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Schillerndes!

Wallenstein lehnte gelangweilt an der Wand. Sein Blick schweifte in die Ferne. Dort öffnete sich die Landschaft, so daß es ihm ein Leichtes war, seine Truppen in Reih und Glied aufgestellt zu sehen. Nach langem Zögern hatte der Kaiser zugestimmt. Was blieb ihm auch übrig? Nur er, nur Wallenstein konnte den Schwedenkönig aufhalten!

Zwei Spaziergänger im Schloßgarten holen ihn aus seinen Gedanken zurück. Ohne Mühe erkennt er Maria, in die er sich verliebte, beim ersten Sehen. An ihrer Seite der spanische Prinz, Don Karlos. Was will sie denn mit diesem verrückten Kerl, denkt Wallenstein und bedauert es sehr, schon bald in den Krieg ziehen zu müssen. Er will sich schon abwenden, da sieht er zwei weitere Herren. Sie sind nicht sehr elegant gekleidet, deuten eine Verbeugung an, um dann ein Messer aus dem Ärmel zu ziehen.

Maria nimmt ihr Geschmeide vom königlich blassen Hals und legt es in die Hände des Räubers. Don Karlos zieht einen Ring vom Finger. Wieder deuten die beiden fremden Männer eine Verbeugung an und sind ebenso schnell verschwunden, wie sie erschienen sind. Wallenstein ruft seine Wache und gibt Befehl, die beiden Männer zu ergreifen. Unter den Verfolgern ist ein guter Schütze, der seine Armbrust in Anschlag bringen kann. Er verfehlt die Räuber nur knapp.

Maria Stuart ist eine Frau, die schon viel erlebt hat. Die höflichen Räuber konnten sie nicht erschrecken. Als Wallenstein seinen Hut vor ihr zieht und seine Hilfe anbietet, dankt sie kühl und lehnt ab. Wallenstein spielt nicht in ihrer Liga. Er ist ein kleiner Emporkömmling und sie durchschaut sein Tun und Wollen vollkommen. Aber jetzt ist er ein wichtiger Mann. So will sie ihm seine Hoffnungen nicht völlig nehmen und schenkt ihm zumindest die Andeutung eines Lächelns.

Wallenstein bietet ihr seinen persönlichen Schutz an. Nun mischt sich der sichtlich verwirrte Don Karlos in das Gespräch ein. Er hatte seine Leibgarde weggeschickt, wollte mit Maria alleine sein. Und jetzt kommt dieser Wallenstein daher und will für Maria´s Sicherheit garantieren, was für ihn und den Kaiser eine Selbstverständlichkeit ist.

Doch seit Wochen wird von nichts anderem mehr gesprochen: Wallenstein und seine Söldner-Truppen, das kann ein Spiel mit dem Feuer werden. Mit einer Handbewegung will Don Karlos den General wegschicken. Dieser beachtet den spanischen Infanten nicht. Maria sieht die Gier in Wallensteins Augen, die das Lächeln seines Mundes nicht unterstützen.

Stunden später stürzt Luise Miller in das königliche Schlafgemach. Sie hatte eine Vision. "Maria, Maria", ruft sie und kniet vor der schottischen Königin nieder. "Ich habe Blut gesehen, viel Blut". Luise ist die einzige Untergebene, die jederzeit Zugang zur Königin hat. Sie ist eine treue Seele und kann in die Zukunft sehen. "Wessen Blut, Luise, wessen Blut hast Du gesehen?" "Das Ihre, Majestät, ich sah Euer Blut auf dem Schafott fließen!" "Vielleicht brauche ich diesen General Wallenstein noch...", denkt Maria und läßt sich Wein bringen, viel Wein.

Wallensteins Wache verfolgt die Räuber vom Schloßgarten bis in den Wald. Doch die bewaffneten Soldaten sind zu langsam. Schließlich ist nur noch der Armbrustschütze hinter den Räubern her. "Alleine macht es keinen Sinn", denkt sich dieser und stemmt mißmutig die Armbrust in die Hüfte. Am liebsten würde er den Dienst bei seinem Herrn quittieren. Er sehnt sich heim in die Berge, in ein Land ohne Krieg. Zuviele Tote hat er schon gesehen. Und jetzt soll es so weiter gehen. Wenn der Schwedenkönig kommt, wird das Töten auf dem Schlachtfeld erst so richtig beginnen...

Aus der nahen Stadt hört Wilhelm Tell Glockengeläut. Er kniet nieder und legt einen Eid ab. Nie wieder will er einen Menschen töten. Und dann findet sein frohes Herz die Worte:

"Freude" heißt die starke Feder
in der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
in der großen Weltenuhr.

Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
die des Sehers Rohr nicht kennt!
24.10.16 14:16
 
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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dorehn (24.10.16 22:59)
...oh, wie schillert es in diesen neuen Verpackung! - wahrlich wie ein vergoldeter Sternenhimmel :-))
Gut verflochten ineinander die einzelnen Figuren und amüsant zu lesen!


Serge / Website (28.10.16 22:59)
Immer wieder interessant etwas von Schiller zu lesen. Wenn heute über die Armbrust gesprochen wird, sind die Geschichten von Tell und Wallenstein mit Sicherheit nicht weit

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