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Am nächsten Tag...!

In der auf unser Angelglück folgenden Nacht schlief ich sehr unruhig. Ich träumte von Mädchen, die mit ihren Slips herumfuchtelten und auf großen Fischen über den Dorfweiher ritten. Dazwischen sah ich immer wieder Finns lächelndes Gesicht, welches mir zuflüsterte, ich soll mir ein Mädchen oder einen Fisch angeln.

Aber ich konnte es nicht. Ich hatte doch keinen Angelschein. Finn erkannte meine Not und warf seine Angel aus. Er zog ein Mädchen nahe ans Ufer, welches ich mit dem Käscher aus dem Wasser hob. Dann wachte ich erschrocken auf, denn das Mädchen hatte ihr blutverschmiertes Höschen im Mund…

Als ich heftig atmend auf dem Rand meines Bettes saß, spürte ich eine warme Nässe auf meinem Oberschenkel. Ich lief ins Bad, zog mich aus und war irritiert, weil mein Glied immer noch nicht zur Ruhe kam. Da stand plötzlich meine Mutter in der Tür des Badezimmers… Am liebsten wäre ich im Boden versunken, doch Mutter lächelte nur und meinte, ich hätte wohl beschlossen, ein Mann zu werden.

Dann legte sie mir einen frischen Schlafanzug hin und wollte, wenn ich wieder sauber und angezogen wäre, noch ein Wort mit mir reden. Sie fand es wohl an der Zeit, mich "aufzuklären", aber dann sagte sie nur, sie sei kein Junge und würde nicht genau wissen, was in einem solchen vor sich ginge. Aber jetzt sei die Gelegenheit günstig, mit einem "großen" Jungen über alles zu reden, was mich interessiere.

Sehr erleichtert ging ich wieder zu Bett. Alles war halb so schlimm, denn selbst meine Mutter wußte über Dinge bescheid, die ich für meine größten Geheimnisse hielt. Aber mit Finn würde ich erst einmal nicht über mein "nächtliches Abenteuer" reden. Ein Junge, der weiß, daß Raubfische auf Mädchen-Slips anbeißen, der weiß noch viel mehr interessante Details, und demgegenüber war ich ein Ahnungsloser.

Finn schlug vor, nach dem Frühstück eine Fahrrad-Tour zu machen und erst gegen Abend wieder zuhause zu sein. Mutter hatte nichts dagegen und stellte Finn ihr Trekking-Rad zur Verfügung. Mit Lunch-Paket und etwas Geld in der Tasche fuhren wir los.

Schon kurz hinter dem Ortsschild hielten wir an. Finn blickte nachdenklich in die Gegend und sagte: "Hier ist alles anders als in Amerika". "Was meinst Du damit", fragte ich ihn. "Die Luft, die Erde, die Menschen… es ist, als wäre die Zeit stehengeblieben". Ich wußte nicht, was er meinte und plötzlich fing ich an, von meinem Traum zu erzählen.

Finn lachte nicht, er nickte auch nicht wissend, er hörte einfach nur zu. Als ich nicht mehr wußte, was ich noch sagen sollte, liefen wir zum nahen Bach hinunter und dort fand dann meine "Taufe" statt, von der ich erzählte. "Blutsbrüder sind immer für einander da", sagte Finn. "Auch ich werde Deine Hilfe brauchen. Vielleicht wirst auch Du einmal einen Fisch für mich an Land ziehen."

Ich fühlte mich so großartig wie noch nie in meinem Leben. Auf dem besten Weg, ein Mann zu werden, stand mir ein Freund und Bruder zur Seite, der alles wußte und konnte. "Selig, wer sich vor der Welt, ohne Hass verschließt, einen Freund am Busen hält und mit dem genießt", so hatte ich es einmal irgendwo gelesen. Meine Euphorie kannte keine Grenzen.

Trotz meiner jungen Jahre spürte ich, wie mein älterer Blutsbruder von dieser Euphorie angesteckt wurde. Wir hatten wahrscheinlich sehr wenig Gemeinsames, aber wir passten gut zusammen. Finn hatte keine Ahnung von Literatur, während ich jedes Buch las, dessen ich habhaft werden konnte. Mit 10 Jahren konnte ich mir ganze Passagen aus Büchern merken, die ich noch nicht einmal richtig verstand. Finn hingegen verstand die Dinge, ohne sie vorher gekannt zu haben.

Er sagte mir, er wußte, daß mit den Mädchen der Hecht kommt. Und ebenfalls war ihm klar, daß die Mädchen auf mich eine große Wirkung ausüben würden. Du bist ein Räuber, sagte er mir, wie der Hecht. Aber davor müsse ich keine Angst haben, denn das ganze Leben wäre ein Rauben und ein Schenken. Das, was wir wirklich wollen, müssen wir uns von der Welt stehlen. Und Du, Jumper, wirst Dir nehmen, was Du haben willst.

Eine gute Idee, sagte ich und lief hinüber zu dem Zwetschgen-Baum, dessen dunkelblauen Früchte mich anlachten. Finn holte mich ein, half mir auf den Baum, kletterte selbst hinauf und wir ließen uns die saftigen Zwetschgen schmecken. Nach einer Weile fuhren wir weiter. Schon bald kamen wir in eine Gegend, in der auch ich mich nicht mehr heimisch fühlte. Das nächste Abenteuer konnte beginnen…

Wir sehen uns!
31.7.16 19:18
 
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