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Das Wort des Jahres!

Postfaktisch!

So lautet das Wort des Jahres. Zunächst dachte ich, es wäre das "Unwort des Jahres", aber nein...!

Also rufe ich meinen besten Freund an, der ist Journalist, und frage ihn, was er unter dem Wort "postfaktisch" versteht. So schwer sei das nicht, meint er und fängt tatsächlich an, mir die Bedeutung dieses Wortes zu erklären. Ich sage nur, langsam, mein Freund, das ist mir schon klar, aber bilde doch einmal einen Satz mit "postfaktisch".

Nun kommt er doch in eine gewisse Not und rettet sich mit: "Wir leben in postfaktischen Zeiten!" Dieser Satz ist Quatsch, sage ich ihm, denn er erklärt nichts. Also überlegen wir gemeinsam. Doch wir können keinen Satz bilden, in dem sich das "Wort des Jahres" selbst erklärt. Da kommt uns logischer Weise die Idee, "postfaktisch" in seine Bestandteile aufzulösen - "post" und "faktisch".

Das Eine bedeutet "nach" im Sinne von "später, hinterher", und das Andere bedeutet "wirklich", "tatsächlich". "Postfaktisch" meint also - im wörtlichen Sinn - das, was nach dem Wirklichen kommt. Doch direkt von "Gefühlen" ist nicht die Rede. Gemeint sind bei "postfaktisch" aber doch die Gefühle, die den Menschen wichtiger sind als die Fakten!

Wir sind der Meinung, "postfaktisch" ist ein recht ungeeignetes Wort, um das zu beschreiben, was es tatsächlich meint. Hinzu kommt eine Fehleinschätzung... wenn die Politiker und Journalisten meinen, es wäre etwas Neues, daß Menschen ihren Gefühlen mehr trauen als dem, was sie in den Medien mitgeteilt bekommen, dann irren sie sich.

Die größte Zeitung Deutschlands war schon immer ein "Schmierblatt", dem ein gewisser Herr Wallraff nachwies, was es von "Fakten" hielt und das öffentlich-rechtliche Fernsehen kontrollierten die großen Volksparteien.

Als junger Mann beschloß ich, Willy Brandt zu wählen, weil ich das Gefühl hatte, der bescheißt mich weniger als der Franz Josef Strauß. In den 70er, 80er und vielleicht auch noch in den 90er Jahren sagte man übereinstimmend, die Politiker sind alle Gauner, aber gewählt haben wir sie trotzdem. Heute sagt man das Gleiche über die Politiker, aber ein beachtlicher Teil der Menschen wählt sie nicht mehr und schimpft zum Teil wie die Rohrspatzen in den "neuen Medien" über sie.

Die Situation hat sich "faktisch" nicht geändert, doch mittels Internet kann man sich an seinen Gefühlen und den Emotionen Gleichgesinnter wunderbar berauschen. Der Mensch neigt dazu, für sein Seelenheil den Rausch zu suchen und dann "zwitschert" er munter drauf los und stößt unter seinem Klarnamen auch schon mal eine Morddrohung aus. Wie nennt man ein solches Verhalten? Vielleicht wäre "tolldreist" ein verständlicheres Wort des Jahres gewesen!
16.12.16 11:33
 
Letzte Einträge: Sie kommen und gehen!, Die Glocken des Mai!, Gewöhnlicher Hornklee, Er ist wieder da..., In letzter Sekunde!


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


meine-stories (29.3.17 17:28)
Hätte ich diesen Artikel an seinem Erscheinungsdatum gelesen, wäre mir dazu wahrscheinlich nicht viel eingefallen außer dem guten alten Neuspech.
Jetzt, 3 1/2 Monate später schaut die Sache schon etwas anders aus. Schließlich regiert auf der anderen Seite des gr0ßen Teiches ein Mann, der sich auf "alternative Fakten" stützt, welches meiner Meinung nach ungefähr dasselbe Niveau hat, und gleichzeitig den Medien den Krieg erklärt hat.

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