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Gott ist groß!

Als ich mich entschied, für die Saison 2015/2016 eine Dauerkarte für die Heimspiele der Würzburger Kickers zu kaufen, fiel mir das leicht, denn in dieser Dauerkarte war das Ticket für die "Mainfrankenbahn" und die Würzburger Straßenbahnen integriert, sodaß ich für günstiges Geld Profifußball sehen konnte.

Genau, die "Mainfrankenbahn" ist jene Regionalbahn, die von Treuchtlingen kommend über meine Heimatstadt nach Würzburg fährt. Zweiter Halt ist - von mir aus gesehen - Ochsenfurt, eine idyllisch gelegene, fränkische Kleinstadt mit historischem Stadtkern. Es heißt, der englische König Richard Löwenherz hätte hier mal verweilt. Etwas außerhalb liegt die Zuckerfabrik, deren rauchende Schlote schon von Weitem zu sehen sind.

Sicher geht es vielen ähnlich wie mir. Man hört von schlimmen Dingen, wie jüngst in Nizza, aber die echte Betroffenheit stellt sich nicht ein, denn die Ereignisse sind nicht wirklich nachvollziehbar. Jetzt hat ein Jugendlicher in "meinem" Zug ein Blutbad angerichtet und ich kann mir sehr gut vorstellen, in dieser Regionalbahn gesessen zu haben.

Was fühlt man, was fühle ich "jetzt"? Da ist sehr viel, von Wut über Trauer, von Fassungslosigkeit bis hin zu einem gewissen Verständnis. Nein, kein Verständnis für die Tat als solche, aber das ein "entwurzelter Jugendlicher" zu einem "Pulverfaß" werden kann, das ist nachvollziehbar.

Und nun muß ich einmal "Medien-Schelte" betreiben. Da wird mir gesagt, innerhalb von fünf Minuten gefühlte zehn mal, daß sich der "unbegleitete Jugendliche radikalisiert hätte". Für mich ist das einfach unerträglich. Jeder verwendet die gleichen Worthülsen, obwohl sie "Schwachsinn" sind. Und dann sagt noch jemand, "dieser Jugendliche hatte doch eine gute Zukunft vor sich".

Ich will hier kein übertriebenes "Täterverständnis" betreiben, aber selbst ich, der eine behütete Kindheit hatte, kann mir vorstellen, daß ich im jugendlichen Alter, durch Kriegswirren in ein fremdes Land geflohen, dessen Sprache ich nicht beherrsche, gewaltige Probleme hätte, auch dann noch, wenn ich fern der Heimat Menschen fände, denen ich vertrauen kann und die mir helfen.

Ein solcher Jugendlicher "radikalisiert" sich nicht, denn dazu müßte er vorher ein "normales" Leben geführt haben! Offenbar gehen viele Menschen hierzulande davon aus, daß ein Flüchtling allein durch die Tatsache, daß er nun in Deutschland angelangt ist, mit sich und der Welt keine Probleme mehr haben dürfte.

Hat diese Tat einen "islamistischen Hintergrund"? Ist das wirklich die Frage aller Fragen? Warum muß man den "Islamischen Staat" immer stark reden? Genau das wollen diese Irren doch. Wären sie nicht in den Medien, wäre ihre Bedeutung sehr viel geringer. Und wenn ein junger Mann, der keine Vorstellung davon haben kann, wo sein Lebensweg hinführen wird, "Gott ist groß" ruft und eine Wahnsinnstat begeht, dann hat das ganz andere "Hindergründe" als den "Islamischen Staat", den er nur vom Hörensagen kennt.
20.7.16 07:50
 


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