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Der ganz normale Wahnsinn!

Der Haustürschlüssel steckt. Wie vereinbart. Ich drehe ihn um und stoße die Tür auf. Mein Magen krampft sich zusammen. Ich sehe Blut, viel Blut. Der tiefroten Spur folgend komme ich ins Wohnzimmer. Dort sehe ich ihn, sehe den nackten Arsch, der zuckend auf meiner Mutter liegt.

Als mich der Kerl bemerkt, schlage ich ihm meinen Fuß in die erstaunte Visage. Er röchelt und fällt nach hinten. Dann halte ich meine sterbende Mutter in den Armen. Ihr Gesicht ist zerschnitten, der Bauch aufgeschlitzt. Neben ihr wimmert der wahnsinnige Mörder.

Ruhig lege ich den toten Körper meiner Mutter auf den blutroten Teppich. Dann drehe ich ihren Mörder auf den Bauch und drücke sein Gesicht nach unten, lausche auf das Geräusch, wie sein Nasenbein bricht und schlage mit ganzer Kraft gegen seinen Hinterkopf. Er heult auf, schreit vor Schmerz, aber ich höre es kaum.

Dann schlage ich ihm mindestens zwanzig mal meine Faust mitten ins Gesicht. Ich will, das er stirbt. Doch er ist nur bewußtlos. Aus der Küche hole ich ein Steakmesser, schmale Klinge, aber sehr scharf. Damit schneide ich ihm die Eier und den Schwanz ab und stecke beides in sein Maul.

Überall ist Blut, Unmengen Blut. Also drehe ich die Dusche auf und wasche mich, gründlich, sehr gründlich. Meine nackte, tote Mutter rolle ich in den Teppich ein… dann wird mir alles zuviel. Ich muß hier raus. Als ich die Haustür ins Schloß ziehe, fällt mir der Schlüssel auf. Abziehen, einstecken. Dann kotze ich in die roten und gelben Tulpen vor dem Haus.

Etwas in mir hat sich völlig verändert. Ein kalter Wind weht im Inneren. Gedankenfetzen. Sie hat mich angerufen, weil sie Angst hatte. Und ich machte noch einen Umweg, weil meine Tochter ins Telefon heulte und wieder einmal Streß mit ihrem Freund hatte. Ich sagte ihm, wenn er meine Tochter nicht äußerst zuvorkommend behandelt, wird es ihm leid tun. Er hat mich verstanden, weil er spürte, ich stehe kurz davor, ihn zu verprügeln.

Meine Mutter war ein Hure. Ich wollte nicht, daß meine Tochter auch eine wird. Deshalb fuhr ich zuerst zu ihr. Töchter sollten ihre Väter lieben, aber meine Tochter ruft nur an, wenn sie mich dringend braucht. Ansonsten will sie mich nicht sehen, dieses Arschloch von Vater, das ihre Mutter ins Frauenhaus prügelte.

Warum hat die Mutter den Schlüssel stecken lassen? Ich kann mich immer verspäten, das weiß sie doch. Seit Wochen läuft ein Frauenmörder durch die Stadt. Als Hure muß man da besonders vorsichtig sein. Ob der Kerl schon verblutet ist? Ich will es nicht wirklich wissen.

Vor allem spüre ich einen fast unerträglichen Haß auf diese Welt. Überall Klugscheißer, Wichtigtuer, doch wenn Du ihnen hart kommst, machen sie sich in die Hose. Wenigstens das Auto fühlt sich gut an. 300 PS, die genau das tun, was ich von ihnen erwarte. Immer bereit, den Druck auf das Pedal anzunehmen und loszulegen.

Vor der Wohnungstür meiner Tochter höre ich ihr lautes Schreien. Sie beschimpft ihren Kerl mit den übelsten Ausdrücken. Ich klingle. Das wütende Geschrei hört nicht auf. Nun bleibe ich auf dem Klingelknopf, bis mir die Tür geöffnet wird. Als mich meine Tochter sieht, fängt sie an, mit mir zu schimpfen. So schiebe ich sie wortlos beiseite und schaue nach ihrem Freund. Der sitzt mit hochrotem Kopf auf dem Sofa und bekommt mächtig Angst, als er mich sieht.

Doch meine Tochter springt ihm zur Seite. Laß bloß meinen Freund in Ruhe, der hat Dir gar nichts getan. Verschwinde aus meinem Leben. Es ist immer die gleiche Nummer. Meine Tochter kennt nur sich. Sie ist eine hirnlose Kanaille. Ich stoße sie etwas unsanft ins Sofa und eröffne ihr, daß ihre Großmutter umgebracht wurde. Plötzlich hält sie den Mund und glotzt mich mit weit aufgerissenen Augen an.

Dann bin ich schon wieder draußen. Soll sie ihr Kerl doch trösten. Mein Handy klingelt. Es ist meine Tochter. Ich drücke sie weg. Ein junger Mann kommt vorbei. Für fünf Euro läßt er mich telefonieren. Niemand soll wissen, wer anruft, sage nur kurz und knapp: Zwei Tote, Steinbruchweg 12.

Am nächsten Tag steht in der Zeitung, eine menschliche Bestie hätte zwei Menschen ermordet, eine Hure und ihren Freier. Die Polizei sucht nach dem Hurensohn. Er gilt als gefährlich. Hat vor Jahren seinen Vater ermordet und seine Ehefrau halb tot geschlagen… Es steht so viel Scheiße in der Zeitung.

Die Bullen kennen meinen Lebenslauf, besser als ich. Sie wissen, meine Ehefrau war eine Fixerin, die meine Tochter samt Kinderwagen für einen "Schuß" versetzt hätte. Und sie wissen auch von der Tracht Prügel, die sie von mir bekommen hat, weil ich einmal ausrastete, als ich von der Arbeit nach Hause kam und mir ein Freier frech ins Gesicht grinste, während er sich den Hosenstall zuzog.

Als Kind erlebte ich, wie ein brutaler "Pascha" seine Familie zwang, sich nach seinen idiotischen Vorgaben zu verhalten. Schläge gab es täglich. Vor allem bekam sie die Mutter ab. Das Essen war zu kalt, das Bier nicht kalt genug. Ich begriff sehr schnell, was zu tun ist. Mit vierzehn Jahren war ich kräftig und beinahe ausgewachsen. In der Schule galt ich als talentierter Nachwuchs-Ringer. Das mußte auch mein Vater feststellen, als er besoffen auf dem Balkon saß und nach mehr Bier verlangte. Ich brachte es ihm, öffnete die Flasche vor seinen Augen und schüttete das Bier in einen Blumenkasten.

Du verfluchter Scheißkerl, schrie er, rappelte sich hoch und wollte mich packen. Ich ließ ihn über meinen Rücken fallen und richtete mich auf. Das wars. Meiner Mutter sagte ich, er wäre gestolpert. Aber ihr war nicht mehr zu helfen. Anstatt ein neues Leben zu beginnen, hat sie auf trauernde Witwe gemacht und der Polizei erzählt, wie es wirklich war. Ich kam ins Heim für schwererziehbare Jungs, bis ich einundzwanzig Jahre alt war.

Das Leben hat mich hart gemacht. Es gibt keinen Platz für Gefühlsduselei. Als ich jetzt unten am Main sitze und versuche, ein wenig zu entspannen, kommen mir doch die Tränen. Der Kerl hat meine Mutter geschlachtet wie ein Schwein. Hat sich auf ihren blutenden Körper gelegt…

Niemand weiß von der kleinen Dachwohnung, die ich schon vor Jahren im Westend anmietete. Der Mieter ist offiziell eine kleine Transportfirma, mein Name taucht nicht auf. Von dort aus werde ich meinen Rachefeldzug gegen diese beschissene Welt beginnen. Meine Mutter ist tot. Diesmal wird es meine Tochter sein, die der Polizei erzählt, wie es wirklich war. Und die sucht mit Hochdruck und Sonderkommission nach einem gefährlichen Frauenmörder, der seit Wochen im Schatten der Frankfurter Skyline sein Unwesen treibt.

Sie wollen mich wieder einmal aus dem Verkehr ziehen, obwohl ich wieder einmal nur tat, was ich für richtig hielt. Aber ganz so einfach werde ich es ihnen nicht machen…
30.4.16 09:56
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


indianwinter (30.4.16 11:58)
ich bin erschüttert,

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