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Die Befreiung!

Kurz nachdem Karl und Pippin das "Weinlokal" verlassen hatten, hörten sie aus dem Schatten der Nacht ein leise Stimme. "Ein Hinterhalt", flüsterte Karl, "oder ein Verräter?" Pippin grinste: "Egal wie, ich habe noch ein paar Ohrfeigen übrig." Damit verschwand er schon in der Dunkelheit und kam kurz darauf mit einem kleinen, nur in Lumpen gehüllten Männlein zurück.

Aufgrund der sternenklaren Nacht waren die Schatten der Häuser und Bäume gut zu erkennen, in den engen Gassen allerdings war es meist stockdunkel. "Was willst Du?" fragte Karl den verängstigten Bettler. "Für ein Goldstück verrate ich euch, wo die Jungfrau zu finden ist. Aber kommt tiefer in den Schatten, sonst ist mein Leben nichts mehr wert".

Karl und Pippin entsprachen seinem Wunsch. "Wieso glaubst Du, daß wir eine Jungfrau suchen?" Über das verwarzte Gesicht des Bettlers huschte ein verschmitztes Grinsen. "Erst das Goldstück, dann erzähle ich euch alles."
Als er das Gewünschte tief in den Fetzen seines Gewandes versteckt hatte, legte er los: "Hier in der Stadt hört alles auf den Stadtverwalter. Es geschieht nichts ohne sein Wissen."

Pippin und Karl zeigten keine Regung: "Weiter", sagte Pippin und konnte seine Ungeduld kaum verbergen. "Ihr müßt euch in Acht nehmen. Der Stadtverwalter hat sicher schon einen Plan, wie er euch los wird." Pippin dauerte das alles zu lange: "Wo ist die Tochter des Burgherrn?"

"Unter der Stadt gibt es viele Geheimgänge", fährt der Alte fort, "dorthin hat er sie gebracht." Karl überlegt kurz: "Warum erzählst Du uns das alles?" Das Gesicht des häßlichen Alten verfinstert sich: "Mein Sohn ist die rechte Hand des Stadtverwalters. Aber er kümmert sich nicht um mich, läßt mich in der Gosse verrecken, obwohl er mehrere Häuser besitzt. Euer Goldstück rettet mir das Leben." "Bald wirst Du die Häuser Deines Sohnes besitzen. Den Stadtverwalter und seine ganze Bande wird es nicht mehr lange geben. Solltest Du uns allerdings angelogen haben, dann werden die Ratten Deinen Kadaver fressen!"

"Es ist alles wahr, was ich sagte!" Aus den weit aufgerissenen Augen des Alten spricht soviel Angst, daß unsere beiden Freunde wissen, der lügt nicht. In wenigen Minuten sind sie bei dem kleinen Haus, welches ihnen der Stadtverwalter auf Geheiß des Burgherrn zur Verfügung stellte. Doch in ihrem Übereifer waren sie etwas unvorsichtig geworden. Als sie ihre Räumlichkeiten betreten, um sich kurz abzusprechen, wie sie weiter vorgehen, warten dort schon ein Dutzend Bewaffnete und gleichzeitig nehmen ebenso viele Männer vor dem Haus Aufstellung, um ihnen den Rückzug zu versperren.

Karl und Pippin wissen, was in einem solchen Fall zu tun ist. Da es im frühen Mittelalter noch keine Schußwaffen gab, mußten die beiden nicht allzu besorgt sein. Sie stellen sich Rücken an Rücken und sind sicher, viel kann ihnen nicht passieren. Im Haus ist es zu eng, als das mehr als zwei Mann gleichzeitig angreifen können, und von außen kommt immer nur ein Mann durch die Tür.

Allerdings, und das wurde dann Pippin doch zum Verhängnis, kam plötzlich durch das Fenster eine Lanze geflogen, welche Pippin nur mit dem Arm abwehren konnte und die deshalb eine ordentliche Wunde hinterließ. Zu diesem Zeitpunkt kämpften allerdings nur noch eine handvoll Gegner um ihr nacktes Überleben. Als diese auch besiegt waren, versorgte Karl die Wunde seines Freundes.

Die Angreifer hatten mehrere Fackeln dabei. Eine davon brannte noch und unsere beiden Helden besahen nun ihre meist schwer verletzten Gegner. Zufrieden stellten sie fest, auch der Stadtverwalter lag fluchend und stöhnend am Boden. Karl packte ihn und stellte ihn auf seine Füße. Trotz des lauten Gejammers stieß er den Halunken nach vorne und schrie ihn an: "Zeig mir, wo Du die Tochter des Burgherrn versteckt hast."

"Einen Dreck werde ich tun…", der Verwalter zeigte noch Widerstand. Da hielt ihm Karl die Fackel direkt vor das Gesicht, sodaß der Bart des Ganoven Feuer fing. Er schrie vor Angst und vergaß sogar seine sonstigen Schmerzen. Bereitwillig lief er voraus.

Der Rest ist schnell erzählt. Die Tochter des Burgherrn war äußerlich unversehrt, fiel jedoch in Ohnmacht, als sie ihre recht "wild" aussehenden Befreier erblickte. Der Kampf ging natürlich auch an Karl nicht spurlos vorüber. Da er und Pippin zur Tarnung mit primitivster Kleidung in der Spelunke auftraten und noch keine Gelegenheit hatten, sich umzuziehen, sahen sie nun aus wie die gemeinsten Strolche.

Die Ohnmacht des Burgfräuleins kam den Befreiern gerade recht. So konnten sie ohne lange Diskussionen die leichtgewichtige Schönheit vom Ort ihrer Gefangenschaft weg- und den kurzen Weg zur Burg hochbringen. Der Burgherr war über die Maßen erfreut, seine Tochter, wenn auch schlafend, so doch unversehrt, in die Arme nehmen zu können. Doch schon bald wich seine Freude einem gewaltigen Zorn, als er hörte, wer hinter der Entführung steckte.

Für zartbesaitete Seelen mag das Folgende "zuviel" sein, doch der Vollständigkeit wegen sei es gesagt: Als die Sonne aufging, vollzog der Burgherr eine Strafmaßnahme, die vor allem der Abschreckung diente. Alle am Überfall auf Karl und Pippin Beteiligten wurden ohne Gerichtsverfahren erhängt. Drei Tage lang hingen die leblosen Körper an verschiedenen Bäumen in der Stadt.

Ganz anders ging es auf der Burg zu. Die Tochter des Burgherrn kümmerte sich persönlich um Pippins Wunde. Es war wichtig, einen "Wundbrand" zu verhindern. Zum Glück riß die Lanze nur ein Stück Fleisch aus dem Arm, ohne den Knochen zu verletzen. Doch ein halbes Jahr würde es wohl - auch bei bestem Heilungsverlauf - brauchen, bis der Arm wieder vollständig gebrauchsfähig war.

Der Patient erkundigte sich als erstes, wie seine fürsorgliche Pflegerin denn hieße. Sie sagte "Edana". Dies sei ein keltischer Name, der in etwa "kleines Feuer" bedeutet. Und dieses "kleine Feuer" spürte Pippin sehr wohl in sich brennen, wenn Edana bei ihm war. Er sehnte sich nach ihr, schon beim Erwachen mußte er lächeln und denken: "Hoffentlich kommt sie bald!"

Für Karl wurden die Tage lang. Einige Stunden verbrachte er bei Pippin, dann beschäftigte er sich mit der Erkundung der Gegend. Doch tief im Inneren wurde er von einer Unruhe erfaßt, die er wieder los werden wollte. So saß er eines Tages auf Pippins Lager und fragte ihn: "Wie soll es weiter gehen, mein Freund? Willst Du hierbleiben, bei Deiner Braut und Pflegerin, oder werden wir weiter ziehen?"

Sie schwiegen und dachten nach, als Edana den Raum betrat und sah, wie die beiden Freunde ernst vor sich hinblickten. Sie umarmte ihre beiden Befreier und sagte lächelnd: "Nun macht nicht so ernste Gesichter, ihr beiden, oder bedauert ihr es schon, mir mein Leben gerettet zu haben?" Pippin blickte zu Karl und dann lachten beide und begriffen, das es keinen Grund gab, sich Sorgen zu machen. Doch das Lachen ging sofort in ein grenzenloses Erstaunen über, als Edana fortfuhr: "Wenn ihr wieder loszieht, nehmt ihr mich dann mit?"

Soviel für heute!
4.4.16 10:37
 
Letzte Einträge: In letzter Sekunde!, Der König der Nacht - und der Lüfte!, Am Rande des Weges!, Die im Schatten sieht man nicht!, Mitten im Wald!


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (5.4.16 14:33)
Hallo,
0je, ich fürchte, das ist ein Missverständnis, ich meinte eigentlich, nicht die Bezeichnung an sich, sondern diese „Sorte“ trägt den gleichen Namen, die scheint es überall zu geben. Das hatten sich die Kinder liebenswerter Weise ausgedacht. Leider ist mein Name nicht sehr „blumig“
Ich dachte mir schon, dass Du zurzeit in einer „anderen Welt lebst“, aufgrund Deiner Geschichte, die Du schreibst. Schön, dass Du ab und zu mal wiederauftauchst.
Hatte schon die Befürchtung, Dich zu nerven, mit meinen ständigen Einträgen.
Deine Geschichte scheint ja eine interessante Wendung zu nehmen, dass die Schöne mit auf Tour gehen will mit den beiden „Jungs“ finde ich ja gut, ganz schön mutig von ihr.
Jetzt bin ich gespannt, wie es weitergeht, mit der Liebe und der Freundschaft.
Was meine drei Collagen heute angeht, hast Du recht, mir gefällt stimmungsmäßig auch die dritte am besten. Deine Fotos sind wie immer schön, man kann die kleinsten Details erkennen.
So, jetzt lasse ich Dich weiterschreiben und bin gespannt auf Deine Fortsetzung
Schönen Tag und LG


Indianwinter (6.4.16 17:21)
Hallo,
ich befürchte allerdings manchmal, es könnte durchaus soweit kommen, mal auf offener Straße erschossen zu werden, vor zwanzig Jahren dachte ich auch noch nicht, dass mal braunes Gedankengut wieder durch dieselben rennt.

Tja, schönen Abend noch

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