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Wenn Glück besoffen macht!

Die innerdeutsche Mauer ist gefallen. Dreißig Jahre ist das her. Die Menschen - hüben wie drüben - weinten vor Freude.

"Gefühlt" sind diese Freudentränen nie geflossen. Wer kann sich heute noch vorstellen, daß sich ein Hesse und ein Thüringer spontan in den Arm nehmen. Nein, das Trennende wird herausgestellt. Von "Einigkeit und Recht und Freiheit" träumt keiner mehr. Es wurden viele Fehler gemacht, nach dem Fall der Mauer...

..."kommt, schaut euch unseren Wohlstand an", rief der Westen, "hier habt ihr schon mal 100 harte DMark, damit ihr ein wenig teilhaben könnt an unserem Luxus!" Die Menschen aus dem Osten holten sich das "Begrüßungs-Geld", ohne dabei wahrzunehmen, daß sich der "reiche Onkel" wie ein "arroganter Angeber" verhält. Vielleicht dachten manche sogar, nun wird es immer so weiter gehen. Sie kannten das Schlaraffenland "BRD" aus dem Werbefernsehen. Dort schien zum Frühstück auf der Alm immer die Sonne und alle Menschen lächelten stets glücklich.

Ach ja, das Werbefernsehen. Manche Menschen werden es nie verstehen, daß alles, was dort mit den schönsten Bildern angepriesen wird, Geld kostet. Vielleicht hätte man den Menschen aus dem Osten beim Mauerfall sagen müssen: "Vorsicht, auch das Günstige kostet Geld und gerade im Westen hat man schnell ein Scheißleben, wenn man über seine Verhältnisse lebt."

Und dann die "Treuhand". Ein schönes, wenn auch irreführendes Wort. In der BRD wurde vieles subventioniert. Da gab es einen "Kohlepfennig" und die Preise für landwirtschaftliche Produkte wurden "künstlich" hochgehalten. Das führte zum "Butterberg" und zum "Milchsee". Äpfel wurden ins Meer gekippt und heutzutage wird uns erzählt, wir würden zuviele Lebensmittel wegwerfen.

Naja, wie auch immer! Im Osten wurde alles verramscht, was auf den ersten Blick keine "Rendite" versprach. Die Betriebe und Jobs wurden vernichtet, weil man vergaß, daß "Arbeit" mehr ist, als Geldverdienen. Andererseits, und das war irgendwie lustig, nahmen es die ehemaligen DDR-Bürger nicht so genau mit der Arbeit. Sie gingen schon mal zum Einkaufen, ohne nach den betrieblichen Bedürfnissen zu fragen. ;-)

Langer Rede kurzer Sinn - niemand muß sich wundern, wenn manche Menschen in den östlichen Bundesländern ihre Situation beklagen und auf die Politiker schimpfen. Da ruft man gerne "wir sind das Volk", obwohl man eigentlich viel bescheidener ist und meint: "Auch wir sind das Volk". Diese Stimmungslage machen sich - schon wieder - irgendwelche machtgeilen "Wessis" zunutze und gründen eine Partei, von der sie behaupten, sie wäre eine Alternative für Deutschland.

Ich würde es für gut heißen, wir hätten tatsächlch eine mögliche "Alternative" zu dem, was ist! Eigenartiger Weise ist es ja so gewesen: Solange vor und hinter der innerdeutschen Mauer gigantische Waffenarsenale - nicht nur für einen "kalten Krieg" - standen, hatten die Menschen in der BRD tatsächlich noch die Wahl zwischen der "Annäherungspolitik" der SPD und der "Abgrenzungspolitik" der CDU/CSU. Die Lager waren etwa gleich groß und nicht jeder hat verstanden, daß wir zu allererst einmal "Frieden" brauchten und deshalb mit unseren "Feinden" reden mussten.

Bundeskanzler Willy Brandt besuchte 1970 die DDR. Als er sich in Erfurt am Fenster zeigte, jubelten die DDR-Bürger ihm zu. Ein einmaliger Vorgang, die Begeisterung der Menschen war vergleichbar mit der beim Mauerfall. Zuhause, in der BRD, sprach der politische Gegner von "Brandt, dem Volksverräter", denn mit dem "Klassenfeind" gäbe es nichts zu "verhandeln".

Jahre später, als der Bundeskanzler Kohl von der CDU beim Mauerfall dann das Volk belog, ihm alles versprach, was es hören wollte, da hat er die Stimmen aus dem Osten bekommen und keiner wollte sich mehr an den früheren Bundeskanzler Willy Brandt von der SPD erinnern, der durch seine "Annäherungs-Politik" die Weichen für den "Mauerfall" stellte.

Ja, es ist Vieles falsch gelaufen. Beim Suchen nach "Schuld" sollte man bei sich selbst anfangen und ich frage mich immer wieder, wie leichtgläubig und dumm doch jeder Einzelne von uns aufgeklärten Bürgern sein kann.

"Shit happens", vor allem dann, wenn uns das Glück besoffen macht! ;-)

4.10.19 09:56
 


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Methusalem (4.10.19 10:33)
Wahre Worte.

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