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Kummer!

Leider blieb auch diese Geschichte nicht ohne Folgen. Die zwei Brüder waren schlechte Verlierer und behaupteten ihrem Vater gegenüber, Finn hätte sie angegriffen und verletzt. Der Vater war nicht ganz so dumm wie seine Söhne, und fragte seinen Nachwuchs, warum sie denn zu zweit nicht mit einem langhaarigen Amerikaner fertig würden? Zudem hatte er von seiner Tochter gehört, die zufällig in der Nähe war, wie sich das Ganze tatsächlich zutrug. Trotz ihrer dicken Brille entging ihr nicht das Geringste.

Aber was nützt das alles, wenn sich meine Mutter einredet, Finn würde Gefahren für mein Leib und Leben heraufbeschwören? Ihr Wille, mir ein völlig "normales" Leben zu ermöglichen, bestimmte ihr Denken und Tun. Sie konnte meine Hautfarbe nicht mehr ändern, aber sie konnte die Umstände beeinflussen, unter denen ich meine Haut zu Markte tragen mußte.

Ich hingegen war stolz auf den "halben Neger" in mir. Er gab mir etwas von der weiten Welt, das die anderen Kinder in unserem kleinen Ort nicht hatten. Vielleicht würde auch ich eines Tages über den Ozean schwimmen, um in Amerika mein Glück zu suchen. Meine Tante und Matthew hatten es geschafft, also konnte ich es auch schaffen.

Und Finn hatte mir schon vieles erzählt. Von den Wolkenkratzern in New York, von Häusern, die auf einem Lkw von hier nach da gefahren werden, von den Raketen, welche die Amis in den Weltraum schossen und natürlich auch von der herrlichen Eiscreme und den köstlichen Hamburgern, die es dort zu verspeisen gibt.

Amerika war die eigentliche Heimat von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. Mit einem selbstgebauten Floß den gewaltigen Mississippi hinunter fahren, Freiheit und Sonne genießen, Abenteuer bestehen… was könnte es Schöneres geben?! Die Bücher Mark Twains verschlang ich ebenso wie die des Karl May.

Doch meine Mutter hatte anderes im Sinn. Sie wollte mich behütet aufwachsen sehen. Ich sollte fleißig in der Schule sein, einmal studieren, vielleicht ein Arzt oder ein Richter werden. In meinen Schädel ging das nicht hinein. Da hatte mich Ursula schon halb um den Verstand gebracht, wie konnte ich da mit kühlem Kopf die großen Dinge des Lebens angehen?

Immerhin empfand ich im Beisein von Finn, wie großartig das Leben sein kann. Vor allem dann, wenn man jedes Problem, das sich einem in den Weg stellt, lösen kann. Die meisten dieser Probleme entstehen durch Mitmenschen. Es wäre also toll, wenn ich Menschen so beeinflussen könnte, daß sie tun, was ich will und dabei das Gefühl haben, es wäre das Beste für sie. So oder so ähnlich dachte wohl auch meine Mutter…

Aber was sollte sie tun? Finn nach Hause schicken, mit der Begründung, er wäre eine Gefahr ihren Sohn? Dann wäre ihre Schwester sicher wenig erfreut gewesen und sie hätte mit mir ein gewaltiges Problem bekommen. Hausarrest in den Ferien?

Nein, sie mußte gute Miene zum bösen Spiel machen und das führte dazu, daß auch die nächsten Wochen ein wenig unruhig verliefen, in der fränkischen Provinz des Jahres 1980, als die Menschheit noch nicht am PC auf Moorhühner schoß, oder gar mit Mobiltelefonen Pokemons sammelte.

Wir sehen uns!
13.8.16 08:05
 
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