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Romantik - romantisch?

Es ist traurig, aber wahr: Das, was sich in meinen Ohren verbirgt, ist alles Andere als ein "absolutes Gehör". Schon als Jugendlicher bewunderte ich meine gitarrespielenden Freunde, wenn der Eine den Anderen um ein "a" bat. ;-)

Dennoch bin ich an der "Wundertüte" Musik interessiert und so kam es, daß ich gestern einen Bericht sah, in dem behauptet wurde, der großartige Beethoven, dessen 250. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, hätte für andere Musikinstrumente komponiert, als sie heutzutage benutzt werden. Das heißt, alles, was Beethoven noch mit eigenen Ohren hören konnte, klang anders, als es heute klingt. In diesem Bericht, den ich sah, wurden die betreffenden Instrumente vorgeführt, z.B. Horn und Trompete. Die sahen schon etwas eigenartig aus und erzeugten dementsprechende Töne. ;-)

Darauf soll es mir aber nicht ankommen. Ich wollte wissen, was Beethoven so umtrieb. Kant, Schiller und Goethe waren seine Zeitgenossen, natürlich auch Mozart und Napoleon und dann all diese "Neulinge", welche die "Frühromantik" prägten, wie Novalis, Tieck, Fichte usw.

Den koketten Goethe, der sich in der "feinen Gesellschaft" so galant zu präsentieren wußte, fand Beethoven keineswegs amüsant und so kam es nur zu einer einzigen Begegnung der Beiden. Der bewunderte Napoleon verscherzte es sich mit Beethoven in dem Augenblick, als er sich selbst zum Kaiser krönte. Beethoven zerriß die Seiten einer Widmung, mit der er Napoleon ehren wollte.

Der griesgrämig wirkende Beethoven offenbarte in einem Brief seine Seele: "Oh ihr Menschen, die ihr mich für feindselig, störrisch oder misanthropisch haltet, wie unrecht tut ihr mir! Ihr wißt nicht die geheime Ursache von dem, was euch so scheint.”

Das kann man wohl mit Sicherheit sagen - zu leiden hatte der großartige Musiker genug. Mozart hatte wenig Zeit, als der 17jährige Beethoven vor ihm stand, immerhin erkannte er dessen Talent, denn er meinte: "Auf den Kerl müßt ihr aufpassen, das wird einmal ein Großer!"

Eigentlich wollte ich heute ein wenig über das Widersprüchliche zwischen der "Romantik" und dem "Romantischen" erzählen. Das Erste ist eine kulturhistorische Epoche, und das Zweite wird gerne genommen, wenn wir eine besondere Stimmung meinen. Ich will es euch an einem Beispiel erklären...

Eines schönen Tages fuhr ich mit meiner Freundin durch die "Dolomiten" und sie ruft: "Laß uns anhalten. Von hier haben wir einen traumhaften Blick auf die 'Drei Zinnen'." Kurze Zeit später saßen wir vor einer kleinen Gaststätte, direkt an der Straße, und schauten durch unsere Sonnenbrillen hinüber zu den markanten Felsen. Beim Schlürfen unserer Espressi, beim Anblick der herrlichen Bergwelt, erfasste uns ein wohliges Gefühl und eigentlich hätte unsere Fahrt hier zu Ende sein können. Meine Freundin meinte, es sei 'Romantik' pur, was wir hier erleben dürfen.

Das war natürlich für einen Klugscheißer wie mich eine Steilvorlage. ;-) Sogleich wies ich meine Freundin darauf hin, daß es hier vielleicht "romantisch" sein könne, aber "Romantik" sei Folgendes...

Plötzlich wird es dunkel. Schwarze Krähen, oder sind es Fledermäuse, umfliegen die Spitzen der "Drei Zinnen". Drunten, vom Tal herauf, hört man das wahnsinnige Lachen einer Hexe. Während wir noch nicht verstehen, was hier geschieht, packen uns zwei fliegende Vampire und tragen uns durch die Luft hinüber zu einer Felswand. Dort lassen sie uns in eine Schlucht fallen, wo sogleich eine Schar bleichgesichtiger Geister über uns herfallen. Doch nicht genug. Schon sind die blutsaugenden Vampire wieder im Anflug...

Die Zeit der "Romantik" hatte natürlich schriftstellerisch mehr zu bieten, als gruselige Geschichten von Geistern und Geheimnissen. Aber die "Aufklärung" mit ihrer Konzentration auf die "Vernunft" war vorbei und der Trend ging zum "Übersinnlichen". Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte gilt als Vordenker der Romantik, auch wenn er viel vom "Aufklärer" Immanuel Kant lernte. Er stellte das "Ich" in das Zentrum allen Seins, alles Andere war das "Nicht-Ich".

Ein letzter Blick auf Beethoven. War er ein "Klassiker" oder ein "Romantiker"? Irgendwo las ich, er sei ab dem Zeitpunkt, wo er Musik komponierte, die seinem Gemütszustand entsprach, ein "Romantiker" geworden. Naja, wie gesagt, ich habe keine Ahnung von Musik, mich interessiert vor allem der Mensch in seiner jeweiligen Zeit. Jener "Fichte" z.B., der frühromantische Vordenker, steckte in Geldnöten und schrieb einen Bittbrief an seinen Vater. Ihr könnt euch nicht vorstellen, welchen Tonfall der Philosoph anschlug. Ein derart erbärmliches Bittschreiben, ohne jedes Selbstbewußtsein, las ich vorher und nachher nie wieder.

Ja, heute ging es ein wenig hin und her. Manchmal ist es eben das Erzählen an sich, welches... ;-)

31.1.20 11:59
 
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