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Und ewig gähnt die Provinz!

Schon seit Tagen denke ich an einen "Frisör-Besuch", mußte dazu jedoch erst einmal den Aushang lesen, welchen mein "Haarkünstler" - per Handschrift in freier Formulierung - an die Eingangstür seines "Salons" klebte. Es ist das älteste Haus am Platz, soll heißen, schon als Kind "besuchte" ich den Vater meines Frisörs im Jahre 1964, als "Muhammad Ali", damals noch "Cassius Clay", gegen "Sonny Liston" seine einmalige Weltkarriere als Profiboxer startete. Noch heute sehe ich die Zeitung vor mir, mit den großen Bildern und detailreichen Angaben zu den körperlichen Voraussetzungen - wie z.B. "Oberarm-Umfang" - der beiden Kontrahenten.

Jahrzehnte später betrat ich den nahezu unveränderten Salon wieder und erzählte die Geschichte, wie ich sie euch eben schilderte. Da holte die Ehefrau des Frisörs ein altes Fotoalbum hervor und zeigte mir Bilder von "damals". Am Ende vergaß sie nicht zu erwähnen, ihr Gatte sei ein schöner Mann "gewesen".

So gehe ich also seit Jahren in den alten "Frisör-Salon". An meinem ehemaligen Arbeitsplatz lernte ich auch den Sohn meines Frisörs kennen. Dieser freut sich immer, wenn er mich im Stuhl seines Vaters sitzen sieht. Bei meinem letzten Besuch schien er sehr besorgt zu sein und wollte sich meinen Rat einholen. Er sei, so sagte er, von einem Arbeitskollegen tätlich angegriffen worden.

Dies geschah, während der Vater gewissenhaft meine Haare schnitt und mir war natürlich klar, er würde genau mithören, was ich seinem Sohn empfahl. Nun war es so, daß ich den "angreifenden" Kollegen sehr gut kannte. Dieser hatte sich bei mir wiederholt über die "Begriffstutzigkeit" des Frisör-Sohns beschwert. Außer Frage stand natürlich, daß ein körperlicher Angriff während der Arbeitszeit - in der Regel - die "fristlose Kündigung" zur Folge hat.

Es ist eine "ausgemachte Dummheit", am Arbeitsplatz die Beherrschung zu verlieren, zumal nach langjähriger Betriebszugehörigkeit. Andererseits, warum erzählte der Frisör-Sohn ausgerechnet mir diese "Geschichte"? Ich vermutete, er wolle sich wichtig machen und hätte die ganze Angelegenheit ein wenig "aufgepauscht". So empfahl ich ihm, die Sache auf sich beruhen zu lassen, jedoch eine Versetzung innerhalb des Betriebs anzustreben.

Ehrlich gesagt, es war mir nicht wichtig, welche Folgen das Ganze haben würde. Ich hoffe, nie wieder etwas davon zu hören, lasse mich weiterhin beim Haareschneiden in der "dritten Person" anreden und verleite hoffentlich niemanden mehr, mir alte Fotoalben vorzulegen. Und ob mein Frisör einmal ein "schöner Mann" war, das interessiert mich nun schon überhaupt nicht. ;-)

Das Ganze ist ein Beispiel für das Leben in der "fränkischen Provinz", die ich nur sieben Jahre verließ, als mir alles zu eng wurde und ich mit meiner Freundin und späteren Ehefrau das Weite suchte. Heute bin ich froh, daß ich die Gegend gut kenne und meist nur kurze Wege habe, um die Orte zu erreichen, an denen ich mich wohlfühle. Auf dem Zettel an der Tür des "Frisör-Salons" stand im Übrigen, es sei eine Terminabsprache nötig und darauf zu achten, daß höchstens zwei Personen anwesend sind. Ich werde gleich mal anrufen, wie es denn aussieht... ;-)

18.7.20 08:40
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


HS (19.7.20 08:57)
Sehr schön, deine Provinzimpression :-)
Auch sehr schön für deine Provinz, dass du zurückgekommen bist und deine täglichen Highlights hier zeigst.
Ich komme aus der oberpfälzischen Provinz (sag nicht, die ganze Oberpfalz ist Provinz!!!), und ich wollte nicht ums Verrecken zurück, obwohl ich nun in der fränkischen Provinz gelandet bin ;-)

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