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Meine Nachbarin!

Es ist möglich, während das Corona-Virus "grassiert", darüber zu diskutieren, wie man sich am vorteilhaftesten verhält, um Gesundheits-Risiken für sich und andere gering zu halten. Darüber denken auch unsere Politiker*innen nach. Jene müssen aber auch über das Schicksal von Menschen "sinnieren", die in diesen Tagen ihre "Existenz" verlieren werden, bzw. schon verloren haben.

Wir "Außenstehende", bei denen es nicht um die "Existenz" geht, bekommen die Tragik des aktuellen Geschehens gar nicht in den Blickwinkel. Wir beschweren uns über die Atemnot beim Tragen einer Mund-Gesicht-Maske - und laden den Einkaufswagen voll. Die alleinerziehende Mutter von gegenüber geht weiterhin mit ihrer Tochter und einem freundlichen Gesicht spazieren, daß sie Hunger hat - ich sehe es ihr nicht an. Sie muß doch in der Lage sein, ausreichend für sich und das Kind zu sorgen!

Der Bruder meiner Nachbarin hat ein kleines Restaurant, in dem es leckeres, italienisches Essen gab. Nun nicht mehr. Es war eine willkommene Abwechslung für Mutter und Kind, hin und wieder beim Bruder zu essen. Dieser Bruder bekam sogar eine "Soforthilfe" vom Staat. Neuntausend Euro, für Pacht, für Strom, für Heizung - für den Großeinkauf, wenn es wieder "weiter gehen" sollte und natürlich für die hungrigen Mägen der vierköpfigen Familie.

Meine Nachbarin würde gerne die Familie ihres Bruders besuchen. Aber sie darf nicht. Der Sportartikelhersteller, bei dem sie eine befristete Arbeitsstelle gefunden hatte, ruft nicht an. Es waren keine Freunde, die sie dort fand, aber immerhin Menschen in der gleichen Situation. Frauen, denen sie ihre Lebensumstände nicht "erklären" mußte.

Ich steige aus dem Auto aus und auch ich bekomme ein Lächeln. Freundlich grüße ich zurück und denke, meine Nachbarin sei viel zu jung für mich und außerdem... Vielleicht sollte ich sie mal fragen, ob ich sie und ihre Tochter fotografieren darf? Nein, ich kann mir eine Familie nicht leisten. Mein altes Auto frisst mir die Haare vom Kopf und wer weiß, was einmal der Zahnersatz kosten wird, den ich ja zwangsläufig brauchen werde, in ein paar Jahren.

Im Fernsehen sehe ich eine "Talk-Runde". Der Finanzminister spricht von 1,2 Billionen Euro. Er lächelt siegesgewiß und sagt, niemand soll Angst haben, er hätte gespart, deshalb hat er für alles und jeden eine Lösung. Da klingelt es, ich öffne die Tür und draußen steht meine Nachbarin. Sie ist aufgeregt, hat Tränen im Gesicht. "Können Sie meine Tochter ins Krankenhaus fahren, bitte!" Ich hole meinen Schlüsselbund und dann fahren wir los. Jetzt fällt mir die "schmale Gestalt" neben mir auf und ich versuche, meinen Bauch nicht zu deutlich hervorstehen zu lassen.

Meine Nachbarin spricht nicht mit mir. Immer wieder dreht sie sich um, sieht nach ihrer Tochter, tröstet sie. Leider hat das örtliche Krankenhaus vor Jahren zugemacht. Wir müssen 15 km fahren... Auf der einsamen Heimfahrt denke ich darüber nach, wie schnell sich die Dinge ändern können. Auch ohne unser Zutun, und selten wollen wir, daß sich die Dinge so ändern, wie sie sich ändern!



26.5.20 12:22
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


"Rex-Mama" / Website (26.5.20 15:22)
Ich bruddele ja auch gerne mal herum wegen des Maulkorbzwanges, aber mir ist durchaus bewusst dabei, wieviel schlimmer das sein muss, wenn man den ganzen Tag damit arbeiten und womöglich noch schwere Kisten wuchten muss.
Eine Kosten-/Nutzenrechnung in Bezug auf die ganzen Maßnahmen und Verbote wird sich nur schwer aufstellen lassen, Fakt ist aber, dass es viele Selbstständige in den Ruin trieb, viele Arbeitsplätze kostet oder noch kosten wird. Und wie jemand, der Verantwortung trägt, auf einmal mit nur noch 60 oder 70% Kurzarbeitergeld klarkommen soll, zumal wenn er womöglich Raten abstottert, das weiß der Deibel.
Kommen Rezession und Inflation, dürften sich viele Altersvorsorgen, sofern sie die so emsig betriebene Null-Zins-Politik überlebt haben, buchstäblich in Luft auflösen und abgesehen davon werden die kommenden Generationen wohl noch lange an den immensen Neuschulden abzahlen dürfen.
Aber darüber spricht der liebe Finanzminister natürlich nicht, während er sich selbst auf die Schulter klopft ...

Hast du erfahren, wie es der Tochter deiner Nachbarin inzwischen geht?


padernosder (26.5.20 23:04)
Hallo,

danke für den Kommentar. Meine Geschichte ist völlig frei erfunden. ;-)

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