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Sandkasten-Spiele!

Ich gestehe es, manche meiner Geschichten sind einfach nicht wahr. Eine frei erfundene Handlung. Bin ich jetzt ein Lügner und Betrüger? Soll ich mich nun schämen, oder darf ich sagen, für einen Geschichten-Erzähler ist es unerheblich, ob er durch eigenes Erleben oder durch die Kraft seiner Phantasie an seinen "Stoff" kommt? Nach meinem bisherigen Verständnis ist Zweiteres der Fall.

Doch ich bin ins Nachdenken gekommen und das geht so...

Damals, im Sandkasten, warfen wir Kinder uns schon mal häßliche Worte an den Kopf und bekräftigten diese schwungvoll mit einer Schaufel Sand. Was wir vor allem gerne taten war, dem Anderen etwas zu unterstellen: "Du bist doch eine dumme Gans!" Oder noch schlimmer: "Du bist eine blöde Sau!"

Am nächsten Tag wußten wir natürlich nicht mehr, wen wir am Vortag mit einem Tier verglichen. Wir hatten ja längst wieder Frieden geschlossen und sind eventuell sogar beste Freunde geworden. Jedenfalls für den Augenblick. Irgendwann war es dann soweit. Meine Mutter überzeugte mich davon, manchmal mit "unfeinen Methoden", meine jüngere Schwester müsse von mir nicht ständig als "blöde Kuh" bezeichnet werden. Das heißt nicht, daß ich je ihren Namen aussprach, aber ich akzeptierte notgedrungen ihre Anwesenheit.

Heute gehe ich davon aus, eine "gute Erziehung" mein Eigen nennen zu können. Waren die Gründe hierfür Liebe und Geduld, oder war es doch körperliche Gewalt bzw. die Androhung derselben? Seit meiner Einschulung hieß es immer: "Betragen - sehr gut." Und irgendwann, viel, viel später, überzeugte ich mich selbst von der Tatsache, die "Liebe" sei das Beste, was wir Menschen uns gegenseitig antun können.

Als Kindergartenkind - wenn ich damals schon über den Rand des Sandkastens hätte hinausblicken können - wäre ich sehr erstaunt gewesen, daß auch die Erwachsenen mein Spiel spielen. Da wird, gerade in den wichtigen Momenten, gelogen und betrogen, beleidigt und verleumdet, wie es kindischer nicht geht. Von guter Erziehung ist nichts zu erkennen, auch und sogar wenn es um die wichtigsten Dinge im Leben der Menschen geht.

Zu der Zeit, als ich erkannte, wie unerzogen die (erwachsene) Menschheit ist, rettete mein Seelenheil der schulische Geschichtsunterricht. Endlich verstand ich, der Mensch war noch nie ein "guter". Zwar versucht er, wie eingangs beschrieben, seinen Nachwuchs zu besänftigen und ihm das Animalische zu nehmen, aber letztlich ohne Erfolg, denn die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte des Tötens und Mordens, eine Geschichte des Belügens und Betrügens, eine Geschichte der Ignoranz und der Selbstsucht, eine Geschichte...

Nicht nur! Ja, ja, das stimmt schon. Da hat auch manchmal einer von der Liebe gepredigt, vom gewaltlosen Widerstand, aber von diesem Ideal eines Menschen, der seinem Feind auch die andere Backe hinhält, wenn er auf die eine geschlagen wurde, träumt Jesus wohl heute noch. Bleiben wir bei der "Geschichte". Noch heute bezeichnen wir Menschen als unsere "Großen", die ohne wirkliche Not zum Massenmörder wurden. Wie z.B. Karl der Große, der beim "Blutgericht von Verden" 4500 Sachsen hinrichten ließ.

Ganz besonders "pervers" zeigt sich der Mensch natürlich dort, wo er den gefährlichsten, schlimmsten Massenmörder der Weltgeschichte als jemanden hinstellt, dessen Gedankengut auch heute noch zu gebrauchen sei. Sicher sind die heutigen Nazis das beste Beispiel für eine mißlungene Erziehung. Aber wie gesagt, Erziehung hat noch nie "funktioniert". Selbst Jesus und Mohammed, die beide eine Weltreligion begründeten, haben die Menschen - mit ihrem groß angelegten Erziehungsversuch - in ihrem Wesen nicht erreicht.

Angesichts dessen kann ein "Trump" vernachlässigt werden. Er will die Macht und lügt deshalb, daß sich die Balken biegen. Er spielt das Sandkastenspiel: Diese da ist eine dumme Kuh, und jener hier ist von minderwertiger Rasse. Erst als er weiß, daß er gewonnen hat, tut er so, als wäre er keiner dieser "kleinen Scheißer", die "unerzogen" im Sandkasten sitzend von nichts eine Ahnung haben.

Als junger Mann dichtete ich einst:

Menschlich ist des Menschen Irren,
Liebe ist wie Sonnenlicht,
der Mensch läßt sich gar leicht verwirren,
doch Liebe alles Dunkle bricht.

Ist das nicht schön, in dieser Welt so grenzenlos naiv sein zu können? Für mich zählt vor allem meine eigene, kleine Welt. Die ist zwar winzig klein, aber umso leichter kann ich sie sauber halten. Wenn ich nur nicht das Verlangen hätte, beim Schreiben so maßlos zu übertreiben und das Unwahre für wahr erscheinen zu lassen... ;-)
13.11.16 10:39
 
Letzte Einträge: Vorentscheid für Lissabon!, Eichendorff läßt grüßen!, Zeiten ändern sich!, Darf der denn das? , Können Tiere sprechen?


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


el commandante (14.11.16 11:03)
hallotschi

manche b.schliessen schon in der sandkiste später bundeskanzler zu werden. und werden es dann auch /sihe der österr. gusenbauer alfred/

GRUSZ

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