Fotografiert und erzählt!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   
    marie-adel-verpflichtet

   
    indianwinter

    lebenslabyrinth
   
    mirco-reisen

    - mehr Freunde

   
   Fotos
   Indianwinter
   lebenslabyrinth
   Marie
   Methusalem
   mirco-reisen
   pally66



https://myblog.de/padernosder

Gratis bloggen bei
myblog.de





Leck mich de Söck!

Wie verhält sich mein alter Kupferkessel in der Spülmaschine? Was ist mein "Bonanza-Fahrrad" aus den Siebzigern noch wert? Überlebe ich die "Küchenschlacht" und bin Tagessieger? Hat die Kommissarin wieder Probleme mit ihrem "Pubertier" Tochter? Scheint in Rosenheim immer die Sonne? Tja, wer weiß denn so was - und - will das tatsächlich ganz Deutschland wissen?

Wir nehmen das Folgende mal nicht ganz so ernst - versprochen? Okay, dann picke ich mir die tägliche Fernseh-Sendung mit meinem alten "Bonanza-Fahrrad" heraus. Bei "Bares für Rares" kann ich es verkaufen und - mit etwas Glück - darf die Fernsehgemeinde dabei zusehen. Nun hat dieses Fahrrad vielleicht sogar "Kult-Status", aber es ist, auch auf Hochglanz poliert, höchstens einen "Hunderter" wert.

Das bedeutet für mich, ich bleibe zuhause und erspare mir die Autofahrt nach Köln, ins ehemalige Walzwerk Pulheim. Anders sähe es aus, wenn ich so einen "fetten Klunker" mein Eigen nennen könnte, den mir meine Erbtante kurz vor ihrem Ableben heimlich zusteckte, weil ich ihr von all den "Aasgeiern" noch der Liebste war. ;-) Dann würde es mich freuen, von der "Frau Doktor" zu hören, was das gute Stück wert sei.

Doch bleiben wir mal näher bei der Realität. Da kommt also eine ältere Dame nach Pulheim - der schneuzertragende Moderator nennt sie "eine sehr gepflegte Erscheinung" - und legt ihren "Einkaräter" auf den samtbezogenen Tisch. Frau Doktor ist begeistert und prüft sogleich die Echtheit der bunten Steine, denn das "Collier" hat noch wesentlich mehr zu bieten, als besagten "Einkaräter". Nun wird die elegante Dame gefragt, was sie denn gerne hätte, für ihr Collier.

Die Dame weiß nicht so recht, druckst ein wenig herum und wird vom ehemaligen Koch, Horst Lichter, aufgefordert: "Nun hau mal Einen raus!" Der Herr Lichter ist ja inzwischen deutschlandweit bekannt und man weiß, er will fremde Menschen immer "duzen", das paßt besser zu seinem schlichten Gemüt. Die gepflegte Dame mit dem "fetten Klunker" will diese persönliche Nähe eigentlich nicht, da ist sie ganz Anderes gewohnt, aber sie überhört die flapsige Bemerkung und sagt: "5000 €"!

Herr Lichter ist sprachlos und ruft erstaunt: "Leck mich de Söck"! Die ältere Dame fühlt sich noch etwas unwohler in der Gesellschaft dieses kleinen Mannes, der nur im Gesicht Haare trägt. Doch die Frau Doktor rettet die Situation, indem sie anfängt, alles zu erzählen, was sie über das tolle Schmuckstück weiß. Ganz am Schluß kommt sie zur "Preisfrage" und nennt eine Summe von sechseinhalb- bis siebentausend Euro. Nun verliert auch die elegante Dame ein klein wenig ihre Souveränität und hält sich mit beiden Händen am Tisch fest, wobei ein leichtes Lächeln um ihre Mundwinkel spielt.

An dieser Stelle ist es mir wichtig, zu erzählen, daß ich mir "Bares für Rares" deshalb ganz gerne ansehe, weil ich immer wieder sehr schönes "Kunsthandwerk" zu sehen bekomme, wie Schmuck, Uhren, Bronze-Statuen, Bilder usw. Sehr interessant ist es auch zu hören, aus welcher Zeit die Kunstobjekte stammen. Dabei ist mir aufgefallen, daß die meisten angebotenen Gegenstände Ende 19. bis Anfang 20. Jahrhundert gefertigt wurden, das heißt "Jugendstil", "Art déco", "Historismus", "Biedermeier" usw.

Eine weitere, rethorische Entgleisung erfährt die ältere Dame, als sie den Händlerraum betritt, und sogleich schwach von der Seite angesprochen wird: "Na, Engelchen, was bringst Du denn für einen Prügel mit"? Im breiten Dialekt wird die Dame und ihre Ware erst einmal "klein gemacht". Von der anderen Ecke des leicht gebogenen Tisches, an dem fünf HändlerInnen sitzen, kommt mit künstlich aufgesetzter, weinerlicher Stimme im tiefbayrischen Dialekt: "Ja wo hoam´s denn des gute Stück her?" Der kleine, kugelrunde Bayer mit den bunten Hemden und den breiten Hosenträgern ist begeistert von der Dame und meint dann noch: "Sie sehen aber elegant aus, des seh´ ich sofort, gell, jaaa."

Die HändlerInnen schauen durch eine kleine Lupe und sprechen über Glanz und Reinheit, über Alter und Verarbeitung. Es sind "Experten", sie sollten eigentlich wissen, was das Zeug wert ist, mit dem sie handeln. Der erste Händler ringt sich zu einem Angebot durch und meint 500 €. Die Besitzerin des kostbaren Colliers erschrickt: "Ohje, wenn das nicht besser wird?" Doch eine Händlerin begreift, was sie da in Händen hat und sagt: 3000.- €. Jetzt verstehen die anderen Händler auch, was Sache ist und bieten sich gegenseitig hoch.

Der letzte Spannungsmoment bei "Bares für Rares" ist, zu beobachten, bei welchem Angebot die Eigentümer der Ware "einknicken". In beschriebenem Fall erfolgte der Zuschlag bei 3700.- €. Unglaublich, aber wahr - 3000.- € unter Marktwert. Manchmal glänzt eben das "€-Zeichen" noch heller als ein Diamant. ;-)

19.11.19 10:34
 
Letzte Einträge: Darf der denn das? , Können Tiere sprechen?, In eigener Sache - Teil 2, Was soll das sein?, Auflösung des Suchrätsels!, Der Narr geht nach Hause!


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung