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Der Zweikampf!

Karl und Pippin vergaßen die Lerche und hielten erst einmal ihren wohltuenden Mittagsschlaf. Sie wußten, schon bevor die Lerche es ihnen zuzwitscherte, in Kürze würden sie auf eine Stadt treffen. Dort versprachen sie sich Arbeit. "Travel and work" gab es also schon im frühen Mittelalter. Und so sehr unsere beiden Vagabunden das freie Leben genossen, so gut konnten sie - wenn nötig - auch arbeiten. Wäre K. und P. die "Gnade der frühen Geburt" zuteil geworden, müßten sie jetzt als Gutsherren Verantwortung tragen für ein großes Stück Land, und all dem, was darauf lebt, steht, wächst und gedeiht.

So ein Gutsherr war "Leibherr" der bäuerlichen Bevölkerung. Er war Polizist, Richter und Gesetzgeber in einem. Eintausend Jahre später hat man ähnliche Zustände - in "Übersee", nach einem blutigen Bürgerkrieg für beendet erklärt. Aber Amerika war noch nicht entdeckt und im 9. Jahrhundert gab es nur das, was man sah. Nicht nur deshalb diskutierten K. und P. eifrig, als sie sich wieder auf den Weg machten.

"Kein Gutsherr gibt einem Leibeigenen seine Tochter, und schon gar nicht sein ganzes Hab und Gut", meint Pippin und hat gleich eine Theorie: "Vielleicht braucht der Kerl kräftige Arbeiter? Kann sein, daß er sich etwas bauen will und Menschen zum Steineschleppen braucht!" Karl nickt bedächtigt und grübelt vor sich hin: "Da ist was oberfaul!"

Als die beiden Vagabunden die Stadt in Sichtweite haben, wollen sie sich trennen. Karl will sie auf der linken, Pippin auf der rechten Seite umgehen und versuchen, etwas über diesen merkwürdigen Burgherrn und seine Tochter herauszufinden. Auf den Feldern um die - für die damalige Zeit - sehr große Stadt, arbeiten viele Menschen…

Doch da kommt Julia herbeigeflogen und gibt sich sehr erfreut. "Schön, euch zu sehen", zwitschert sie. "Seit ihr bereit für den Kampf?" "Sag mal, meine Freundin Lerche, ist die Jungfrau genau so bescheuert wie ihr Vater?" Julia war auf solche oder ähnliche Fragen vorbereitet. Ihr Schauspiel ist perfekt: "Was redest Du da, Du charakterloser Vagabund? Die Tochter des Burgherrn ist sogar des Schreibens und Lesens mächtig!"

Nun gesteht sie allerdings zu, bei der ganzen Angelegenheit gäbe es einen Haken: "Sie ist leider verschwunden, seit ein paar Tagen. Der Burgherr weint sich die Augen aus dem Kopf. Er ist untröstlich. Seine einzige, geliebte Tochter in den Händen von Räubern!"

Karl und Pippin geht das Herz auf. Der arme Vater, vor Sorge dem Wahnsinn nahe… da wollen sie gerne helfen. "Was ist denn mit der Mutter?", fragt Pippin. Julia, der Lerche fällt es schwer, sich in der Luft zu halten. Sie braucht einige Zeit, bis sie antworten kann: "Die Mutter hat man heute morgen zu Grabe getragen. Sie ist vor Kummer gestorben."

Pippin und Karl blicken sich entsetzt an. Was ist denn das für eine Horror-Geschichte? An Julia gerichtet fragt Pippin: "Willst Du uns sagen, wer die Tochter zurückholt, darf sie heiraten?" "Genau so ist es! Und nach der Heirat wird der Betreffende schon bald Nachfolger des alten Burgherrn."

Karl ist noch immer nicht überzeugt. In Gegenwart des Vogels will er seine Zweifel nicht äußern, denn dieser ist vielleicht Teil eines üblen Spiels. Er fragt: "Hat schon jemand versucht, die Tochter zu finden?" "Es kamen schon viele junge Männer", antwortet Julia, "doch der Vater konnte sich noch nicht entschließen, einem davon sein Vertrauen zu schenken."

"Warum hast Du uns erzählt, der stärkste Mann soll die Jungfrau gewinnen?" Karl kann seine Zweifel kaum zurückhalten. Doch Julia ist auch jetzt nicht verlegen: "Der alte Burgherr ist selbst noch ein starker Mann. Er vertraut nur einem noch stärkeren und einen solchen hat er bis jetzt nicht gefunden."

Pippin drängt Karl zum Aufbruch und eine halbe Stunde später stehen sie dem Burgherrn gegenüber. "Wer von euch beiden will es versuchen?" fragt der hünenhafte Burgherr und seine blitzenden Augen wandern von Karl zu Pippin und wieder zurück.

Die beiden Freunde wissen, sie sind beide nahezu gleich stark. Doch Pippin ist der heißblütigere, während Karl fast immer kühlen Kopf bewahrt: "Sage uns, welche Aufgabe Du uns stellst, dann sagen wir Dir, wer zum Kampf bereit ist." Pippin nickt Karl zu, wie immer hat sein Freund eine gute Überlegung angestellt. Der alte Burgherr ist einverstanden und erklärt, es würde ein Ringkampf stattfinden, eine Art des Zweikampfs, bei der er noch nie besiegt wurde.

Dann stehen sich der besorgte Vater und Pippin, der fröhliche Vagabund, mit entblößtem Oberkörper gegenüber. Um die beiden Kämpfer hat sich ein Kreis gebildet. Wer diesen verläßt, hat den Kampf verloren. Ebenso derjenige, und das war damals so wie heute, der durch "Abklatschen" aufgibt. In diesem Kreis erwartungsfroh gestimmter Menschen gibt es nur einen, der weiß, was gleich folgen wird…

Mit nach vorne gebeugtem Oberkörper stehen sich die beiden Kontrahenten gegenüber. Pippin will den alten Mann nicht verletzen und ihn auch vor versammelter Mannschaft nicht "vorführen". So läßt er den ersten Griff seines Gegners scheinbar zu, entwindet sich aber sogleich dessen Armen und steht nun - zum Erstaunen seines Kontrahenten und der Zuschauer - hinter dem Burgherrn. Heute würde man sagen, ein "Doppel-Nelson" beendet den Zweikampf, denn mit diesem "Haltegriff" kann Pippin seinem Gegner ohne Mühe den Hals brechen. Der gibt auf und der Kampf ist entschieden.

So viel für heute!
2.4.16 09:12
 
Letzte Einträge: In letzter Sekunde!, Der König der Nacht - und der Lüfte!, Am Rande des Weges!, Die im Schatten sieht man nicht!, Mitten im Wald!


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (2.4.16 11:50)
Hallo,
Ich denke, ich merke schon einenUnterschied zu Deinen früheren Geschichten. Ich kann’s nur nicht benennen.
Jedenfalls ist sie, wie immer fantasievoll, aber auch sehr informativ. Ich muss immer wieder staunen, wieviel Du doch weißt.
Hier ist Pippin zwar der Gewinner, aber ob die Dame sich vielleicht doch in den anderen verknallt?
Ich hoffe, ich werde es erfahren.
LG Indianwinter


Indianwinter (2.4.16 16:23)
Hallo,
na dann cheers

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