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Ich weiß nicht, ob Du es schon wußtest...



Es ist ja nicht so, daß ich heutzutage als "Onkel" einen "Erziehungsauftrag" hätte. Vor allem dann nicht, wenn ich etwas "schrullige" Ansichten mein Eigen nenne. Andererseits möchte ich aber meinen Neffen ersparen, in ihrem Leben ständig gegen die Wand zu laufen, nur weil sie schlecht informiert sind. Also was tun? Klar, im Internet eine "Plattform" suchen und das schreiben, was die Welt nicht weiß, aber wissen sollte... ;-)

Um überhaupt etwas wissen zu können, muß ich mich informieren. So fing ich an, nach der Schulzeit, in der ich nur lernen durfte, was andere für wichtig und richtig hielten, mich mit den Dingen zu beschäftigen, die mich wirklich interessierten. Aber ich merkte schnell, es ist "Ansichtssache", ob ich z.B. Karl den Großen für einen Massenmörder oder für einen "weisen" Mann halte. Was also tun, wie komme ich zu einem sicheren Urteil?

Die Antwort liegt auf der Hand. Ich lese nach, was klügere Köpfe als der meine sagten und dachten. Eine gute Entscheidung. Ich fing bei Schiller und Goethe an. Vor allem Goethe war ein Mensch, der sich zu Allem und Jedem Gedanken machte und er war auch einer, der es wagte, seine Meinung zu äußern. Und dann, welch ein Glück, fiel mir auf, wie "gewählt" er diese Meinung ausdrückte. So vermehrte ich nicht nur mein Wissen, sondern wurde von Goethe auch "indirekt" darauf hingewiesen, welch großer Unterschied es ist, Wissen "trocken" weiterzugeben, oder die Sprache zur "Kunst" zu erheben.

Auch Schiller war natürlich sehr sprachbegabt. Und er wurde mir auch gleich sehr sympathisch, denn er hatte das gleiche Problem wie ich: Er war sich nicht sicher, ob das, was ihm so durch den Kopf ging, auch "richtig" war. Und er machte das, was auch ich tat. Er informierte sich bei den klügsten Menschen. Zu Schillers Zeiten war Immanuel Kant "die" Autorität, was das vernünftige Denken betraf. Schiller wollte von Kant wissen, darf ich meinem Gefühl vertrauen, darf ich das für richtig halten, was mir mein eigener Kopf sagt? Darauf hatte Immanuel Kant eine klare Antwort: "Ja!"

Nun war ich an einem Punkt, an dem die ganze Fragestellung eine andere wurde. Ich strebte nicht mehr nach dem allgemeingültigen Wissen, denn ein solches gibt es nicht. Es gibt kein Wissen, welches für alle Menschen einheitlich ist. Wenn ich also etwas "wissen" will, muß ich vor allem meine eigenen Sinne schärfen, muß ich das "Sehen" lernen. Später, als ich mich auch mit dem Denken und Wissen von Martin Heidegger beschäftigte, erfuhr ich, daß es vor allem auf das "Fragenstellen" ankäme. Antworten sind nicht so wichtig. Doch mit den Philosophen habe ich zumeist ein Problem, ich "verstehe" sie nicht.

Ist das ein Makel? Nein, denn sowohl Heidegger als auch Wittgenstein litten ebenfalls unter dem Problem der "Sprache". Die Worte, mit denen wir etwas Bestimmtes ausdrücken wollen, sind oft nicht so ganz passend. Es gibt keine einheitliche Definition und Verwendung von "Begriffen". Heidegger nannte sein Hauptwerk "Sein und Zeit". Da darf der Leser nun versuchen, einmal kurz zu beschreiben, was er unter "Sein" und unter "Zeit" versteht. Sicher wären die unterschiedlichen Interpretationen "gravierend".

So sind wir nun an einem grundsätzlichen Problem, wie ich mir Wissen aneignen kann. Es gibt kein einheitliches, allgemeingültiges Wissen und es gibt keine einheitliche Sprache, mit der dieses Wissen, wenn es denn existierte, vermittelt werden kann. Das klingt ein wenig nach Hoffnungslosigkeit. Doch mir hilft an dieser Stelle das klare Denken von Immanuel Kant, welches auch Schiller geholfen hat: "Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

Ich kann mir Wissen nur aneignen, indem ich selbst denke. Ich kann das alles hier im Brustton der Überzeugung schreiben, weil ich selbst es für "richtig" halte. Aber darüber hinaus hat es keine Bedeutung. Ich werde nicht behaupten, nur wer das auch für richtig hält, gehört zu den "Wissenden" und alle anderen sind "Unwissende". Doch gerade von den Menschen, die immer alles besser wissen, weiß ich, daß ihr Denken zu früh aufgehört hat!
9.3.17 10:38
 
Letzte Einträge: Eichendorff läßt grüßen!, Zeiten ändern sich!, Darf der denn das? , Können Tiere sprechen?, In eigener Sache - Teil 2


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marie / Website (9.3.17 12:07)
Oh, wirklich sehr schön erklärt. Ich gebe Dir absolut recht. So, und nur so genau ist es. Schön wäre es ja generell, wenn einige erst mal mit dem "Denken" beginnen würden. Da fängt es ja schon an! Und er eigene Verstand ist stets der richtige Weg. Sich was vorleben lassen und die Individualitäten der "Anderen" annehmen ist sicher einfach, aber auch ziemlich dumm.
Philosophie ist auch nicht wirklich das, was ich brauche, zum einen wahrscheinlich weil es nicht eindeutig ist oder zum anderen weil ich es anscheinend nicht verstehe und nicht wirklich einen Nerv dafür habe. LG, Marie


Indianwinter (9.3.17 15:33)
...das stelle ich selbst auch immer wieder fest, ich kann hier lesen und dort und da, doch ich komme immer wieder auf mich selbst zurück und auf das, was letztlich meine Sicht der Dinge ist- wenn ich gedacht habe.

Und eines kann ich bestimmt unterstreichen, das Denken hört niemals auf, sonst fährt es sich fest und da ist er dann, der Besserwisser...

LG, Indianwinter

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