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Winterloch!

Schön wäre es, wieder einmal ein paar gute Fotos zeigen zu können. Doch es herrscht die "Saure-Gurken-Zeit", oder anders gesagt, ich befinde mich im "Winterloch". Natürlich, ich kann euch nicht täuschen, ein "Winterloch" im herkömmlichen Sprachgebrauch gibt es nicht, es gibt nur eine "schlafende Natur".

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei... Sorry, völliger Blödsinn! Wir haben ja einen Sommer, doch der befindet sich auf der anderen Erdhalbkugel, wo ich jetzt tolle Bilder schießen könnte: "Fliehende Tiere vor einem blutroten Himmel!" Tja, wir merken sofort, da ist Vorsicht geboten und niemand - der nicht genau weiß was er macht - sollte wegen eines*) in die Enge getriebenen Tieres sein eigenes Leben gefährden. Es ist wie im Straßenverkehr, in der Not heißt es, Selbstschutz zuerst, also: Vollbremsung, Lenkrad festhalten und sich nicht scheuen, daß in die Scheinwerfer starrende Lebewesen zu überfahren.

Ich lege ja gerne mal den Finger in die Wunde, oder zeige Zustände auf, angesichts derer man nicht mehr weiß, ob man lachen oder weinen soll. Als ich die Bilder von den Buschbränden in Australien sah, da dachte ich bei einem Foto tatsächlich, es hätte Ähnlichkeit mit einem Poster in meinem Kinderzimmer, wo ein riesiger, untergehender, orangefarbener "Sonnenball" zu sehen war und direkt vor der Sonne, als schwarzer "Schattenriß", lag ein gähnender Leopard auf einem Baum.

Manchmal werde ich bei solchen Gelegenheiten nachdenklich und dann wird mir klar, wie nahe Idyll und schreckliche Wirklichkeit beieinander liegen können. Wir wissen um die "Verwandtschaft" von Liebe und Hass, um die irritierenden Augenblicke, wenn wir unvermittelt aus unseren Träumen gerissen werden und uns erst einmal orientieren müssen.

Letzteres kenne ich besonders gut. Mein Wecker klingelte viele Jahre um 4.15 Uhr. Nie war ich ausgeschlafen, doch ich habe auch nie geflucht und mit meinem Schicksal gehadert. Wenn man so will, war der zur "Unzeit" klingelnde Wecker eine gute Schule fürs Leben. Für mich muß ein Tag mit guten Gedanken beginnen!

Da kommt mir noch etwas Anderes in den Sinn, wenn ich über den Zwiespalt nachdenke, der sich für Fotografen manchmal auftut. Es ist noch nicht lange her, da wurde zum "Foto des Jahres" ein Bild gekürt, auf dem eine brennende Person zu sehen war, die schreiend am Fotografen vorbei rannte. Soll man so ein Foto tatsächlich auszeichnen? Hätte der Fotograf nicht helfen müssen? Einem Menschen in der Not zu helfen, das ist doch eine "gesetzliche Verpflichtung"! Der Mut des Fotografen ist allerdings zu bewundern. Nur wenige Menschen wagen es, sich lediglich mit einer Kamera "bewaffnet" ins Kriegsgeschehen zu stürzen.

Die Zeiten ändern sich, auf für einen Fotografen. Während unser Leben immer in der Gegenwart stattfindet, die Zeit jedoch nie zum Stillstand kommt, ist ein Foto in der Lage, den winzig kleinen "Moment" - der einmal Gegenwart war - für immer festzuhalten. Niemand sonst kann das. Ein Foto ist das Gegenteil von "fortschreitendem Leben", es bringt das Leben zum Stillstand. Da ist allerdings ein "Video" ganz klar im Vorteil. Bewegte Bilder von Vergangenem helfen der Erinnerung intensiver, als ein einzelnes Foto.

Warum erzähle ich euch von meinen Gedanken...? So ist das eben, im Winterloch, wenn nichts passiert. Ich fühle dem heißen Kaffee hinterher, der wohlig die Speiseröhre hinunter läuft, schaue hoffnungsvoll zum Fenster, ob sich der blaue Himmel zeigt, den der Wetterbericht ankündigte und dann wird es auch Zeit, endlich ins Badezimmer zu kommen, um mit einer kalten Dusche den Kreislauf hochzufahren. Und morgen? Vielleicht gibt es morgen schöne Bilder aus einer sonnigen Welt... ;-)

*) Die ersten Leser*innen mußten leider meinen "Dativ-Fehler" ertragen. Sorry! ;-)

14.1.20 09:07
 
Letzte Einträge: Können Tiere sprechen?, In eigener Sache - Teil 2, Was soll das sein?, Auflösung des Suchrätsels!, Aufklärung!


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dorehn (14.1.20 23:37)
...es ist doch erfrischend wie Du das “Winterloch“ mit Allerlei zu überbrücken verstehst mit Lachen u.Weinen zugleich, ...halt wie's das alltägliche Hoffen u.Bangen mit sich bringt 😉


Marie / Website (15.1.20 10:46)
Hallo,

ich glaube, selbst so ein "Winterloch" hat einen gewissen Reiz. Und ich bin mir sicher, dass es bald schon wieder aufwärts geht und die Natur aus ihrem wohl viel zu kurzen nicht gänzlichen Winterschlaf erwachen wird. Ich meine sogar schon leicht wieder mit juckenden Augen, kämpfen zu müssen. ;-)

Sehr schön von Dir geschrieben!

Liebe Grüße,
Marie


Mirco / Website (16.1.20 04:49)
Ja, deine Erzählungen im Winterloch sind doch auch äußerst interessant. Die Brände in Australien sind wirklich eine unfassbare Katastrophe. Ich war 2005 selbst in dieser einst wunderschönen Gegend.

Ich hoffe doch sehr für dich, dass schnell besseres Wetter in Franken aufzieht.

Viele Grüße aus Ningbo

Mirco


Indianwinter (16.1.20 20:51)
Hallo,

ein kleiner Streifzug durch die Welt der Fotografie, insbesondere diese Ambivalenz zwischen dem Drang des Fotografen, "das" Foto zu schießen und andererseits damit verbundene etwaige Skrupel...

Zum Glück musst Du dir diese Frage nicht stellen, Deine Aufnahmen bringen uns die Natur immer wieder faszinierend nahe.

...und der Frühling kommt ja doch und damit das Aus für das Winterloch, bis dahin LG :D

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