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Wer glaubt denn sowas?

Wer würde während der "Sportschau" etwas Anderes erwarten als Werbung für "Bier" und "Autos"? Ebenso eindeutig ist die Welt der Werbung am späten Nachmittag. Da werden all die kleinen Helfer für Oma und Opa angepriesen, die es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen gibt.

Bier und Autos, das paßt ja nicht wirklich zusammen. Zudem sitzt beider Produktion auf dem "absteigenden Corona-Ast". Die Kneipen sind zu und jede unnötige Fahrt soll vermieden werden. Weil mir aber stets der Schalk im Nacken sitzt, sehe ich einen Porsche mit qualmenden Reifen vor der Apotheke anhalten. Ein blinder Greis entsteigt dem metallic-lackierten Rennwagen und tastet sich mit seinem Stock vorsichtig voran.

Während der körper-und-geistig-behinderte Alte ein Rülpsen nicht unterdrücken kann, wirft er die leere Bierdose achtlos und im hohen Bogen auf die andere Straßenseite. Er hat kein Verständnis für nachfolgende Generationen, zumal diese höchstwahrscheinlich gut sehen können. Ein Umstand, der ihn ein wenig "grantig" werden ließ.

Der Apotheker kennt den Porschefahrer gut. Er hat schon gewissenhaft - wie immer - die wöchentliche Bestellung vorbereitet. Die jüngere seiner beiden PTA´s darf den Karton mit den Salben und Bonbons direkt auf den Beifahrersitz legen, denn der Blinde ist manchmal so verwirrt, daß er nicht versteht, um was es geht.

Deshalb ist es auch eine bewußte Frechheit des Apothekers, kostenintensive Augentropfen der Bestellung beizulegen und zu berechnen, denn er weiß, das Augenlicht des alten Mannes ist für immer erloschen. Bevor er den Karton schließt, legt er noch eine "Apotheken-Umschau" oben auf - das kann nicht schaden.

Als Nächstes stellt sich die PTA an die offene Fahrertür und bellt wie ein Hund. Auf solche Laute reagiert der Blinde und kehrt zu seinem Wagen zurück. Inzwischen hat sich eine kleine Menschenmenge angesammelt, die das Schauspiel teils erheitert, teils kopfschüttelnd beobachtet. Den Leuten ist nicht klar, daß der Alte mit einem "Selbstfahrer" unterwegs ist.

Eine Stimme aus der Menge ruft: "Alter, wie wäre es mit einem Sehtest?" Da droht der Blinde mit seinem Stock in Richtung des vorlauten Schreihalses und bevor sich jemand versehen kann, wirft er eine volle Dose Bier nach ihm, welche er mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit aus seiner Jackentasche zauberte.

Jetzt ist wirklich was los vor der Apotheke. Die PTA flüchtet in den Porsche und bemerkt nur Augenblicke später, dies war eine Fehlentscheidung. Schon wackelt das Fahrzeug bedenklich hin und her. Der Apotheker wird zum Helden. Er wirft sich auf seinen Stammkunden und schützt ihn vor den ausgestreckten Fäusten. Der Porsche kippt um und landet auf dem Dach. Tatü-Tata - endlich kommt die Polizei.

Sie zerrt den Apotheker von einem fluchenden und mehr als verstörten alten Mann. Der bekundet jetzt unmißverständlich, nach Hause fahren zu wollen. Doch die Polizei lacht nur und meint, eine Einlieferung in die Psychiatrie wäre wohl die beste Lösung. Auch die Aufklärungsversuche des Apothekers greifen nicht.

Die junge PTA kann sich selbst aus dem Auto befreien, wird aber von einem Polizisten nach dem Führerschein gefragt. Sie sei eine Fahrschülerin, meint sie in aller Bescheidenheit und bekommt sofort ein Straf-Mandat ausgestellt. Das mit dem Führerschein wird so schnell nichts werden, sagt der freundliche Polizei-Wachtmeister.

Also wenn wieder mal Auto- und Bier-Werbung im Fernsehen läuft, wenn die Apotheken groß auftrumpfen, dann denkt an den blinden alten Mann, der letzten Endes in der "Irren-Anstalt" gelandet ist. ;-)

15.11.20 14:55
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Waffelmann / Website (16.11.20 07:19)
Vor Apotheken sehe ich eher keine Purschen in Porsches, sondern kosmetisch schwer gestraffte Weiber in fetten SUVs denen jeder Weg zu weit ist und sie deshalb direkt vor der Apo halten müssen. Die Apothekerin holt dann zügig die vorbestellten Botox-Spritzen aus dem Suchtgifttresor.

Immer fröhlich bleiben, meint der Waffelmann

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