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Die Krähenburg - Letzte Folge!

Tiefschwarze Wolken standen über der Krähenburg und warfen mit mächtigem Getöse hell aufleuchtende, bizarr zuckende Blitze zur Erde. Nun wird sie untergehen, diese grausame Welt, mit all ihren armen Kreaturen. Vater und Sohn hatten genug gesehen. Sie stiegen vom Bergfried herunter und der junge Ritter warf einen mächtigen Fichten-Ast ins Kaminfeuer. Einen kurzen Augenblick blieben beide stehen, dann sagte der Vater: "Wir müssen etwas unternehmen!"

Während auf der Krähenburg noch gegrübelt wurde, kam es in der Stadt zu einer Katastrophe. Die teuren, empfindsamen Turnierpferde der angereisten Ritter wurden in ein Zelt geführt, wo sie vom Hufschmied begutachtet werden sollten. Als der erste Donnerschlag den Zeltboden vibrieren ließ, rissen sich die Pferde los und rannten im wilden Galopp durch die Stadt. Viele Menschen wurden zu Boden geworfen, niedergetrampelt - starben qualvoll. Im Mittelalter fand das Leben vor den Häusern statt, in den schmalen Gassen. Diese erwiesen sich nun als tödliche Falle.

Eleonores Pferd geriet ebenfalls in Panik und hatte das Stadttor schon hinter sich gelassen. Es floh vor allen anderen Pferden in Richtung Krähenburg, als hätte es einen geheimen Plan, den es nun in die Tat umsetzen wolle. Eleonore klammerte sich um den Hals ihres Pferdes und flüsterte ihm ins Ohr: "Bring mich zu ihm, mein braves Pferdchen, bring mich auf die Krähenburg." Da packte eine gewaltige Kraft Pferd und Mensch und hob beide hoch in die Luft. Eleonores langes Haar und die Mähne des Pferdes wehten weithin sichtbar im stürmischen Wind.

Schon sah die fliegende Reiterin die Krähenburg vor sich. Da spaltete ein gewaltiger Blitz den Bergfried, den Vater und Sohn vor Kurzem verlassen hatten. Feuer schlug aus der Burg. Selbst der massive Fels, auf dem die Krähenburg stand, wurde derart erschüttert, daß große Gesteinsbrocken ins Tal stürzten. Alles geriet in Bewegung, überall Feuer. Eleonores Augen weiteten sich vor Entsetzen. In wenigen Augenblicken war die Krähenburg in Stücke gebrochen - die uneinnehmbare Festung war vom Erdboden verschwunden.

Unglaubliche Szenen liefen vor Eleonores Augen ab. Nun sah sie Richard Löwenherz, gleich ihr durch die Luft reiten. Er rief ihr etwas zu, winkte zum Abschied. "Nur er und ich", schießt es Eleonore durch den Kopf, "sollen nur wir beide überleben?" Dann erinnert sie sich an ihr Gespräch mit Wolfram-von-Eschenbach und daran, was dieser ihr über die "reine Liebe" erzählte. Wird die Welt einmal untergehen, und nur die Liebe bestehen bleiben?

Als Eleonore zur Stadt zurückblickt, treibt es ihr die Tränen in die Augen. Die ganze große, stolze Bischofs-Stadt in Flammen. Unwillkürlich denkt sie an Sodom und Gomorra. Gott bestraft die Stadt für das unzüchtige Treiben der Bürger. Sie fühlt sich wie Lot´s jungfräuliche Tochter, die vom Pöbel verschmäht wird, der nur die Fremden quälen und vergewaltigen will.

Eleonore wendet den Blick ab. Was ist das für eine böse, grausame Welt? Da öffnet sich der Himmel, Sonnenstrahlen durchbrechen die Wolken und schon bald reitet sie mit ihrem treuen Pferd über eine saftige, grüne Wiese. Überall tanzen freundlich blickende Menschen zu fröhlichen Liedern. Dann erblickt sie das vertraute Gesicht eines jungen Mannes, den sie schon seit Kindertagen kennt, der ihrem Herzen näher steht als all die großen Ritter der Weltgeschichte...

27.10.17 07:59
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Indianwinter (27.10.17 14:47)
Da hast Du Dir ein schönes Ende ausgedacht, toll, wenn es immer so gut ausgehen würde, klappt nur leider nicht immer, dass die Liebe siegt...
LG, Indianwinter : D


Marie / Website (27.10.17 15:27)
.....wer braucht schon einen edlen hochgepriesenen Ritter, wenn der natürliche Hofnarr die bessere Wahl darstellt? ;-)

So könnte die Geschichte verlaufen sein, vor einigen Jahrhunderten. Ich hätte da wohl so meinen Spaß gehabt ;-)

.....Herz oder Kopf....

Schön das Du wieder da bist!
Es wurde doch wahrhaftig von Schnee geredet .... ....

Ein schönes Wochenende, Marie ;-)

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