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Zum besseren Verständnis?

Wer kann sich noch erinnern, an all die brennenden Flüchtlings-Unterkünfte, in denen nicht nur arme, hilfesuchende Menschen ums Leben kamen, sondern auch die "Willkommens-Kultur" unseres Volkes erstarb?

Heute herrscht der Haß. Heute werden Kräfte in Amt und Würden gehoben, die gegen Flüchtlinge hetzen, die von "Umvolkung" sprechen. Unser Nachbar soll kein Fremder sein, für dessen kleine Eigenheiten wir kein Verständnis aufbringen wollen. In unserem Umfeld soll "deutsch" gesprochen werden, denn schließlich sind wir hier in Deutschland und jeder hat sich darauf einzustellen.

Vielleicht jedoch wirft den tiefsten Graben zwischen uns Deutschen und den Flüchtlingen die unterschiedliche Religion auf. Was nützt mir denn meine "Nächstenliebe", wenn ich nicht darauf vertrauen kann, daß es auch meine neuen Nachbarn aus dem Flüchtlingsheim gut mit mir meinen? Nein, da bin ich lieber vorsichtig und schotte mich ab. Sollte "einer von denen" an meiner Haustür klingeln und mich in einer fremden Sprache um Hilfe bitten, dann rate ich ihm, erst mal meine Sprache zu lernen.

Zu "uns" gehören auch Kranke, Verwirrte, wie jetzt in Hanau. Zu "uns" gehören auch Verbrecher, Mörder, die in den Vorgarten einer Familie eindringen und kurzerhand einen Menschen erschießen, dessen "freie Meinungsäußerung" sie nicht tolerieren wollen. Zu "uns" gehören auch unfähige Behörden, die trotz klarster Hinweise mordende Nazi-Organisationen nicht erkennen und deshalb eine Mitschuld an deren Verbrechen tragen.

Die "Schuldverteilung" ist eine komplizierte Angelegenheit. Selbst gutgemeinte Aufforderungen, den Holocaust nie zu vergessen, können das Gegenteil dessen bewirken, wozu sie gedacht sind. Manche Menschen fühlen sich in die Enge getrieben. Manche Menschen wollen nicht ständig in der Verantwortung stehen. Sie denken, irgendwann muß es einmal vorbei sein, zumal sie wissen, selbst keine persönliche "Schuld" zu tragen. Die Meisten "von uns" wollen keine "Belehrung von oben" und so kann eine gut gemeinte Absicht zum Bumerang werden.

Immer dann, wenn "bei uns" sinnlos gemordet wird, wie gestern in Hanau, stellen sich Fragen über Fragen, bei denen es keinen Anfang und kein Ende gibt. Mit der Bewältigung der Situation sind wir überfordert, wir sind "sprachlos". Verlagern wir allerdings das sinnlose Sterben in eine andere Region und nennen es "Krieg", dann ändert sich sogleich unsere Befindlichkeit. Wir erlauben uns, wegzusehen, obwohl das Leid noch größer, die Unmenschlichkeit noch schockierender ist.

Mit solchen Gedanken schalte ich den Fernseher ein und sehe zufällig "Werbung". Die Sonne scheint, eine glückliche Familie sitzt vor dem Haus an einem reich gedeckten Frühstückstisch. Mutter, Vater, Kind schmieren sich die wohlschmeckende Butter aufs Brötchen und es wird der Eindruck erweckt, als sei Fett und Weizenmehl das Beste für unseren Start in einen schönen Tag. Niemand, absolut niemand möchte jetzt sehen, wie dem Vater, durch einen Kopfschuß getötet, das leckere Brötchen aus der Hand fällt. Lieber lassen wir uns belügen, lieber leben wir in einer Welt des schönen Scheins, als das Elend ertragen zu müssen, welches tagtäglich unsere Realität bestimmt.

21.2.20 08:07
 


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