Das klingt vernünftig. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, daß ihr zu all dem eine völlig andere Meinung habt! ;-)

13.8.19 12:26
 
Letzte Einträge: Darf der denn das? , Können Tiere sprechen?, In eigener Sache - Teil 2, Was soll das sein?, Auflösung des Suchrätsels!, Der Narr geht nach Hause!


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Faradei (13.8.19 13:53)
Um das Wort Liebe zu erläutern wurden schon Bibliotheken gefüllt - und werden noch.
Um Musik zu generieren, wie z.B. Wagner, braucht es irgendeine Art Muse, ein Mittel zum Zweck.
Vielleicht beinhaltet Liebe auch Muse. Ich will es nicht wissen - es ist trivial.


padernosder (14.8.19 08:18)
Hallo,

danke für Deine Antwort, Faradei!


Marie / Website (14.8.19 09:07)
Hallo,

eine wirkliche Antwort empfinde ich für mich selbst als sehr schwierig.
Wahrscheinlich habe ich einfach zu wenig Ahnung und Erfahrung.

Ich habe jetzt schon eine Weile überlegt. Natürlich ist sich jeder selbst am nächsten. Zumindest meistens. Dennoch, "die Liebe leben", ist sicherlich schön und gut, aber ohne Rücksicht auf Verluste? Koste es was es wolle?
Nein, dass wäre nicht in meinem Sinne.

Und Wagner´s Egoismus, kann ich nicht gut finden. Liebe, Liebe leben und Musik, dass gehörte wohl für ihn zusammen, dass eine ging nicht ohne das andere,

Die Liebe, ein schwieriges Unterfangen.
Wo fängt Liebe an und wo hört sie auf? Die große Liebe, wie definiert sie sich?
Ich weiß es leider nicht.

Leider ist so oft, wie wohl bei Wagner auch, die "Liebe", Mittel zum Zweck gewesen und brachte ihm bis heute Anerkennung und Ruhm.

Liebe Grüße, Marie


padernosder (14.8.19 14:32)
Hallo,

danke auch Dir, Marie, für Deine Meinung. Einen Menschen aus einer anderen Zeit zu "verstehen", ist eigentlich unmöglich und Du beschreibst deutlich, wie schwierig es für Dich - und wohl für uns alle - ist, eine eigene, grundsätzliche Position zur vielfältigen "Liebe" zu finden.


Methusalem (14.8.19 20:40)
"Immer wenn ich Wagner höre, habe ich das Bedürfnis, in Polen einzumarschieren."
Woody Allen


padernosder (14.8.19 22:03)
Hallo,

schönes Zitat, Methusalem! Man muß sich schon wundern, daß die gesamte (politische) Prominenz beim jährlichen "Aufmarsch" am "Grünen Hügel" scheinbar keine Skrupel kennt. ;-)

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