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Erstaunliches!

Langsam plätschert sie vor sich hin. An manchen Stellen scheint sie gar stehen zu bleiben. Dort sammeln sich dann Äste und alte Fußbälle, Plastikflaschen und ähnlicher Kram.

Die Gollach ist eher ein Bach als ein Fluß. Immerhin gibt sie dem "Gollachgau" seinen Namen, während dieser wiederum Fußball-Fanclubs und Blaskapellen zur Namensgebung inspiriert. Ihr weniges Wasser bringt die Gollach letzten Endes in die "Nordsee", während die besser bekannte "Altmühl", die in der Nähe entspringt, das "Schwarze Meer" bevorzugt.

Dieser gemütliche Bach durchfließt also - er hat erst fünf von seinen vierunddreißig Kilometern hinter sich - meinen Heimatort. Und man mag es mir glauben oder nicht, er weiß, daß ich seit einiger Zeit mit dem Fotoapparat herumlaufe.

Seit dem er das weiß, präsentiert er mir immer wieder etwas Neues. Etwas, was ich in vielen langen Jahren noch nie an und in diesem Bach sah. Da wäre z.B. die Teichralle. Manche sagen auch Teichhuhn zu diesem Vogel, der vor allem durch seinen rotgelben Schnabel auffällt. Er stolziert gerne im Bach herum wie ein eitler Pfau. Allerdings ist er sehr vorsichtig und versteckt sich, sobald er mich bemerkt. Noch habe ich kein schönes Foto von ihm.

Das Glück des Fotografen fehlt mir vor allem bei seinem Nachwuchs. Die kleinen, dunklen Küken sind sofort verschwunden, sobald ich meine neugierige Nase hinter einem Baum vorschiebe. Im Grunde will ich die Tiere ja auch in Ruhe lassen. Es freut mich, daß ein Teichrallen-Pärchen an "meinem" Bach brütete und mehrere Junge hat. Wiegesagt, es ist das erste Mal, daß ich diesen rebhuhngroßen Vogel sehe.

Und gestern, ich stehe auf einer Mauer am Bachufer, bleibt mir fast das Herz stehen. Da schlängelt sich ein Bisam direkt am Versteck der Teichrallen vorbei. Das geht recht schnell und meine Kamera ist leider nicht im Anschlag. Im ersten Moment weiß ich nicht, wie das Verhältnis Bisam - Teichralle so im Allgemeinen ist und ich muß erst zuhause nachlesen.

Der Bisam ist keine Ratte, wie oft angenommen wird, sondern eine Wühlmaus und ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen. Er ist die kleine Ausgabe des Bibers und hat entsprechend große "Nagezähne". Laut Wikipedia ist sein Fleisch eßbar und sein Fell von der Pelzindustrie begehrt. Naja, ich brauche beides nicht.

Da meine Aufmerksamkeit erweckt ist, laufe ich nun langsam am Bach entlang und hoffe, den Bisam noch einmal zu sehen. Als Sohn eines Jägers und als Fotograf verfüge ich natürlich über die entsprechende Geduld. Und tatsächlich, ich sehe am Ufer des Baches - aus etwa 25 Meter Entfernung - einen Bisam sitzen, der mich noch nicht bemerkt hat. Es macht wenig Sinn, aus der Entfernung zu fotografieren, aber ich tue es dennoch.

Dann schlage ich einen Bogen und hoffe, mich von einer Seite anschleichen zu können, die mir besseren Sichtschutz bietet. Das gelingt mir auch und durch die Zweige eines Busches sehe ich noch einen zweiten Bisam. Aber auch jetzt kann ich leider nicht fotografieren.

Ich kann es kaum glauben. Da sehe ich plötzlich Tiere, auch noch paarweise, die ich in vielen Jahren nie zu Gesicht bekam. Auf einer Strecke von fünfzig Metern. Und es kommt noch besser… Die Sonne brennt vom Himmel. Ich stehe auf einer gemauerten Treppe, die zum Bach führt und warte auf die Teichrallen-Familie. Da beginnt neben mir ein munterer Tanz zweier blauer Schmetterlinge.

So denke ich zunächst. Doch manchmal kommen mir die beiden Flugkünstler so nahe, daß ich genau erkennen kann, es handelt sich um Libellen. Eigentlich kenne ich Libellen und ihre Art zu fliegen gut, aber diese beiden umschwirren sich und mich wie Schmetterlinge.

Während die Teichrallen auf sich warten lassen, beobachte ich den Flug der Blauflügel-Prachtlibelle, deren Namen ich natürlich auch erst bei "Wikipedia" erfuhr. Somit hatte ich - an der gleichen Stelle der Gollach - drei völlig verschiedene "Tier-Pärchen" entdeckt. Innerhalb weniger Tage. Das kann doch nur daran liegen, daß mein Bach an mich denkt, wenn ich suchenden Blickes an seinen Ufern entlang schleiche und mir nichts sehnlicher wünsche, als ein Foto zu machen, auf dem etwas zu sehen ist, was noch nie "da" war. ;-)
6.7.16 08:38
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(6.7.16 20:56)
Zur Abwechslung mal nichts über Fußball, aber auf jeden Fall eine sehr schöne Geschichte


Dorehn (6.7.16 21:21)
...immer wieder wunderbar gestochen scharfe Fotos - und dazu noch interessant auch die "Hintergründe" zu erfahren - und... sich Zeit nehmen zum Fotografieren ist fast eine Form von Meditation - im Einklang mit dem, was das Herz berührt...

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