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Die Verwandlung!

Josef K. entging seiner Verwandlung nichtsahnend und um Haaresbreite. Er machte sich auf den Weg zur Arbeit. Beim ersten Schritt vor die Tür lief er gegen eine Wand - über Nacht war die Welt weiß geworden. Bittere Kälte und meterhoher Schnee. Nur "fliegen" würde sein Problem lösen, welches darin bestand, unter diesen äußeren Bedingungen rechtzeitig seinen Arbeitsplatz im Schloß zu erreichen. Aber fliegen war zu gefährlich. Dann würden die Nachbarn, die hinter ihren dunklen Fensterscheiben schon warteten, herausstürzen und mit ihren Smartphones versuchen, Josef K. abzulichten. Der Staatsanwalt braucht einen letzten Beweis, ein Foto des fliegenden Josef K.! Dann kann er die Beweiskette schließen und Josef K. öffentlich anklagen.

Aber auch ein verspätetes Erscheinen am Arbeitsplatz wäre für Josef K. sehr unangenehm. Der Schloßherr suchte von Anfang an einen Grund, den Auftrag der Regierung, in welchem Josef K. handelt, für "null und nichtig" zu erklären. Käme Josef K. zu spät, würde er das Schloß verschlossen vorfinden und müßte diesen Umstand in einem Bericht an die Regierung erläutern.

So entschied sich Josef K. an diesem bitterkalten Morgen für das Fliegen. Es gelang ihm nicht wie gewohnt. Seine Flügel fühlten sich wie eingerostet an. Schon öffnete die Nachbarin ihr Fenster und stürzte sich aus demselben. Josef K. hatte erst eine geringe Flughöhe erreicht, als ihm die Nachbarin bedenklich nahe kam. Sie war nur leicht bekleidet, hatte wohl nicht wirklich damit gerechnet, Josef K. verfolgen zu müssen. Schließlich hing sie mit einer Hand an Josef K.´s Hosenbein und versuchte mit der anderen, ihr Smartphone zu betätigen.

Der Ehemann der Nachbarin fotografierte vom Fenster aus die Szenerie. Zu seinem Leidwesen "beschlug" das Auge seiner Handy-Kamera schneller als er es sauberwischen konnte. Er war sehr beeindruckt vom leidenschaftlichen Kampf seiner Ehefrau um diesen fliegenden Mann, der seinerseits eifrig versuchte, das Anhängsel an seinem Bein abzuschütteln. Erst als ihr Nasenbein in viele kleine Stücke zerbrach, ließ die tapfere Nachbarin los. Blutüberströmt und halb nackt lag sie schwer keuchend im meterhohen Schnee.

Josef K.´s Nachbar trug seine Ehefrau mit Stolz im Blick und einiger Mühe ins Haus. Zuvor suchte er ihr Smartphone, fand es auch und war etwas enttäuscht, denn vom fliegenden Josef K. war nichts zu sehen. Seine Ehefrau hatte jedoch einige "Selfies" geschossen, was bisher nicht ihre Art war. Dem Nachbarn gefielen die Fotos seiner Ehefrau so gut, daß er sie umgehend "ins Netz" stellte. "Jagende Löwin im Schnee" schrieb er über die leicht verschwommenen, aber wirklich einzigartigen Fotos.

Josef K. ist nicht wieder zurückgekehrt. In der Nachbarschaft wurde gerätselt, was mit ihm wohl geschehen sei. Schließlich setzte sich die wahrscheinlichste Möglichkeit als sichere Wahrheit durch: Josef K. machte kurzen Prozeß und flog nach Amerika!
8.11.16 10:32
 
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