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Die Romantik und der Blauwal!

Wir schreiben das Jahr 1800. Meine Freunde Immanuel Kant und Friedrich Schiller werden nicht mehr lange zu leben haben. Im Gegensatz zu einem Johann Wolfgang von Goethe, der schon die "Fünfzig" überschritten hat und seinem schönen Dasein noch weitere 32 Lebensjahre hinzufügen wird.

In der "Geschichte" sind Übergänge meist fließend, doch das Jahr 1800 eignet sich gut, um den "Sturm und Drang" zu beenden und die "Romantik" beginnen zu lassen. Endlich kann das normale Volk lesen. Na gut, es ist tatsächlich etwa ein Viertel des Volkes, welches des Lesens mächtig ist, aber plötzlich gibt es Bücher, und manch ein mehr oder weniger begabter Literat versucht sich am Schreiben.

Bis dahin herrschte die Langeweile. Es gab ein paar Zeitschriften, doch Schillers "Horen" waren im Jahr 1800 schon wieder eingestellt worden, und kamen eh nur monatlich ins Haus geflattert, falls man ein "gut bürgerliches" hatte und an Kultur interessiert war. Apropos Kultur…

Die "Romantik" ist ja jetzt nicht zu verwechseln mit der "Romanik". Zweitere wurde von der Gotik abgelöst und hatte hauptsächlich etwas mit Architektur zu tun. Erstere wiederum hat mit Dombaumeistern nichts am Hut, es sei denn, diese lasen gerne Geschichten über geheimnisvolle Umtriebe im "Hause des Herrn".

Also "Romantik" war vor allem für das Schreiben, Malen und Musizieren da. Für die restliche Kunst der damaligen Zeit benutzt man heute den Begriff "Klassizismus". Dazu gehört auch das mir nicht so sympathische "Biedermeier", denn beim Wort "Biedermeier" denke ich sofort an die Spießbürger meiner Jugendzeit, die mir mein lockeres Gammler-Leben ungemein erschwerten. ;-)

Jedenfalls waren die "Romantiker" zu ihrer Zeit keine "Biedermeier". Sie wollten sich abkehren von der realen Welt. Geheimbünde waren angesagt. Selbst der souveräne Goethe, der von den jungen Romantikern respektiert und schon mal um Rat gefragt wurde, der ansonsten aber nicht zu ihrem "Verein" gehörte, trat in die Loge der "Freimaurer" ein.

Goethe war eben "speziell". Er schätzte Napoleon, aber die Französische Revolution lehnte er ab. Ein guter Romantiker der damaligen Zeit dachte eher "umgekehrt". Und es gab viele sehr kluge, frühe Romantiker, wie die Schlegel-Brüder. Die wagten es sogar, sich über Friedrich Schiller lustig zu machen, obwohl der Goethes bester Freund war.

Heutzutage mögen es die meisten von uns, wenn es "romantisch" wird, wenn wir als altes Rentner-Ehepaar auf einem Kreuzfahrtschiff in einem norwegischen Fjord die Sonne untergehen sehen und gerade dann auf den Auslöser unserer Kamera drücken, wenn sich vor die Sonne die imposante Schwanzflosse eines Blauwals schiebt - ach ist das herrlich! Ich spare schon ein halbes Leben auf solch eine Reise, doch nun hat meine langjährige Freundin ganz unromantisch das Weite gesucht…

Wer mag, darf ein paar Tränen der Rührung weinen! ;-)
17.9.16 08:26
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dorehn (17.9.16 14:07)
...an Goethe kam ja schon zu seiner Zeit keiner (dran) vorbei - er fördere aber nur bedingt neue Strömungen (Romantik)...er hing lieber noch am "alten Zopf" - zumindest was die alte "klassische" Musik betraf im Gegensatz zu den neuen Wiener Strömungen nach 1800... während er Mozart hofierte, später auch Mendelssohn (weil er auch "das Alte" (Bach) wieder aufbereitete)...aber mit Beethoven z.B. ist er gar nicht warm geworden, da gab es viel Kritik im Sinne seines altbackenen Musikfreundes C.Fr. Zelter aus Berlin.... - es gibt ein sehr kleines, aber hochinteressantes Büchlein von Romain Rolland "Goethe und Beethoven", in dem das tragische Nicht-zusammentreffen der beiden Zeitgeister beschrieben ist...

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