Fotografiert und erzählt!
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

   
    marie-adel-verpflichtet

   
    indianwinter

    lebenslabyrinth
   
    mirco-reisen

    - mehr Freunde

   Fotos
   merry-n
   Marie
   Indianwinter
   pally66
   lebenslabyrinth
   mirco-reisen



https://myblog.de/padernosder

Gratis bloggen bei
myblog.de





In jungen Jahren - weitere Kurzgeschichten!

Als Abc-Schütze sollte ich mich an die Anweisungen der Schüler-Lotsen halten. Es wäre lebensgefährlich, dies nicht zu tun. Doch diese Schüler-Lotsen standen nur an der Straße direkt vor der Schule. Bis dahin überquerte ich mehrfach die Straße ganz alleine, immer wieder von der knisternden Spannung erregt, soeben der Lebensgefahr ins Auge geblickt zu haben.

In jungen Jahren holte ich dem Vater manchmal Bier aus der Kneipe. Das bekam ich an der Durchreiche vor der Gaststube. Einmal ging die Tür dahin auf und ein Gast sah mich wartend stehen. "Gebt dem Jungen ein Eis!", rief er. Tatsächlich bekam ich Bier und Eis und ging stolz am Eis leckend nach Hause. Mein Vater bedankte sich nie fürs Bierholen, ich durfte mir auch nie ein Eis mitnehmen. Und er fragte mich, von wem ich das Eis hätte. Ich wußte es nicht. Da hat er sich aufgeregt, warum ich Eis von Menschen nähme, die ich nicht kenne.

Manchmal kam mein Vater von der Jagd nach Hause und hatte schwere, nasse Stiefel an. Dann durfte ich sie ihm von den Füßen ziehen und mit Papier ausstopfen. Ich glaube, mein Vater dachte, ich würde dies gerne tun. Naja, mein Vater verstand nichts von Kindern. Er war mit 17 Jahren im Krieg und kam erst viele Jahre später wieder nach Hause.

Erwachsene wissen und dürfen alles, Kinder wissen und dürfen nichts! So war die Regel. Schon bald merkte ich, das Erwachsene vielleicht alles dürfen, aber nicht alles wissen. Dennoch verzichtete ich darauf, im Alter von vierzehn Jahren, meiner Mutter von der sexuellen Abhängigkeit eines Bahnwärter Thiels zu erzählen, der von Visionen geplagt die Frau seiner Begierde erschlägt und das gemeinsame Kind tötet. Meine Mutter hätte wahrscheinlich die Geschichte nicht verstanden und das Vertrauen in meine gute Schulausbildung verloren. Daran muß ein nichtswissenden Kind schon mal denken…

Weil Kinder nichts dürfen, machte ich in der Schule auch nicht mit. Sollten doch die anderen eifrig den Finger heben. Die hatten eben zuhause nichts gelernt. Ich verachtete Kinder, die nicht ruhig sitzen konnten und ständig schwätzten. Doch am meisten verachtete ich diejenigen, die falsche Antworten gaben. Wie kann man sich melden, wenn man nicht absolut sicher ist, die Frage richtig beantworten zu können…? So schlau ich auch war, es kam mir nie der Gedanke, daß ich es bin, der sich nicht so verhält, wie es sein sollte.

Erste Klasse Realschule, erste Schularbeit in Mathe, als Einziger eine Eins, obwohl auch mein älterer Bruder in dieser Klasse saß. Er wurde "zurückversetzt", nachdem ich eine Empfehlung für die Realschule bekam. Das älteste Kind ist schließlich nicht dümmer als der Zweitgeborene. Jedenfalls war es wichtig für mich, zu wissen, auch in dieser Schule brauche ich mir um mein Weiterkommen keine Gedanken zu machen. Mit Stolz und Erleichterung machte ich mich auf den Weg zur "mittleren Reife".
15.7.16 13:24
 
Letzte Einträge: Let´s dance!, Weiße Weihnacht! - Für alle frohe Weihnachten!, Prost!, Das Narren-Schiff!, Vorentscheid für Lissabon!


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung